Michelle Heimberg hat es wieder getan. Zum neunten Mal holte die Turmspringerin eine EM-Medaille. Nach dem Erfolg berichtete die 26-Jährige, weshalb ihr die Medaille so viel bedeutet. Nur zwei Wochen vor der Europameisterschaft hatte sie einen schweren Schicksalsschlag zu verkraften.
Es ist ein Erfolg, der weit über das Sportliche hinausreicht. Als die Schweizer Wasserspringerin Michelle Heimberg bei den Europameisterschaften auf das Podium stieg und sich die Silbermedaille umhängen liess, überwog nicht nur die Freude über die sportliche Höchstleistung, sondern vor allem die Emotion über den Weg dorthin.
Wie die Athletin in einem emotionalen Beitrag öffentlich machte, traf sie und ihren Partner Yannik Dätwyler nur eine Woche vor der Abreise zur EM eine Hiobsbotschaft: Das Paar verlor sein Baby gegen Ende des ersten Schwangerschaftstrimesters. Lediglich 24 Stunden nach der Hiobsbotschaft musste sich Heimberg einem chirurgischen Eingriff unterziehen.
Dass sie nur kurz darauf überhaupt auf dem Sprungbrett stehen würde, schien physisch wie mental kaum vorstellbar. "Die letzten zwei Wochen waren extrem herausfordernd", erklärt Heimberg. Es habe Momente gegeben, in denen es fast unmöglich schien, den Wettkampf zu bestreiten. Umso mehr Symbolkraft besitzt das Resultat: "Diese Silbermedaille strahlt heller, als es jede Goldmedaille jemals könnte. Nicht wegen des Ergebnisses an sich, sondern wegen all dem, wofür sie steht."
Mit dem Schritt an die Öffentlichkeit möchte die Schweizerin auch ein Zeichen setzen und Betroffenen Mut machen. Fehlgeburten seien ein Thema, das viele Menschen betrifft, aber meist im Stillen verarbeitet wird. "Darüber offen zu sprechen, kann anderen helfen, sich weniger allein zu fühlen", so Heimberg.
Die Medaille werde sie für immer daran erinnern, dass Freude und Herzschmerz gleichzeitig existieren können: "Stärke bedeutet nicht, niemals zusammenzubrechen. Manchmal bedeutet es einfach, den Mut zu finden, den nächsten Schritt zu tun."
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Dominic Hodel Mehr Sport Michelle Heimberg Wasserspringen