In der Region Lillehammer kämpfen die Skifahrerinnen und Skifahrer in den kommenden Tagen um die letzten Kristallkugeln und natürlich auch um Punkte, die auch nächste Saison von Vorteil sein können. Zusätzlich geht es auch noch um den Sieg in der Nationenwertung, wo sich die Schweizer allerdings auf weniger Personal als auch schon verlassen können.
Die Lücke, die von Lara Gut-Behrami in dieser Saison bei den Frauen hinterlassen wurde, war riesig. Lange musste man aus Schweizer Sicht auf den Abfahrtspodestplatz der Frauen warten, ehe Corinne Suter nach den Olympischen Spielen so richtig in Fahrt kam und gar den Sieg holte. Sie führt das Team als klar Beste an, ist vor der letzten Abfahrt auf Rang 11 klassiert.
Dahinter konnten drei weitere Athletinnen dafür sorgen, dass der einzige Platz, der verloren ging, jener der ausgebliebenen Junioren-Weltmeisterin ist. Die Plätze, die im vergangenen Jahr Gut-Behrami und Michelle Gisin innehatten, haben nun Janine Schmitt und Jasmine Flury übernommen, die sich beide ganz knapp unter den besten 25 klassieren konnten. Zudem hat es Malorie Blanc erneut geschafft.
Den verlorenen Startplatz der Frauen kompensieren in diesem Jahr die Männer, wobei sicherlich nicht alle sieben Athleten am Start stehen werden. Niels Hintermann wäre unter den besten 25 klassiert gewesen, hat aber bekanntlich vergangenes Wochenende seinen Rücktritt erklärt. Dass alle anderen sechs Schweizer am Start stehen werden, ist aber auch noch nicht ganz sicher: Alessio Miggiano bevorzugt es womöglich, sich im Europacup noch den Fixstartplatz zu sichern.
Es sind dann auch diese beiden Athleten, die den Unterschied zu letztem Jahr gemacht haben. Lars Rösti hat es in diesem Jahr nicht geschafft, das restliche Quintett ist ein altbekanntes: Marco Odermatt, Franjo von Allmen, Alexis Monney, Stefan Rogentin und Justin Murisier. Letztes Jahr war das komplette Quintett noch in den Top 8, dieses Jahr wurde es ein Quartett in den Top 10.
Einen deutlichen Rückgang an Startplätzen beim Weltcupfinale gibt es im Super-G-Team. Dafür verantwortlich sind hauptsächlich die Frauen, doch auch die Männer kamen in dieser Saison nicht mehr ganz so gut auf Touren. Wie schon in der Abfahrt ist ein Startplatz im Super-G durch die nicht mehr vorhandene Super-G-Weltmeisterin verloren gegangen.
In diesem Jahr sind auf Frauenseite einzig Corinne Suter und Malorie Blanc für das Weltcupfinale qualifiziert. Die restlichen Fahrerinnen klassierten sich teilweise knapp, mehrheitlich aber auch deutlich nicht unter den besten 25. Die weggefallenen Plätze lassen sich allerdings erklären: Lara Gut-Behrami und Michelle Gisin hatten beide noch einen Startplatz. Einzig Joana Hählen hat die Saison absolviert, konnte sich aber nicht qualifizieren.
Auch bei den Männern ist jedoch ein Platz verloren gegangen. Während Marco Odermatt, Franjo von Allmen, Alexis Monney und Stefan Rogentin weiterhin brillieren konnten, lief es Justin Murisier vor allem in der etwas technischeren Speed-Disziplin gar nicht nach Wunsch. Der Walliser hat einen 16. Platz als Bestresultat vorzuweisen und beendet die Super-G-Saison auf dem 35. Rang.
Knapp verpasst hat Loïc Meillard als 27. die Top 25. Da er aber ohnehin ein 500-Punkte-Fahrer ist, darf er sich aussuchen, in welchen Disziplinen er startet.
Etwas überraschend ist es im Riesenslalom nicht das Frauenteam, das Einbussen zu verzeichnen hat. Am Start stehen werden allerdings wieder gleich viele Athletinnen und Athleten wie im vergangenen Jahr. Damals holte sich Gino Caviezel vor seiner Verletzung noch genügend Punkte, dass er rein theoretisch hätte teilnehmen dürfen, was er logischerweise nicht hat.
Es ist sein Platz, der im Männer-Riesenslalom-Team fehlt, der Rest blieb gleich. Marco Odermatt und Loïc Meillard gehören weiterhin zu der Crème de la Crème des Riesenslalom-Sports. Dahinter musste Thomas Tumler etwas Federn lassen, Luca Aerni hingegen hat gezeigt, dass er immer mehr zum Riesenslalom-Spezialisten mutiert.
Bei den Frauen fehlt logischerweise Lara Gut-Behrami in diesem Jahr. Vanessa Kasper konnte sich allerdings dank starker Leistungen ebenfalls qualifizieren und so den von Gut-Behrami verlorenen Platz kompensieren. Beinahe hätte es auch Sue Piller noch geschafft. So werden aber folgende drei Athletinnen Swiss-Ski vertreten: Camille Rast, Vanessa Kasper, Wendy Holdener.
Dem Männer-Slalom-Team attestierte man zu Beginn der Saison eine Krise. Mittlerweile kann man nicht mehr von einer Krise sprechen, sondern vielmehr von einer Zweiklassengesellschaft – mit Daniel Yule irgendwo zwischendrin. Der Walliser konnte sich auch in diesem Jahr für das Weltcupfinale qualifizieren, auch wenn seine Leistungen teilweise zu wünschen übrig liessen.
Mit Yule, Tanguy Nef und Loïc Meillard sind es wieder die gleichen Athleten wie letztes Jahr, die sich über den Weltcup-Weg qualifizieren konnten. Erfreulich ist aus Schweizer Sicht sicherlich, dass mit Giuliano Fux auch ein junger Athlet die Chance bekommt, erstmals Weltcup-Luft zu schnuppern. Er sicherte sich am Wochenende den Junioren-Weltmeistertitel und darf so starten. Da es bei ihm im Europacup um nichts mehr geht, wird er sich diese Chance wohl nicht entgehen lassen.
Ebenfalls erfreulich aus Schweizer Sicht: Die Frauen konnten sich auch ohne Junioren-Weltmeisterin einen zusätzlichen Startplatz sichern. Eliane Christen bestätigte ihre überraschenden Resultate der letzten Saison und qualifizierte sich so souverän für den letzten Slalom der Saison, nachdem sie das Finale im vergangenen Winter als 28. noch knapp verpasste.
Für Camille Rast ist die Kugel zwar weg, der zweite Rang ist ihr allerdings nicht mehr zu nehmen. Mit Wendy Holdener steht eine weitere Schweizerin zurzeit auf dem dritten Rang, hat diesen aber noch zu verteidigen. Einen Absturz erlebte Mélanie Meillard - von Rang 8 auf 19 -, konnte sich in den letzten Rennen aber wieder sichtbar steigern.
Zusammengerechnet hat Swiss-Ski in dieser Saison vier Startplätze beim Weltcupfinale verloren. Während die Männer disziplinenübergreifend verlorene Startplätze gleich wieder kompensieren konnten, haben die Frauen die vier Startplätze verloren. Drei davon sind schnell beschrieben: die Verletzung von Lara Gut-Behrami. Auch die Verletzung von Michelle Gisin hatte Auswirkungen, konnte allerdings durch die Rückkehr von Jasmine Flury einigermassen kompensiert werden.
Wie bereits oben erwähnt, werden wir wohl nur 30-mal, und nicht 32-mal die Schweizer Flagge am Start sehen. Vorausgesetzt, 500-Punkte-Athlet von Allmen entscheidet sich nicht wie letztes Jahr für einen Start im Riesenslalom. Diese 30 Starts braucht es aber dringend, will man die Führung in der Nationenwertung nicht doch noch verlieren. Zurzeit beträgt der Vorsprung auf Österreich 663 Punkte; Punkte, die bei acht verbleibenden Rennen schnell aufgeholt werden könnten.Sollte die Schweiz den Vorsprung über die Runde bringen, wäre es der sechste Sieg in den letzten sieben Jahren im Nationencup.
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