



























































































Da sowohl der EV Zug als auch der HCFG erst kommenden Samstag ihre nächsten Spiele bestreiten, bleiben die ZSC Lions bis mindestens dahin Leader. Unter Marc Crawford überzeugt die Mannschaft gleich in mehrerer Hinsicht, auch wenn einige Spieler den aktuellen Höhenflug teuer bezahlen.
Die letztjährige Regular Season beendete der ZSC auf dem 4. Platz, mit 13 Punkten Rückstand auf Qualisieger und späteren Meister Genf. Heuer stehen die Zürcher nach 27 gespielten Runden zuoberst an der Tabelle. Dabei ist dieser Erfolg auf mehrere Punkte zurückzuführen.
Ein Aspekt, der sich im Gegensatz zu Crawfords Vorgänger Grönborg in dieser Saison veränderte, ist die Rolle junger Spieler. Exemplarisch hierfür steht ein Nicolas Baechler (10:35) oder Joel Henry (09:39), die im Schnitt beide mehr Eiszeit erhalten als Yannick Zehnder (09:31). Daniil Ustinkov (07:53) muss dem 25-Jährigen zwar den Vortritt lassen, hat gegenüber Phil Baltisberger (07:27) jedoch die Nase vorn. In dieser Hinsicht bester Youngster ist Vinzenz Rohrer, der in 24 von 27 Partien eingesetzt wurde und dabei durchschnittlich 12:51 Minuten erhielt.
Auch die diesjährigen Import-Spieler machen bislang einen äusserst soliden Eindruck. Das Sextett sammelte zusammen bereits 104 Scorerpunkte (17,3/Spieler) und wird damit innerhalb der Playoff-Plätze nur von Gottéron (21,5) und Lugano (19,8) übertrumpft. Zudem verteilen sich die Torbeteiligungen, mit Ausnahme von Scott Harrington, der erst einen Assist sammelte, jedoch auch nur in fünf Partien auf dem Eis stand, äusserst gleichmässig auf die einzelnen Ausländer. Während Grant und Lammikko je 22 Punkte sammelten, weist Balcers 21 auf, Fröden 20 und Lehtonen 18.
Auch im Kollektiv wissen die Lions zu überzeugen und konnten sich im Vergleich zur letzten Saison sowohl in der Defensive als auch in der Offensive verbessern. Obwohl der ZSC bereits letzte Saison mit 2,37 Gegentoren pro Partie die beste Verteidigung der Regular Season stellte, konnten sie diesen Wert heuer auf 2,07 senken - erneut Ligabestwert. Am anderen Ende des Eises muss man mit 3,33 geschossener Tore nur dem EV Zug (3,5) den Vortritt lassen, wobei auch hier eine deutliche Verbesserung zu den Werten von letzter Saison (2,88) erreicht werden konnte.
Als Gegenstück zu den oben erwähnten aufstrebenden Youngsters gibt es in erster Linie vier gestandene Profis, die der Philosophie zum Opfer fallen. Dazu zählen die beiden Urzürcher Phil Baltisberger und Reto Schäppi genauso wie Simon Bodenmann und Yannick Zehnder. Während Baltisberger zuletzt fast immer überzählig war, kommt Schäppi zwar schon auf 23 Einsätze. Trotzdem droht ihm Ende Saison der Super-GAU, wie im folgenden Artikel beschrieben wird.
Besonders bitter ist die Situation bei Bodenmann und Zehnder. So wurde der Vertrag von Bodenmann erst im letzten Februar bis zum Ende der laufenden Kampagne verlängert. Seine aktuelle Rolle dürfte er sich dabei anders vorgestellt haben. Auch Zehnder setzte erst kürzlich seine Unterschrift unter einen ZSC-Vertrag und bestreitet aktuell seine erste Saison für die Lions. Fraglich, ob er dieses Arbeitspapier mit seinem momentanen Standing unterschrieben hätte.
Mit Blick auf die gezeigten Leistungen ergibt sich der Eindruck, dass der Zürcher Löwe derzeit nur so hoch springt, wie er denn auch muss. So zeigte man gegen Ambri, Zug und Genf teils überragende Drittel, nur um im Derby gegen Kloten als Verlierer vom Eis gehen zu müssen. Und dennoch, unter dem Strich geht das Konzept auf. Die Mannschaft hat sich sowohl hinten als auch vorne verbessert (siehe Ausführungen oben) und grüsst derzeit von ganz oben in der Tabelle.
Während die Ausländer wie oben beschrieben zu überzeugen wissen, stehen gewisse Schweizer Top-Shots noch in der Bringschuld. Dabei kommt man nicht um die Namen von Denis Malgin und Sven Andrighetto herum. Zwar kämpfte letzterer mit einer Verletzung und griff erst Mitte Oktober ins Geschehen ein, doch konnte er die in ihn gesetzten Erwartungen bislang nicht vollends erfüllen. Auch der als Königstransfer verschriene Denis Malgin wusste bislang noch nicht in der Art und Weise zu überzeugen, wie man es von ihm erwarten durfte. Mit 21 Scorerpunkten aus 24 Partien ist seine Scorerausbeute dennoch solide.
Sorgen bereiten dürfte den Fans die Goalie-Situation für nächste Saison. So ist der ZSC nach der Vertragsverlängerung von Harri Säteri beim EHC Biel das einzige Team der Liga, das bislang keinen Goalie für nächste Saison unter Vertrag hat. Aufgrund der Rolle, die Simon Hrubec einnimmt, bleibt Robin Zumbühl zudem zu wenig Entfaltungsmöglichkeit, um sich als solide Nummer 2 zu entwickeln. Ihm dürfte nächste Saison zwar erneut die Rolle als Backup bleiben, für seine weitere Karriere ist sein aktuelles Standing jedoch nicht gerade förderlich. Für die Nummer 1 kommt eigentlich nur eine Vertragsverlängerung mit Hrubec oder aber die Rückholaktion von Ludovic Waeber infrage. Andernfalls müsste man sich erneut im Ausland bedienen.