Allerspätestens seit der WM ist Johan Manzambi jedem Schweizer Fussballfan ein Begriff. Der Shootingstar wagte bereits mit 17 Jahren den Schritt vom Servette FC zum SC Freiburg. Zahlreiche andere Schweizer Talente kämpfen im Nachwuchs von namhaften europäischen Teams um eine grosse Karriere.
Wir haben uns auf die Suche nach dem möglichen nächsten Manzambi gemacht. Entsprechend haben wir euch elf junge Schweizer zusammengetragen, die fernab der Heimat den frühen Anlauf zu einer internationalen Karriere gewagt haben. Ähnlich wie der Senkrechtstarter, der künftig für Aston Villa aufläuft, fliegen die nachfolgenden Akteure beim breiten Schweizer Publikum noch unter dem Radar. Beachtet wurden Spieler, die nach dem 1. Januar 2007 zur Welt gekommen sind.
Wir starten den Artikel gleich im Breisgau, denn Manzambi ist längst nicht der einzige Schweizer, der in Freiburg heranwächst. Der 18-jährige Torhüter Théodore Pizarro wurde in diesem Sommer aus der U 19 in die zweite Mannschaft des SC Freiburg befördert. Beim 4:0-Sieg im DFB-Pokal der Junioren gegen Fortuna Köln stand er zum Saisonbeginn noch im Tor der U 19. Pizarro wagte vor einem Jahr den Schritt aus dem Nachwuchs des FC Lausanne-Sport nach Freiburg. Nun tastet er sich im Regionalliga-Team allmählich an den Profibereich heran.
Gleich noch ein zweiter junger Schweizer Torhüter versucht sich in Deutschland. Der 1.90 Meter grosse Schlussmann wechselte im Sommer 2024 vom FC Schaffhausen in die Jugend des FC Winterthur. Beim FCW pendelte der schweizerisch-österreichische Doppelbürger in der vergangenen Saison zwischen der U 17 und der U 19 hin und her. Nun hat Fehr ebenfalls den Schritt nach Deutschland gewagt. Mit einem 6:0-Sieg beim Einstand gegen die Alterskollegen der SGV Heilbronn-Freiberg feierte er eine gelungene Premiere im U-19-Team des VfL Wolfsburg. Im April stand Fehr noch im Tor der Schweizer U-16-Nationalmannschaft.
Nach zwei Torhütern folgt der Wechsel in die Verteidigung. Der Innenverteidiger Tidiane Diallo hat in der Schweiz nie im Nachwuchs eines Profivereins gespielt. Aus der Jugend des FC La Chaux-de-Fonds zog es ihn 2021 nach Frankreich. Dort folgte ein rascher Aufstieg. Angefangen in der Jugend von Racing Besancon schaffte Diallo im vergangenen Sommer den Schritt zum Montpellier HSC. In der abgelaufenen Spielzeit bestritt er 25 Einsätze mit der U 19 des südfranzösischen Vereins. Gleichzeitig kam er auch schon zu drei Einsätzen in der zweiten Mannschaft. Bislang war der Höhepunkt das Finale im Coupe Gambardella, das mit 2:3 gegen PSG verloren ging.
Ein Tessiner Rechtsverteidiger befindet sich in Italien auf dem aufsteigenden Ast. Der 18-Jährige wechselte bereits 2024 aus dem Tessin nach Parma. Schon in seiner ersten Saison in der Emilia-Romagna kam Gabriele Morisoli vorzeitig erstmals in der U 18 zum Einsatz. In der abgelaufenen Spielzeit verpasste er in der Hinrunde knapp zwei Monate aufgrund einer Schulterverletzung, ansonsten war er mehrheitlich Stammspieler auf der rechten Abwehrposition. In diesem Sommer hat Morisoli den Schritt ins U-20-Team vollzogen. Parallel dazu ist er seit der U 15 in allen U-Nationalteams zum Einsatz gekommen. Zuletzt debütierte er im März in der Schweizer U-19-Nati.
Ein grosses Versprechen für die Zukunft wächst in Dortmund heran. Miguel Adje wechselte bereits im Jugendbereich von Fortuna Düsseldorf zu Borussia Dortmund. Beim BVB klopft der 18-Jährige nun auf höchster Stufe an. Adje wurde in der Saisonvorbereitung in den erweiterten Kader integriert, der auch die Reise nach Japan mitgemacht hat. Der Mann für die linke Abwehrposition macht vor allem mit seiner Sprintgeschwindigkeit auf sich aufmerksam. In der abgelaufenen Spielzeit stand er mit der U 19 unter anderem in der Youth League im Einsatz. In der EM-Qualifikation bestritt er im März seine ersten Spiele im Schweizer U-19-Nationalteam.

Es folgt gleich noch ein zweiter Linksverteidiger, der allerdings noch nicht lange ausserhalb der Schweiz zum Einsatz kommt. Arnis Ademi hat es nur ganz knapp in die Auflistung geschafft, denn er ist am 2. Januar 2007 zur Welt gekommen. Der schweizerisch-kosovarische Verteidiger ist in jungen Jahren bereits ein Titelsammler. 2020 wechselte er in die Jugend des BSC Young Boys. Mit der U 17 gewann er 2023 den Meistertitel, ein Jahr später triumphierte er auf derselben Altersstufe im Cup. Im Januar wagte er den Schritt zur ACF Fiorentina. Mit der U 20 der Viola gewann er umgehend den Meistertitel in der Primavera. Ein vielversprechender Start in Italien.
Mit dem Wechsel ins Mittelfeld rückt der Fokus zurück an den Ort, an dem Manzambi der grosse Durchbruch gelang. Beim SC Freiburg kam in der vergangenen Saison neben Johan Manzambi und Verteidiger Bruno Ogbus noch ein dritter Schweizer im Profiteam zum Einsatz. Am 26. April debütierte Rouven Tarnutzer in der Schlussphase der Partie gegen Borussia Dortmund. Überwiegend lief Tarnutzer in der zweiten Mannschaft und damit in der Regionalliga Südwest auf. Auf die neue Saison hin ist er in den Profikader aufgestiegen. Trainer Julian Schuster bezeichnete den Schweizer vor der Vorbereitung als hochtalentierten Spieler, der wach sei und wirklich alles aufsauge.
An der U-17-Weltmeisterschaft 2025 hat sich Mladen Mijajlovic in den Fokus gespielt. Mit drei Toren und einem Assist stach der technisch versierte Mittelfeldspieler aus dem Kollektiv heraus. Hinter der Spitze verteilt Mijajlovic die Bälle und strahlt selbst viel Torgefahr aus. 2025 wechselte er vom FC Aarau ins U-19-Team der Breisgauer. Am vergangenen Wochenende traf Mijajlovic im DFB-Pokal der Junioren beim 4:0-Sieg gegen Fortuna Köln. Einen grossen Tag erlebte er eine Woche davor. Beim Testspiel gegen Derby County wurde der Kreativspieler erstmals bei den Profis eingesetzt. Auch in Serbien hat man offenbar bereits ein Auge auf den Doppelbürger geworfen.
2019 zog Lou White nach Spanien, davor spielte er beim FC Köniz in der Jugend. Erst im vergangenen Jahr wechselte er vom CE Sabadell zum FC Girona. Nach nur einem halben Jahr in der U 19 wurde er in der Winterpause in den Kader der zweiten Mannschaft befördert. Damit ist der Rechtsaussen im Netzwerk der City Football Group untergekommen. Daneben ist er Teil der Schweizer U-19-Nationalmannschaft. In der EM-Qualifikation erzielte er im März das Siegestor im Spiel gegen Norwegen. Sein Vertrag in Spanien läuft noch bis zum Ende der Spielzeit 2026/27.
Dion Cakolli machte schon früh den FC Basel auf sich aufmerksam. Nach seinem Wechsel vom FC Winterthur in die U 16 der Bebbi kehrte der Mittelstürmer schon ein halbes Jahr später wieder zum FCW zurück. Bereits mit 16 Jahren debütierte er in der U 21 der Winterthurer, die in der vierthöchsten Schweizer Spielklasse engagiert sind. Insgesamt kamen zwölf Einsätze im ältesten Nachwuchsjahrgang der Eulachstädter zusammen. Im Februar 2025 überwies Atalanta Bergamo kolportierte 267'000 Euro in die Schweiz und sicherte sich die Dienste Cakollis. Bei den Bergamasken kam er auf der nationalen und internationalen Bühne zum Einsatz. In diesem Sommer sicherte sich Atalanta den Sieg im Coppa Italia Primavera.
Den Abschluss dieses Artikels macht ein Ostschweizer Stürmer. Timo Wiesner hat in diesem Sommer vom FC St.Gallen zum FC Schalke 04 gewechselt. Derzeit stürmt der 16-Jährige für das U-19-Team der Knappen. In der abgelaufenen Spielzeit erzielte er für die Ostschweizer in 21 Ligaspielen acht Tore und bereitete vier weitere Treffer seines Teams vor. Auf Schalke hat er einen Dreijahresvertrag unterzeichnet. Wiesner ist aktueller U-17-Nationalspieler der Schweiz.
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