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Die halbe Schweizer Ski-Alpin-Delegation erlebt an den Olympsichen Spielen eine Premiere

Von Allmen und Co.

Die Olympischen Spiele 2026 stehen kurz bevor und als erstes grosses Highlight wartet am Samstag die Abfahrt. Nicht nur in der Abfahrt dürfte es aber zu speziellen Geschichten kommen, denn Olympia-Neulinge gibt es im Ski Alpin gleich mehrere.

Wir stellen euch den Weg der Athletinnen und Athleten zu ihren ersten Olympischen Spielen etwas genauer vor. Natürlich wurden auch die Neulinge befragt, wie sie sich vor den Spielen fühlen. Dies geschah bei der Kleiderabgabe von Swiss Olympic, an verschiedenen von Swiss-Ski organisierten Medienkonferenzen vor den Weltcuprennen oder gar in "The Snow Lodge" - in persönlichen Gesprächen oder in der Medienrunde.

Malorie Blanc, 06.01.2004

Die Walliserin hat einen steilen Aufstieg hinter sich und ist plötzlich eine der Teamleaderinnen. Dies überforderte sie vor allem während der Verletzung von Corinne Suter, wie sie selbst sagt. Die Junioren-Weltmeisterin von 2024 legte einen erstaunlichen Aufstieg hin, fuhr in St. Anton gleich in ihrem zweiten Weltcuprennen aufs Podest und zählt so zu den Schweizer Hoffnungen im Speed-Bereich.

"Ich habe mein Olympia-Ticket und das ist für mich einfach unglaublich. Wenn ich es vor zwei Jahren gedacht hätte, hätte ich es nicht geglaubt."

Malorie Blanc

Eliane Christen, 19.01.1999

Lange war die Urnerin geplagt von schweren Verletzungen und musste daher lange darauf warten, um überhaupt auf den Durchbruch zu hoffen. Im Dezember 2023 feierte sie dann ihr Debüt im Weltcup, fuhr rund ein Jahr später dann bei ihrem erst dritten Weltcuprennen in die Punkte. Seither überzeugt die 27-Jährige mit einer beeindruckenden Konstanz. Eine Olympia-Medaille ist wohl nicht ein realistisches Ziel, eher ein schöner olympischer Moment.

"Als das Aufgebot nach Hause gekommen ist - wir haben eine Art Diplom bekommen - musste ich schon eine Träne vergiessen."

Eliane Christen

Delia Durrer, 14.11.2002

Die Selektion der 23-Jährigen sorgte bei vielen Skifans für Diskussionen. Obwohl Jasmina Suter und Joana Hählen zumindest die halbe Norm erreicht hatten, entschied sich Swiss Olympic schlussendlich zugunsten der Nidwaldnerin. Die Wahl wurde bisher nicht offiziell begründet, dürfte jedoch an der Perspektive für 2030 ihren Ursprung haben. Diese ist gemäss Ralph Stöckli auch ein Teil der Selektion.

Auch die Strecke könnte eine Rolle gespielt haben, denn ihr Bestergebnis feierte Durrer in dieser Saison in Val d'Isère, die wie Cortina d'Ampezzo eher lang gezogene Kurven hat, wie sie uns im Interview verriet. Ob Durrer dann aber wirklich bei einem Rennen starten darf, wird erst bei den Spielen entschieden.

"Ich habe wirklich nicht mit diesem Telefon gerechnet."

Delia Durrer

Vanessa Kasper 08.12.1996

Was Kasper in den vergangenen Monaten gezeigt hat, gleicht einem Märchen. Noch im Sommer 2024 stand die Bündnerin ohne Kaderplatz da und musste sich erstmals zurückkämpfen. Dies tat sie eindrücklich und fuhr immer wieder in die Punkte. Die gute Form konnte die 29-Jährige auch in dieses Jahr mitnehmen und überzeugte zuletzt gerade mit zwei Top-15-Resultaten, die die Olympia-Quali bedeuteten.

"Ich sehe es als Riesengeschenk."

Vanessa Kasper

Sue Piller, 14.05.2005

Wohl am allerwenigsten hat man vor der Saison mit einer Selektion von Sue Piller rechnen können. Die Freiburgerin erschien erst im Januar des Vorjahres ein wenig auf den Bildflächen, als sie an der Universiade die Goldmedaille holte. Nur einen Monat später durfte sie im Weltcup ihr Debüt feiern und zeigte auch an der Junioren-WM starke Leistungen. Im Dezember fuhr sie in Tremblant zum ersten Mal in die Punkte und sicherte sich dann zuletzt in Spindlermühle mit dem sechsten Rang die Olympia-Quali.

"Ich habe schon immer in den Freundschaftsbüchern beim Traum 'Olympiasiegerin' ausgefüllt."

Sue Piller

Janine Schmitt, 26.10.2000

Es waren überraschende Aussagen, die Janine Schmitt vor den Weltcup-Rennen in Crans-Montana tätigte. Anders als bei den meisten anderen Sportlern war Olympia als Kind nie ein Ziel. Sie verfolgte die Olympischen Spiele damals gar nicht wirklich und träumte auch noch nicht von einer Ski-Karriere. Ein Vorbild hatte sie daher auch nicht, gestand aber, dass sie Frida Hansdotter immer bewunderte.

Mittlerweile ist sie weit oben angekommen und konnte sich die Olympia-Quali dank eines überraschenden fünften Ranges in der Abfahrt von Zauchensee sichern. Der Rummel um ihre Person ist seit der Selektion natürlich gestiegen. Schmitt erschien sichtlich überrascht zum Medientreff, wo gleich mehrere Journalisten auf sie warteten.

Matthias Iten, 12.08.1999

Das Potenzial des Zugers ist bereits seit längerer Zeit bekannt. Matthias Iten war in den vergangenen Jahren stets einer der besten Schweizer im Europacup, hatte aber zu viele Ausfälle und kam daher im stark besetzten Slalom-Team nur selten zu Chancen. Diese hat er in dieser Saison immer wieder bekommen und konnte sie gleich doppelt nutzen. In Val d'Isère wurde er Zehnter, in Wengen dank eines entfesselten zweiten Laufes sogar Sechster.

Info: Das untenstehende Video wurde in Kitzbühel und damit vor der offiziellen Selektion gedreht.

Alexis Monney, 08.01.2000

Die Geschichte von Alexis Monney liest sich ähnlich. Der Freiburger wurde einst gar Junioren-Weltmeister, schaffte dann aber - mit wenigen Ausnahmen - den Sprung in die vorderen Regionen der Ranglisten nicht. Sein Stern ging im Dezember 2024 auf, als er in Bormio seine geniale Technik walten liess und sich den Sieg sicherte. Mit weiteren Podestplätzen in Bormio, Kitzbühel und bei der WM mauserte sich Monney zu einem der absoluten Favoriten. Auch wenn es bisher nicht ganz seine Saison ist.

Tanguy Nef, 19.11.1996

Der Genfer ist der älteste aller Olympia-Debütanten im Ski-Team. Seine Situation gleicht enorm jener von Matthias Iten, ausser dass der 29-Jährige bereits zuvor immer wieder Nadelstiche setzen konnte. Seit rund zwei Jahren fährt Nef nun mit minimiertem Risiko, ist aber noch immer extrem schnell. Das Einzige, was ihm noch fehlt, ist der Podestplatz. An einem guten Tag ist ihm zuzutrauen, dass er diesen ausgerechnet bei Olympia holt.

"Bei Olympia ist alles neu für mich. Am Ende ist es zwar neu, aber es ist Skifahren."

Tanguy Nef

Franjo von Allmen, 24.07.2001

Gemeinsam mit Alexis Monney ist er der grösste Trumpf unter den Debütanten. Auch sein Aufstieg ist beispielhaft: In der Saison 2023/24 startete er als Fixstarter und holte sich früh schon seinen ersten Podestplatz. Im Januar 2025 durfte er beim Super-G von Wengen dann auch seinen ersten Weltcupsieg feiern, einen Monat später wurde er in Saalbach-Hinterglemm Abfahrtsweltmeister. Dank ihm, Monney und Marco Odermatt darf man in der Abfahrt mit einer Schweizer Medaille rechnen.

Mélanie Meillard, 23.09.1998

Hier kommen wir zu einem Spezialfall. Mélanie Meillard wäre 2018 eigentlich bereits für die Olympischen Spiele aufgeboten worden, verletzte sich dann aber kurz davor bei einem Training in Südkorea schwer. Nun wird die 27-Jährige also offiziell ihr Olympia-Debüt feiern und würde wohl nur zu gerne die Goldmedaille der Junioren-Olympia 2016 wiederholen. Aufgrund der aktuellen Form wäre es zwar eine Überraschung, doch die Olympischen Spiele schreiben bekanntlich ihre eigenen Geschichten.

"Ich habe leider nur einen Tag erlebt vor acht Jahren, aber ich wusste bereits bei einigen Sachen, wie sie gehen."

Mélanie Meillard

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2026-02-06 19:54:02