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Sölden hinter sich, Levi und Gurgl hinter sich und jetzt geht es nach Nordamerika weiter. Nach einem Riesenslalom und zwei Slaloms ist es nun Zeit für eine Abfahrt, oder? Weit gefehlt, denn die ersten Speedrennen der Frauen werden erst am Wochenende des 14. und 15. Dezember durchgeführt. Zwar auch noch in Nordamerika, aber eben erst nach zwei weiteren Technik-Wochenenden.
Bevor also die ersten Speedrennen durchgeführt werden, haben die Technikerinnen bereits sieben Rennen in den Beinen. Es ist eine Entwicklung, die erst seit wenigen Jahren seinen Lauf nimmt, genauer gesagt seit Lake Louise aus dem Weltcupkalender gestrichen wurde. Dieses Rennen fand meist zu Beginn des Dezembers statt, Kanada behält dieses Wochenende immerhin mit den beiden Rennen in Mont-Tremblant.
Während es danach für die Speed-Spezialistinnen dann richtig losgeht, müssen sich dann die Technikerinnen etwas hinten anstellen, haben zwar vor und nach Neujahr mit Semmering und Kranjska Gora noch zwei Technik-Wochenenden, danach allerdings bis zur WM nur noch ein Riesenslalom und zwei Slaloms.
Die doch eher spezielle Aufteilung des Weltcupkalenders kann Fluch und Segen sein für die Fahrerinnen, ganz nach Richtung, in welche die Fahrerinnen gehen wollen. Einige Vor- und Nachteile haben Silvan Zurbriggen und Nadja Jnglin-Kamer in "The Snow Lodge" besprochen.
Wie Nadja Jnglin-Kamer in der Sendung erwähnt hat, werden sich die Europacup-Athletinnen nicht zu viel Sorgen machen müssen, dass sich Weltcup-Athletinnen im Kampf um die Fixplätze einmischen. Allerdings entgeht wohl der einen oder anderen Fahrerin auf zweithöchster Stufe die Chance, sich für einzelne Rennen im Weltcup zu empfehlen.
Gleichzeitig gibt es dabei auch einen Vorteil. Einerseits könne man im Europacup den Rennmodus beibehalten und etwas tüfteln, die Allrounderinnen hingegen, so Silvan Zurbriggen, können sich gestaffelt auf die einzelnen Disziplinen konzentrieren, um dort ihre Topleistungen abzurufen.
Dumm nur, wenn man davor bereits in Topform war und sich nur auf die Technikdisziplinen konzentriert. Ein Beispiel dafür ist Katharina Liensberger, die in Levi Zweite wurde, aus Schweizer Sicht aber auch Camille Rast, bei der man sich kaum vorstellen kann, dass sie sich im Europacup zeigen wird.
Was heisst das also für Fahrerinnen wie Liensberger oder Rast, wenn man in einem Monat nur gerade drei Rennen hat, um die Form weiterzuziehen. Im Rahmen der angesprochenen Talksendung erzählte der Trainer der Gruppe "Mastery WC GS + SL" Heini Pitscher etwas mehr über die Planung und den Formaufbau bezüglich "Januar-Loch".
Ja und dann ist da eben noch diese Weltmeisterschaft. Dafür muss man sich natürlich noch ein Startplatz ergattern, was teilweise eine schwierigere Aufgabe darstellt, als es zunächst scheint. Denn beim breiten Slalom-Team von Swiss-Ski könnte es gar dazu kommen, dass mehr als vier Athletinnen die Norm erfüllen. Dann geht es nach Leistungen. Ist da ein Konkurrenzkampf im Team zu spüren?
"Nein, darüber spricht man eigentlich nicht so. Wir haben zwar sechs Athletinnen, aber alle mit verschiedenen Zielen. Wir haben die Wendy, Camille und Melanie - aber auch die Aline, die von einer Verletzung zurückgekommen ist, die Elena und die Nicole. Die Ziele sind schon ein bisschen anders. Deswegen spürt man jetzt noch keine grossen Konkurrenzen. Natürlich, wenn es zur Sache geht, wenn es ein fairer Konkurrenzkampf ist, ist es sicher positiv."
Heini Pfitscher über die Stimmung im Team vor der WM
Mit Camille Rast und Mélanie Meillard zeigten sich zwei Fahrerinnen in starker Frühform, auch bei Wendy Holdener und Michelle Gisin darf man eigentlich mit einem WM-Aufgebot rechnen. Einzig Gisin könnte je nach Ergebnissen zum Verhängnis werden, dass sie nicht in der gleichen Gruppe trainiert. In diesem Falle würden wohl Elena Stoffel, Aline Danioth und Nicole Good um den letzten Platz kämpfen.
"Ich will da nicht sagen wer, oder mich namentlich festlegen. Ich glaube, für jede ist es wichtig, dass sie ihre Ziele verfolgt und einfach Gas gibt, um die Ziele zu erreichen oder ein bisschen mehr. Jede weiss ein bisschen, was ihr Ziel ist. Es gibt Ziele und es gibt Träume, aber wichtig ist, dass man die Ziele verfolgt und an denen arbeitet."
Heini Pfitscher über den Kampf um die WM-Tickets
Am 5. Januar endet das letzte Technikwochenende der Frauen, jenes von Kranjska Gora. Danach gibt es im Slalom in Flachau und Courchevel nur noch zwei Rennen, um sich aufzudrängen. Für diese könnte es zwei Konstellationen geben. In einer fährt man noch um die Qualifikation, in der anderen will man sich aufdrängen. So oder so werden dies spannende Rennen, meinen die beiden Snow-Lodge-Experten.