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Holdener auf Rekordjagd, während Murisier Odermatt klar aussticht

Die Rekordsieger bei den Schweizer Meisterschaften

Am Dienstag gehen in St. Moritz die ersten Trainings zur Schweizer Meisterschaft über die Bühne, ab Donnerstag werden dann Rennen gefahren. Nicht immer sind bei nationalen Meisterschaften nach einer anstrengenden Saison auch die besten Fahrer am Start, die Siegerliste lässt sich aber trotzdem sehen.

Bei den letzten fünf Austragungen gab es immer wieder grosse Namen, die sich am Schluss Schweizer Meister nennen durften. So war beispielsweise Franjo von Allmen letztes Jahr der Sieger in der Abfahrt, vor zwei Jahren gewann Loïc Meillard den Riesenslalom, und vor drei Jahren Marco Odermatt.

Es gibt kaum einen wirklich grossen Schweizer Skifahrer, der noch nie Schweizer Meister wurde, allerdings waren wirklich grosse Namen eine Seltenheit. Odermatt gewann beispielsweise bereits 2018 zwei Rennen, damals kannte ihn allerdings noch kaum jemand.

Ein ganz grosser Rekordsieger

Ganz anders war dies in den 80ern und vor allem in den 90ern. Damals war ein Mann kaum zu schlagen. Paul Accola feierte insgesamt 15 Schweizer Meistertitel, davon neun in der Kombination. Mit 15 Siegen hat er ganze sechs Titel Vorsprung auf die kommenden Konkurrenten um Dumeng Giovanoli, Roger Staub oder Didier Cuche.

Von den noch aktiven Fahrern führt derzeit Justin Murisier die Liste an. Der Walliser feierte insgesamt sechs Schweizer Meistertitel und damit einen mehr als Luca Aerni und Loïc Meillard. Odermatt hat genauso drei Titel wie Ramon Zenhäusern oder Niels Hintermann.

Legenden unter sich

Auch ein Blick auf die Rekordsieger in den einzelnen Disziplinen lässt wenig Hoffnung aufkeimen, dass bald ein aktiver Fahrer die Rekorde knacken könnte. Vielmehr sind die Siegerlisten eine Ansammlung von grossen Namen der Schweizer Skigeschichte.

In der Abfahrt teilen sich zwei Athleten den Rekord mit vier Siegen. Peter Müller wurde zwischen 1979 und 1985 viermal Abfahrts-Schweizermeister, Franz Heinzer tat es ihm zwischen 1989 und 1994 gleich. Heinzer gewann zusätzlich noch einen Super-G, Müller je einmal im Riesenslalom und der Kombination.

Nur wenige Mehrfachsieger im Super-G und ein Olympiasieger im Riesenslalom

Im Super-G fällt auf, dass sich nur fünf Fahrer mehr als einen Titel sichern konnten. Tobias Grünenfelder und Didier Cuche teilen sich den Rekord mit je vier Titeln. Von den Aktiven konnten Justin Murisier, Thomas Tumler und Marco Odermatt und Niels Hintermann je einmal gewinnen.

Den Rekordsieger im Riesenslalom errät wohl niemand so schnell, obwohl es eigentlich ein grosser Name war. Roger Staub gewann zwischen 1957 und 1961 fünfmal in Folge. Die Titel dürften ihm aber nicht halb so viel wert gewesen sein wie die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 1960.

Auf die Pelle rücken könnte ihm theoretisch Justin Murisier. Dreimal konnte sich der 34-Jährige gewinnen. In den letzten Jahren wurden die Auftritte im Riesenslalom allerdings immer seltener. Mit einem dritten Titel von Meillard oder Tumler wäre – wenn sie denn an den Start gehen – eher zu rechnen.

Ein eher unbekannter Name dominierte den Slalom

Weit zurück ist es, dass Adolf Mathis den Skifans ein richtiger Begriff war. Der Nidwaldner gewann 1962 den Slalom von Wengen und wurde daraufhin zum Schweizer Sportler des Jahres gewählt. Mathis gewann von 1959 bis 1964 sechsmal den Schweizer Meistertitel.

Besonders gut lief es auch immer wieder für Ramon Zenhäusern. Drei Siege feierte der Oberwalliser, in diesem Jahr könnte er womöglich nach starker Spätform Nummer 4 holen. Dass Luca Aerni zu ihm aufschliessen wird, ist wohl eher unwahrscheinlich, da der Kombi-Weltmeister von 2017 kaum noch Slaloms fährt.

Nicht nur Weltmeister ist Aerni übrigens, sondern auch dreifacher Schweizer Meister in der Kombination. Da diese Disziplin aber nicht mehr existiert, sind die Chancen bei ihm genauso wie bei Loïc Meillard (2) oder Sandro Simonet (3) inexistent, Boden auf Accolas neun Titel gutzumachen.

Das Programm der Männer

Holdener auf der Jagd

Bei den Frauen ist die Chance für die aktiven Fahrerinnen durchaus realistischer, zur Nummer 1 zu werden – vor allem für Wendy Holdener. Elf Schweizer Meistertitel konnte sich die Schwyzerin bereits sichern, womit ihr nur noch zwei Titel auf Rekordsiegerin Bernadette Zurbriggen fehlen.

Bereits jetzt ist Holdener einsame Spitze im Slalom. Ganze sechs Mal konnte sie sich dort den Titel sichern, zuletzt 2022. Bei ihrem letzten 2023 musste sie sich allerdings Anuk Brändli und Nicole Good geschlagen geben. Von den restlichen noch aktiven Athleten hat einzig Mélanie Meillard zwei Titel.

Suter und Durrer im Speed eine Macht

In der Abfahrt wird es auch in diesem Jahr noch nicht zu einer Wachablösung kommen. Corinne Suter und Delia Durrer haben zwar je schon dreimal gewinnen können, Bernadette Zurbriggen schaffte dies allerdings zwischen 1971 und 1979 gleich fünfmal.

Neben Suter und Durrer sind mit Priska Ming-Nufer und Fabienne Wenger nur noch zwei Abfahrts-Schweizermeisterinnen aktiv.

Für Corinne Suter scheinen die Schweizer Meisterschaften allgemein ein gutes Pflaster zu sein. Niemand hat mehr Siege im Super-G, mit den drei Abfahrtssiegen ist sie gemeinsam mit Heidi Zeller-Bähler jene Athletin, mit den meisten Siegen im Speed-Bereich. Durrer steht im Super-G bei zwei Siegen.

Der Riesenslalom als Ort der kleinen Überraschungen

Von den aktiven Fahrerinnen hat in diesem Jahr noch niemand die Chance, Rekordsiegerin im Riesenslalom zu werden. Vanessa Kasper gewann die letzten beiden Austragungen, davor gewannen beispielsweise Camille Rast oder Wendy Holdener auch je zweimal. Übrigens wurde auch Lara Gut-Behrami 2011 Schweizer Meisterin im Riesenslalom.

Am meisten Siege haben Theres Obrecht und Lise-Marie Morerod mit je fünf. Dahinter folgen etwas bekanntere Namen wie Vreni Schneider, Sonja Nef oder Erika Hess.

Würde es die Kombination weiterhin geben, so hätte Holdener übrigens auch in dieser Disziplin die Chance, den Rekord von Zurbriggen mit ihren vier Siegen zu egalisieren. So sind die Chancen allerdings nicht mehr vorhanden.

Das Programm der Frauen

Anuk Brändli Camille Rast Corinne Suter Delia Durrer Didier Cuche Dominic Hodel Franz Heinzer Justin Murisier Loïc Meillard Luca Aerni Marco Odermatt Mélanie Meillard Niels Hintermann Paul Accola Peter Müller Ramon Zenhäusern Sandro Simonet Ski Alpin Swiss-Ski Thomas Tumler Tobias Grünenfelder Vanessa Kasper welovesnow.ch Wendy Holdener

2026-04-06 17:14:21