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Meillard vergoldet sich auch im Swiss-Ski-Team, während Odermatt etwas an Macht verliert

Die Analyse des Technik-Teams der Männer

Mit dem Ende der Skisaison 2025/26 ist es Zeit, Bilanz zu ziehen. Nach den Speed-Athletinnen und -Athleten sind nun die Technik-Männer dran. Da gab es viele Ups, leider aber erneut auch viele Downs.

20 Rennen wurden in dieser Saison in den technischen Disziplinen im Weltcup absolviert. Dabei gab es 13 Schweizer Podestplätze. Dies sind vier weniger als in der Vorsaison, als die Schweizer noch 17-mal auf dem Podest standen.

Wie bereits in der letzten Saison waren die Schweizer Freudentage über die komplette Saison verteilt, allerdings war die Abhängigkeit von einem Athleten nach den Olympischen Spielen deutlich spürbar. Dieser hat allerdings in beiden Disziplinen geliefert.

Ein überragender Meillard

Nicht weniger als acht Podestplätze der Schweizer gingen im Technik-Bereich auf das Konto von Loïc Meillard. Nachdem der 29-Jährige zu Beginn der Saison noch nicht ganz wie gewünscht liefern konnte, war er nach seinem Sieg im Riesenslalom von Val d'Isère wieder ganz der Alte.

Meillard war anschliessend in beiden Disziplinen voll auf der Höhe und war nach Adelboden tatsächlich der einzige Schweizer, der in den Technik-Disziplinen noch Podestplätze einfahren konnte. Einmal mehr zeigte er sich in hervorragender Frühlingsform – wohl auch beflügelt von drei Olympiamedaillen, wovon jene im Slalom die goldene war.

Ein nicht mehr ganz überragender Odermatt und ein neues Riesenslalom-Ass

Dass Swiss-Ski in dieser Saison vier Podestplätze weniger bejubeln konnte, lag hauptsächlich daran, dass Marco Odermatt im Riesenslalom nicht mehr der Unantastbare ist, wie er es in der Vergangenheit noch war. Vier Podestplätze – darunter drei Siege – zeugen aber weiterhin von seinem enormen Potenzial. Zudem durfte er bei den Olympischen Spielen auch die Silbermedaille feiern.

Mit Meillard und Odermatt sind wir bereits bei zwölf von dreizehn Schweizer Podestplätzen angelangt. Den 13. hat mit Luca Aerni einer herausgefahren, den man schon seit längerer Zeit immer wieder auf der Rechnung hatte, nun allerdings den Riesenslalom zu seiner Kerndisziplin gemacht hat. Gleichzeitig hat er nach einer punktelosen Saison in Kitzbühel wohl seinen letzten Slalom absolviert.

Die Inkonstanz Tumlers und die ungewisse Zukunft

Im Technik-Bereich ist Swiss-Ski weiterhin auf Meillard und Odermatt angewiesen. Im Riesenslalom beispielsweise gibt es viele Fragezeichen. Da wäre mal Thomas Tumler. Nach einer Traumsaison 2024/25 kam der Bündner in dieser Saison nie wirklich ins Fahren – zumindest nicht in zwei Läufen eines Rennens. Er hielt sich konstant in den Top 20, hatte aber ausser dem vierten Rang bei Olympia kaum je ein Wort mitzureden. Um seine Zukunft herrscht weiterhin Ungewissheit.

Viele Hoffnungen ruhen für die Zukunft auf Lenz Hächler. Der Zuger konnte in dieser Saison die Gesamtwertung des Europacups für sich entscheiden und wird so in der kommenden Saison sicherlich in allen Rennen zum Zug kommen. Mehr als ein 19. Rang in Beaver Creek lag bisher allerdings nicht drin. Von ihm erwartet man in der Zukunft etwas mehr Konstanz, dann könnte er Tumler womöglich ohne Probleme ablösen.

Hervorragende Ausgangslage für die jungen Athleten

Neben Hächler war in dieser Saison Fadri Janutin der einzige, der für die Schweiz noch zu Punkten fahren konnte. Der 26-Jährige zeigte mit Rang 24 in Kranjska Gora endlich wieder einmal sein eigentlich grosses Können auf oberster Stufe. Die Punkte waren auch deshalb wichtig, damit die Schweizer in jedem Rennen mindestens sieben Athleten an den Start schicken dürfen.

Und aus Schweizer Sicht kommt es – auch dank Janutin – noch besser. Janutin hat sich im Europacup als Zweiter in der Wertung einen Fixstartplatz gesichert. Erster wurde mit Sandro Zurbrügg ein weiterer Schweizer, der im Weltcup allerdings nicht wie gewünscht auf Touren kam.

Swiss-Ski hat ihm in Sachen Nachwuchsförderung aber trotzdem einiges zu verdanken. Da der Berner Oberländer, Janutin und Hächler ohnehin an den Start gehen dürfen, fallen sie nicht in die sieben Quotenplätze hinein. Neben Meillard, Odermatt, Aerni und Tumler kann Swiss-Ski also jeweils drei jungen Athleten die Chance geben.

Das Warten auf den ersten beim Einen und womöglich letzten Podestplatz beim Anderen

Nach Meillard klar der zweitbeste Schweizer im Slalom, war Tanguy Nef. Der Genfer hat seine gewonnene Konstanz klar bestätigt und ist mittlerweile fest in der Weltspitze angekommen. Was ihm weiterhin fehlt, ist ein Podestplatz im Weltcup. Durch die Klasse des 29-Jährigen ist es allerdings eine Frage der Zeit, bis es so weit ist. Das sah man schliesslich bei seinem Traumlauf, der ihm und Franjo von Allmen Gold in der Olympia-Team-Kombi bescherte.

In dieser Saison waren es erneut nur noch drei Schweizer, die beim Weltcupfinale im Slalom antreten durften. Daniel Yule ist mittlerweile allerdings deutlich aus den besten beiden Startgruppen gefallen und war zuletzt eher auf dem absteigenden Ast. Noch immer hofft man, dass der Walliser zumindest noch einmal aufs Podest fahren kann.

Eine jüngere Hoffnung sticht die Routiniers aus

Vor dieser Saison stellte sich eigentlich nur die Frage, ob Ramon Zenhäusern oder Marc Rochat als vierter Fahrer zu den Olympischen Spielen darf. Das Blatt hat sich allerdings schnell gewendet. Matthias Iten münzte sein Potenzial plötzlich in Resultate um und löste mit Rang 6 in Wengen das Olympia-Ticket gar noch vor Daniel Yule. Danach ging leider nicht mehr ganz so viel, wodurch er wieder aus den besten 30 gefallen ist.

Trotzdem aber war er am Ende der Saison klar vor seinen beiden älteren Kontrahenten klassiert. Während Ramon Zenhäusern mit einem starken Resultat in Adelboden immerhin einmal zeigen konnte, dass er noch immer mithalten kann, war die Saison für Marc Rochat mit nur sieben Punkten eine zum Vergessen. Bei beiden ist fraglich, ob sie bei Swiss-Ski noch einmal eine Chance bekommen werden.

Drei kleine Europacup-Hoffnungen, dafür ein womöglich neuer Star

Im Europacup kämpfte Sandro Simonet bis fast ganz zuletzt um einen Fixstartplatz, verpasste diesen allerdings und wird so ziemlich sicher nicht erneut bei Swiss-Ski aufgenommen. Gute Leistungen zeigte auch Joel Lütolf, der sich allerdings trotz einiger Chancen im Weltcup noch nie wirklich zeigen konnte. Zukunftshoffnungen liegen auch auf Reto Mächler, der allerdings immer wieder mit Rückenproblemen kämpft.

Womöglich kommt ein Schweizer Shootingstar gar ganz unverhofft. Giuliano Fux war eigentlich noch relativ weit weg vom Weltcup, konnte sich allerdings den Junioren-Weltmeistertitel sichern und kam so zu seinem Weltcup-Debüt. Dort schied er zwar aus, konnte allerdings bis zu seinem Einfädler mehr oder weniger mit der vor ihm gestarteten Konkurrenz mithalten.

Eine magere und doch nicht schlechte Bilanz

Alles in allem kann man also sagen, dass im Technik-Team – bis auf das etwas schwächere Abschneiden von Odermatt in dieser Saison – Status Quo herrscht. Ausreisser gab es in dieser Saison nicht wirklich, die Probleme blieben bei den gleichen Athleten.

Anders als in der vergangenen Saison gab es allerdings in dieser Saison wieder etwas mehr Hoffnung bei den jungen Athleten. Youngster wie Lenz Hächler oder Matthias Iten – wir zählen ihn trotz seiner 26 Jahre noch in diese Kategorie – haben einen weiteren Schritt gemacht, brauchen jetzt aber noch etwas Zeit.

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2026-04-02 19:12:27