Ein arbeitsreicher Transfersommer liegt hinter den zwölf Klubs der Brack Super League. Doch welche Neuverpflichtung verspricht bei welchem Verein die meiste Spannung? Wir haben den spannendsten Sommer-Neuzugang pro BSL-Team unter die Lupe genommen.
Hinweis zur Methodik: Berücksichtigt wurden ausschliesslich finale Festverpflichtungen. Reine Leihspieler ohne Kaufoption sowie Akteure, die bereits in der Vorsaison auf Leihbasis für ihren jetzigen Klub spielten und nun fest übernommen wurden (wie etwa Winsley Boteli oder Oscar Kabwit), blieben unberücksichtigt.
Mit Nicolas Cozza hat sich Lausanne-Sport geballte Erfahrung für die Defensive gesichert. Der 27-jährige Franzose bringt eine Vita mit, die unter anderem Einsätze in der französischen Ligue 1 sowie in der deutschen Bundesliga umfasst. Seine Routine, Übersicht und Zweikampfstärke machen ihn zu einem enorm wertvollen Ankerpunkt in der Waadtländer Hintermannschaft. Es zeichnet sich bereits ab, dass Cozza im Saisonverlauf zum unverzichtbaren Abwehrchef und Stabilisator avancieren dürfte.
Der Wechsel vom SC Verl ins Ländle verlief für Julian Stark absolut reibungslos. Ohne spürbare Anpassungsprobleme eroberte sich der Deutsche im Vaduzer Mittelfeld auf Anhieb einen Stammplatz. Stark agiert taktisch reif, zeigt eine hohe Präsenz im Spielaufbau und entpuppt sich schon nach wenigen Wochen als vollwertige Verstärkung für die Liechtensteiner in der BSL.
Beim FC Thun richtet sich der Blick auf ein grosses Versprechen für die Zukunft: Riccardo Braschi. Der erst 18-jährige Italiener gilt in Expertenkreisen als echtes Stürmertalent mit enormem Potenzial. Einziger Wermutstropfen: Kurz nach seiner Ankunft im Berner Oberland wurde der Youngster von einer Verletzung ausgebremst. Wenn Braschi jedoch wieder vollständig beschwerdefrei ist, dürfte der Angreifer den Thuner Fans noch sehr viel Freude bereiten.
Dass in David Datro Fofana ausserordentliche Qualitäten stecken, beweist ein Blick auf seine Karriere: Der FC Chelsea überwies einst rund 12 Millionen Euro an Molde FK, um sich die Dienste des Ivorers zu sichern. Nach einer Phase, in der seine Entwicklung etwas stagnierte, wagt der 23-Jährige bei Servette den Neustart. Gibt man ihm die nötige Eingewöhnungszeit, um den optimalen Spielrhythmus zu finden, besitzt Fofana das Potenzial, zu einer der grössten Attraktionen der gesamten Liga zu werden.
Der Wechsel vom FC Aarau zu GC war für Marvin Hübel ein mutiger Schritt, schliesslich galt Justin Hammel bei den Hoppers als unumstrittene Nummer 1. Doch Hübel nutzte seine Chance: Trainer Peter Zeidler gab dem talentierten Keeper zuletzt das Vertrauen - mit Erfolg. In den vergangenen drei Partien stand Hübel im Tor, und GC blieb ungeschlagen (zwei Siege, ein Remis). Aktuell deutet vieles auf eine echte Wachablösung im Kasten des Rekordmeisters hin.

Als frischgebackener Meisterspieler und bester Sechser der letzten Saison kam Leonardo Bertone aus Thun nach Luzern. In der Zentralschweiz beanspruchte er umgehend die Führungsrolle im defensiven Mittelfeld für sich. Auch wenn er sein absolutes Peak-Niveau der Vorsaison noch nicht ganz erreicht hat, unterstreicht der Routinier Woche für Woche, wie wertvoll seine Übersicht und Zweikampfsteuerung für das Spiel der Luzerner sind.
Da Kevin Spadanuda der einzige externe Neuzugang der Limmatstädter in dieser Transferperiode ist, fällt die Wahl naturgemäss auf ihn. Der gebürtige Aargauer bringt jedoch genau das mit, was dem jungen FCZ-Kader guttut: Erfahrung und Torgefahr. Für die erste ganz grosse Freude bei den FCZ-Fans hat er bereits gesorgt - ausgerechnet im prestigeträchtigen Zürcher Derby gegen GC gelang ihm sein Premierentor im FCZ-Trikot.
Die Fussstapfen von Alessandro Vogt beim FCSG sind gross, doch Andrin Hunziker hat sich der Herausforderung angenommen. Mit vier Treffern aus elf Pflichtspielen weist der Angreifer eine ordentliche Bilanz auf. Ohne eine zwischenzeitliche Verletzungspause stünde sein Torkonto wohl noch höher. Hunziker bringt alle Anlagen mit, um in der Ostschweiz zum neuen verlässlichen Torjäger aufzusteigen.
Aus finanzieller und sportlicher Sicht ist Asane Sow bisher der Königstransfer des FC Basel. Für vergleichsweise günstige 600'000 Euro geholt, schlug der 20-jährige Offensivakteur sofort ein. Sieben Scorerpunkte (vier Tore, drei Assists) in seinen ersten sieben BSL-Einsätzen sprechen eine deutliche Sprache. Er avanciert mit seinen spektakulären Dribblings bereits zum grossen Publikumsliebling. Entwickelt sich Sow in diesem Tempo weiter, könnte er für Rot-Blau schon bald zum nächsten millionenschweren Kassenschlager auf dem Transfermarkt werden.
Der FC Sion beweist mit Fodé Sylla ein Händchen für vielversprechende Nachwuchskräfte. Der 20-jährige Franzose bringt eine hervorragende physische und technische Veranlagung mit. Mit bereits zehn Pflichtspieleinsätzen in der laufenden Saison sammelt er wertvolle Praxis auf höchstem Niveau. Sylla besitzt riesiges Entwicklungspotenzial und könnte im Wallis rasch zu einer prägenden Figur im Mittelfeld reifen.
Die Rückkehr von Cédric Zesiger sollte den Young Boys die im Vorjahr vermisste defensive Stabilität zurückgeben. Als neuer Abwehrchef eingeplant, übernahm der 28-Jährige sofort Verantwortung und trug in den ersten drei Ligaspielen direkt die Kapitänsbinde. Derzeit setzt ihn eine hartnäckige Oberschenkelverletzung seit mehreren Wochen ausser Gefecht. Bei YB wartet man sehnsüchtig auf das Comeback des Nationalspielers, um den Angriffsmodus auf den Meisterthron fortzusetzen.
Der erst 18-jährige Honduraner Dereck Moncada gehört zu den aufregendsten Entdeckungen der noch jungen Saison. Trotz seines geringen Alters agiert der Offensivspieler mit verblüffender Wucht, Durchsetzungsvermögen und viel Selbstbewusstsein. Fünf Pflichtspieltore stehen bereits auf seinem Konto. Setzt Moncada seinen steilen Trend fort, dürfte Lugano nur eine Zwischenstation auf dem Weg zu einer grossen internationalen Karriere sein.
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