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Zwölf vereinslose Spieler, die für die BSL-Teams Gold wert sein könnten

Realistische Transfermöglichkeiten der BSL-Vereine

Das Transferfenster ist noch vier Wochen geöffnet und die ersten drei Runden der neuen Super-League-Saison haben bereits einige Hinweise darauf geliefert, wo bei den zwölf Klubs noch Handlungsbedarf bestehen könnte. Gleichzeitig warten auf dem Markt weiterhin einige prominente Namen auf einen neuen Arbeitgeber.

Dabei spielen nicht nur Name und Qualität eine Rolle. Auch der bisherige Saisonstart, die Kaderzusammenstellung, die Karriere des Spielers und mögliche Verbindungen zur Schweiz oder sogar zum jeweiligen Verein fliessen in unsere Überlegungen ein. Diese zwölf vereinslosen Spieler könnten eine realistische Verstärkung sein:

FC Luzern - Karlo Letica

Der FC Luzern ist alles andere als optimal in die neue Saison gestartet. Nach drei Partien stehen die Innerschweizer mit lediglich einem Punkt und einer Tordifferenz von minus fünf an zweitletzter Position. Gerade die Torwartfehler von Simon Simoni geben Argumente, über zusätzliche Stabilität nachzudenken. Karlo Letica wäre dafür eine interessante Möglichkeit.

Der 2,01 Meter grosse Kroate kennt die Super League bestens. In den vergangenen Jahren stand er bei Lausanne-Sport zwischen den Pfosten und absolvierte für keinen Klub in seiner Karriere mehr Spiele. Seit seinem Abgang aus Lausanne ist der 29-Jährige vereinslos. Luzern würde damit einen Torhüter bekommen, der keinerlei Eingewöhnungszeit an den Schweizer Fussball benötigt und mit seinen 29 Jahren noch längst nicht beim klassischen Karriereausklang angekommen ist.

Grasshopper Club Zürich - Pajtim Kasami

Beim Grasshopper Club läuft es ebenfalls noch nicht rund. Die Zürcher warten nach drei Meisterschaftsspielen noch auf ihren ersten Sieg und haben erst einen Punkt gesammelt. Was einer jungen Mannschaft in einer solchen Situation helfen kann? Erfahrung. Und davon hätte Pajtim Kasami reichlich zu bieten. Der mittlerweile 34-Jährige kennt den Schweizer Fussball aus seinen Engagements beim FC Luzern, FC Sion, FC Basel und zuletzt beim FC Winterthur bestens.

Vor allem im Zentrum könnte Kasami den jungen Hoppers eine gewisse Robustheit und Ruhe verleihen. Der Mittelfeldspieler ist zudem in Andelfingen geboren und müsste sich weder an die Liga noch an das Leben in der Schweiz gewöhnen. Als langfristige Lösung wäre Kasami natürlich nicht gedacht. Als ablösefreier Routinier, der einer jungen GC-Mannschaft kurzfristig Stabilität gibt, wäre die Idee aber keineswegs abwegig.

Servette FC - Kevin Mbabu

Kaum eine Kombination auf dieser Liste liegt so sehr auf der Hand wie diese. Kevin Mbabu ist Genfer, wurde bei Servette ausgebildet und schaffte dort einst den Sprung in den Profifussball. Bereits Anfang 2023 kehrte der Rechtsverteidiger leihweise zu seinem Jugendklub zurück, ehe es ihn erneut ins Ausland zog. Nun wäre eine weitere Heimkehr denkbar. Mbabu bringt mit 31 Jahren enorme Erfahrung mit. Newcastle United, Wolfsburg, Fulham, Augsburg, Midtjylland und nicht zuletzt die Young Boys stehen in seinem Lebenslauf.

Mit YB wurde er zweimal Schweizer Meister und entwickelte sich zum Nationalspieler. Servette ist mit drei Punkten aus den ersten drei Partien durchwachsen in die Meisterschaft gestartet. Mbabu könnte auf der rechten Seite sofort Qualität und Erfahrung liefern und müsste weder Liga noch Klub kennenlernen. Vielleicht zieht es den Aussenverteidiger bald wieder an seine Ursprungsstätte.

FC Basel - Marko Grujic

Der FC Basel verfügt zwar über reichlich Qualität, doch ein Spieler mit internationaler Erfahrung und physischer Präsenz im Zentrum könnte das Mittelfeld der Bebbi noch einmal auf ein anderes Niveau heben. Marko Grujic wäre genau ein solcher Spieler. Der serbische Mittelfelddenker war einst der erste Transfer von Jürgen Klopp beim FC Liverpool.

Zwar gelang ihm an der Anfield Road nie der endgültige Durchbruch, anschliessend sammelte er aber bei Hertha BSC und insbesondere beim FC Porto reichlich Erfahrung auf hohem europäischem Niveau. Mit seinen 1,91 Metern bringt Grujic eine körperliche Komponente mit, ohne dabei ein reiner Abräumer zu sein. Er kann vor der Abwehr spielen, verfügt über technische Qualität und kennt Drucksituationen. Natürlich wäre der 30-Jährige für Schweizer Verhältnisse ein grosser Name. Doch genau deshalb wäre Basel wohl einer der wenigen Super-League-Clubs, bei denen ein solcher Transfer zumindest vorstellbar wäre. Sollte Grujic bereit sein, beim Gehalt Abstriche zu machen, könnte der FCB ihm im Gegenzug eine zentrale Rolle bei einem ambitionierten Klub und die Chance auf Titel bieten.

FC Sion - William Mikelbrencis

Beim FC Sion ist der Saisonstart bislang eine Achterbahnfahrt. Auf die vier Gegentore bei YB folgte ein überzeugendes 3:0 gegen Luzern, zuletzt gab es einen 3:2-Sieg gegen Vaduz. Spektakel ist im Wallis also bereits garantiert. William Mikelbrencis könnte der Mannschaft zusätzliche Dynamik auf der rechten Seite verleihen.

Der erst 22-jährige Franzose wurde beim FC Metz ausgebildet und debütierte bereits mit 17 Jahren in der Ligue 1. Anschliessend wechselte er zum Hamburger SV, wo er sowohl in der 2. Bundesliga als auch auf höherem Niveau Erfahrungen sammeln konnte. Gerade sein Alter macht die Personalie für Sion interessant. Mikelbrencis wäre kein ehemaliger Star, der seine Karriere im Wallis ausklingen lässt, sondern ein Spieler, dessen Entwicklung noch längst nicht abgeschlossen ist. Gleichzeitig wäre die französischsprachige Schweiz für den in Lothringen aufgewachsenen Rechtsverteidiger kulturell und sprachlich keine völlig neue Welt. Für Sion könnte daraus ein klassischer Transfer mit überschaubarem Risiko und interessantem Wiederverkaufspotenzial werden.

William Mikelbrencis wäre eine grosse Bereicherung für die Super League (Imago).

FC Lugano - Max Meyer

Max Meyer und die Schweiz? Das kennen wir bereits. Von 2022 bis 2024 stand der ehemalige deutsche Nationalspieler beim FC Luzern unter Vertrag. Gerade deshalb wäre Lugano eine interessante Adresse für den mittlerweile 30-Jährigen. Der Tessiner Club hat sich in den vergangenen Jahren dauerhaft in der Schweizer Spitze etabliert und ist auch in diese Saison hervorragend gestartet.

Ein Spieler wie Meyer könnte einem bereits funktionierenden Team zusätzliche spielerische Qualität verleihen. Meyer kann mehrere Positionen im zentralen Mittelfeld übernehmen und verfügt über Erfahrung aus Bundesliga, Premier League und Europacup. Vor allem aber weiss er bereits ganz genau, was ihn in der Super League erwartet. Nach seiner Zeit bei APOEL Nikosia wäre eine Rückkehr in die Schweiz deshalb durchaus vorstellbar. Und anders als während seiner Luzerner Zeit würde Meyer in Lugano zu einer Mannschaft stossen, die sich mittlerweile regelmässig mit den besten Teams des Landes misst und europäische Ambitionen besitzt.

BSC Young Boys - Mahmoud Dahoud

Braucht YB nach einem 6:0-Auswärtssieg in Thun zwingend Verstärkung? Sicher nicht. Wenn sich allerdings die Möglichkeit ergibt, einen Spieler wie Mahmoud Dahoud ablösefrei zu verpflichten, dürfte man in Bern zumindest darüber nachdenken. Der ehemalige deutsche Nationalspieler bringt eine technische Qualität mit, die in der Super League herausstechen würde. Aus seiner herausragenden Zeit bei Dortmund lebt er Schwarz-Gelb. In diesem Fall könnte das auch für die Berner gelten.

Dahouds Stärke liegt darin, im Zentrum unter Druck anspielbar zu sein, das Tempo zu bestimmen und mit vertikalen Pässen Linien zu überspielen. YB könnte ihm im Gegenzug eine tragende Rolle und die Aussicht auf Titel sowie europäischen Fussball bieten. Finanziell wäre der Transfer sicherlich anspruchsvoll. Unter den Schweizer Vereinen gehören die Berner aber zu den wenigen Klubs, bei denen ein solches Gedankenspiel zumindest nicht vollkommen absurd erscheint.

Mo Dahoud spielte unter anderem für den BVB. (Andy Mueller/freshfocus)

FC Vaduz - Nikola Dovedan

Beim Aufsteiger aus Vaduz muss ein realistischer Transfer anderen Kriterien entsprechen als bei Basel oder YB. Hier braucht es einen Spieler, der Erfahrung mitbringt, offensiv flexibel einsetzbar und gleichzeitig für einen kleineren Super-League-Klub erreichbar ist. Nikola Dovedan passt ziemlich genau in dieses Profil. Der Österreicher kann hinter der Spitze, auf dem Flügel und teilweise selbst im Sturm eingesetzt werden. Für Heidenheim spielte er sowohl in der 2. Bundesliga als auch in der Bundesliga. Gerade für Vaduz könnte diese Vielseitigkeit enorm wertvoll sein.

Der Aufsteiger wird in vielen Spielen nicht permanent den Ball haben und benötigt Offensivspieler, die verschiedene Rollen übernehmen und mit wenigen Situationen etwas anfangen können. Hinzu kommt die geografische Komponente: Für einen Österreicher wäre Liechtenstein alles andere als exotisches Neuland. Dovedan müsste mit 32 Jahren auch nicht mehr zwingend auf den nächsten grossen Karriereschritt warten. Regelmässige Spielzeit in der Super League und die Möglichkeit, eine Führungsrolle einzunehmen, könnten durchaus gute Argumente sein.

FC Zürich - Jannik Vestergaard

Der FC Zürich hat bereits nach drei Spieltagen acht Gegentore kassiert. Spätestens nach dem 0:5 in Lugano dürfte deshalb niemand widersprechen, wenn über zusätzliche defensive Stabilität gesprochen wird. Und viel mehr defensive Erfahrung als Jannik Vestergaard findet man auf dem Markt der Vereinslosen kaum. Der 1,99 Meter grosse Innenverteidiger hat jahrelang auf höchstem Niveau gespielt. Hoffenheim, Werder Bremen, Borussia Mönchengladbach, Southampton und Leicester City stehen in seinem Lebenslauf.

Dazu kommen zahlreiche Länderspiele für Dänemark. Vestergaard würde dem FCZ genau das geben, was nach einem solchen Saisonstart wichtig wäre: Präsenz, Kopfballstärke und enorme Erfahrung im Abwehrzentrum. Mit 34 Jahren wäre der Däne selbstverständlich keine Investition in die Zukunft. Gerade deshalb könnte die Super League aber eine reizvolle Option sein. Beim FCZ könnte er sofort eine Führungsrolle übernehmen und müsste nicht mehr jede Woche dem Tempo der Premier League standhalten.

Lausanne-Sport - Hicham Mahou

Manchmal ist der logischste Transfer eine Rückkehr. Hicham Mahou spielte bereits in der Saison 2021/22 für Lausanne-Sport und gehörte dort regelmässig zum Stammpersonal. Anschliessend wechselte der französische Flügelspieler nach Lugano, wo er vier weitere Jahre Super-League-Erfahrung sammelte. Damit kennt Mahou die Liga inzwischen bestens. Für Lausanne wäre der 27-Jährige deshalb eine ausgesprochen risikoarme Verstärkung.

Er kennt den Verein, die Stadt und den Schweizer Fussball und könnte auf mehreren offensiven Positionen eingesetzt werden. Gleichzeitig befindet er sich in einem Alter, in dem er sportlich noch einige Jahre vor sich hat. Gerade nach mehreren Veränderungen im Lausanner Kader wäre ein Spieler, bei dem praktisch keine Eingewöhnungszeit notwendig wäre, durchaus attraktiv.

FC Thun - Josef Martínez

Josef Martínez kennt die Schweiz bestens. Bevor der Venezolaner in den USA zur MLS-Legende wurde, spielte er für die Young Boys und den FC Thun. Im Berner Oberland stand er in der Saison 2013/14 leihweise unter Vertrag. Danach nahm seine Karriere richtig Fahrt auf. Über Torino führte sein Weg zu Atlanta United, wo Martínez zum Superstar wurde. 2018 wurde er mit Atlanta MLS-Champion und MVP.

Mittlerweile ist Martínez 33 Jahre alt. Doch dass er noch immer weiss, wo das Tor steht, bewies er auch in seiner jüngeren MLS-Vergangenheit. Genau diese Erfahrung könnte für Thun interessant sein. Der Saisonstart hat schliesslich bereits beide Gesichter der Mannschaft gezeigt. Besonders das 0:6 gegen YB machte deutlich, dass es für Thun in dieser Spielzeit schwierige Momente geben wird. Nachdem man fast alle Scorer aus der vergangenen Meistersaison verloren hat, wäre ein erfahrener Stürmer, der aus wenigen Chancen Tore machen kann, Gold wert.

FC St.Gallen - Noah Loosli

Der FC St.Gallen ist gut aus den Startlöchern gekommen. Dennoch könnte aufgrund der aktuellen Defensivsituation ein ablösefreier Schweizer Innenverteidiger mit Bundesliga-Erfahrung für die Espen interessant sein. Noah Loosli bringt genau dieses Profil mit. Der 29-Jährige wurde bei GC ausgebildet und kennt die Super League durch seine langen Stationen bei Lausanne-Sport und den Grasshoppers hervorragend.

2023 wagte er den Schritt zum VfL Bochum und sammelte dort Erfahrung im deutschen Fussball. Für St.Gallen wäre Loosli deshalb kein Experiment. Er kennt die Liga, befindet sich im besten Innenverteidigeralter und könnte praktisch ohne Anpassungszeit eingesetzt werden.

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2026-08-11 16:10:05