Benjamin Karl hängt das Snowboard nun doch nicht an den Nagel. Der zweifache Olympiasieger und fünffache Weltmeister setzt seine Karriere fort – obwohl er nach den Olympischen Spielen eigentlich seinen Rücktritt angekündigt hatte.
Benjamin Karl sorgt für eine überraschende Kehrtwende. Der 40-jährige Österreicher wird seine Snowboard-Karriere doch fortsetzen. Das gab der Routinier gemeinsam mit dem ÖSV bekannt.
Nach seinem zweiten Olympia-Gold im Parallelriesenslalom im vergangenen Februar hatte Karl eigentlich das Ende seiner Karriere erklärt. Stattdessen wollte er sich verstärkt dem Radsport widmen und spielte sogar mit dem Gedanken an eine Olympia-Teilnahme im Cyclocross.
Nun folgt der Rückzieher. Über den Sommer seien einige Dinge passiert, die nicht vorhersehbar gewesen seien, erklärt Karl. Vor allem habe sich bei ihm das Gefühl verstärkt, dass er in erster Linie Snowboarder sei – und eben ein Snowboarder, der gerne Rad fahre.
Auch seine Einstellung zum Snowboard-Sport habe sich verändert. Nach mittlerweile 30 Jahren in der Szene habe er vieles als selbstverständlich angesehen. Die vergangenen Monate hätten ihm jedoch wieder vor Augen geführt, wie besonders die Unterstützung sei, die er während seiner Karriere erhalten habe.
Ein neues grosses Ziel hat Karl ebenfalls bereits vor Augen: Im kommenden März steht die Heim-WM im Montafon an. Auch beim ÖSV ist man überzeugt, dass der fünffache Weltmeister sportlich noch nicht am Ende angekommen ist. Snowboard-Sportchef Christian Galler erklärte, er habe nach mehreren Gesprächen den Eindruck gewonnen, dass Karl als Alpin-Boarder noch einiges vorhabe.
Damit ist klar: Aus dem angekündigten Karriereende wird vorerst nichts. Karl bleibt dem Snowboard-Weltcup erhalten und nimmt nochmals Anlauf auf einen weiteren grossen Höhepunkt seiner Karriere.
Benjamin Karl Gian Menzi Snowboard Wintersport