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YB übertrumpft alle, während der Aufsteiger zuhinterst steht

Die Erfahrung im Mittelpunkt

Routine kann im Profifussball oft den Unterschied ausmachen. Ein Blick auf die Kader der Super-League-Saison 2026/27 zeigt ein eklatantes Gefälle: Während die BSC Young Boys mit immenser Erfahrung in die Saison gehen, weht bei den Aufsteigern ein rauer Wind.

Wenn es eng wird auf dem Platz, sind es oft die Routiniers, die einen kühlen Kopf bewahren. Wir haben deshalb die Teams aus der höchsten Schweizer Fussballliga mit Blick auf die durchschnittliche Anzahl Super-League-Einsätze pro Spieler verglichen. Das Ergebnis ist an der Spitze mehr als deutlich.

Klasse statt Masse in Bern

Die BSC Young Boys dominieren dieses Ranking nach Belieben. Mit einem Durchschnitt von 85,88 Super-League-Einsätzen pro Spieler deklassiert der Serienmeister aus Bern die Konkurrenz. Besonders bemerkenswert: YB verfügt mit nur 25 Akteuren über das kleinste Kader der gesamten Liga, kommt aber dennoch auf die höchste Gesamtzahl an Einsätzen (2'147).

Sinnbildlich für diese geballte Routine steht Christian Fassnacht, der mit 274 Einsätzen in der obersten Schweizer Spielklasse der erfahrenste Akteur in den Reihen der Berner ist. Trainer und sportliche Führung setzen in der Hauptstadt offensichtlich auf ein eingespieltes, extrem Liga-erfahrenes Kollektiv anstatt auf ein aufgeblähtes Roster.

Die Verfolger und der absolute Liga-Dino

Hinter YB klafft eine riesige Lücke von über 25 Einsätzen im Schnitt. Auf Platz zwei folgt der FC Sion mit exakt 60,00 Einsätzen pro Spieler. Dass die Walliser hier so weit oben mitmischen, haben sie nicht zuletzt ihrem Dauerbrenner zu verdanken: Numa Lavanchy ist mit stolzen 310 Super-League-Partien der erfahrenste Spieler der gesamten Liga.

Das Podest komplettiert der FC Lugano (58,58), dicht gefolgt vom Servette FC (56,66). Der FC Luzern (51,76) und der FC St. Gallen (51,43) rangieren im soliden Mittelfeld, weisen aber immer noch einen Durchschnitt von über 50 Partien pro Kader-Mitglied auf.

Traditionsclubs mit Verjüngungskur?

Interessant wird der Blick auf die Ränge sieben bis zehn. Mit dem FC Basel (47,11) und dem FC Zürich (39,79) finden sich zwei Schwergewichte des Schweizer Fussballs in der unteren Tabellenhälfte dieses Rankings wieder.

Noch extremer zeigt sich das Bild bei den Grasshoppers: Der Rekordmeister aus Zürich hat mit 33 Spielern das mit Abstand grösste Kader der Liga gemeldet. Da die Gesamtzahl der Einsätze (1'284) sich aber auf viele Schultern verteilt, reicht es mit einem Schnitt von 38,91 nur für Platz zehn. Bei GC scheint man den Fokus auf Talente oder Liga-fremde Neuzugänge gelegt zu haben.

Lehrgeld für die Neulinge

Wenig überraschend grüssen am Ende der Tabelle die Teams, die den Sprung ins Oberhaus erst kürzlich geschafft haben. Beim FC Thun kommt ein durchschnittlicher Kaderspieler auf knapp eine komplette Saison Erfahrung (26,90).

Die Rote Laterne geht ins Ländle: Beim Aufsteiger FC Vaduz (25,19 Einsätze pro Spieler) durften bisher nur die wenigsten Akteure überhaupt Super-League-Luft schnuppern. Mit insgesamt nur 680 Einsätzen im gesamten 27-Mann-Kader wird die Mannschaft aus dem Fürstentum einen grossen Teil ihrer mangelnden Routine mit Unbekümmertheit und Aufstiegseuphorie kompensieren müssen, um in der Beletage bestehen zu können.

Brack Super League BSC Young Boys FC Basel 1893 FC Lugano FC Luzern FC Sion FC Thun Berner Oberland FC Vaduz FC Zürich Fussball Maic Frieden Servette FC

2026-09-15 10:46:05