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Basel bleibt trotz Zesiger-Transfer der Krösus der Super League

Die Rekord-Zugänge der Super League

Das Transferfenster schliesst in etwas mehr als einem Monat. Die Super-League-Klubs greifen wieder in die Taschen, um den eigenen Kader zu verstärken. Hier sind die Rekordtransfers aller zwölf Vereine der Historie. Die Liste zeigt, wo die Millionen aus der Super League landen.

12. FC Vaduz - Rivaldo/Moreno Costanzo

Nein, mit Rivaldo ist selbstverständlich nicht der brasilianische Weltmeister und frühere Weltfussballer gemeint. Der Vaduzer Rekordtransfer trägt zwar ebenfalls den Namen Rivaldo, vollständig heisst er jedoch Rivaldo Barbosa de Souza. Der brasilianische Defensivspieler wechselte im Sommer 2008 vom EC Bahia ins Fürstentum. Vaduz bezahlte gemäss Transfermarkt 300'000 Euro. Rivaldo kam während seiner einzigen Saison auf rund 19 Einsätze. Nachhaltig erfolgreich war das Engagement dementsprechend nicht: Der FC Vaduz stieg am Ende der Spielzeit aus der Super League ab und der Brasilianer verliess den Verein bereits wieder.

Moreno Costanzo ging ebenfalls für 300.000 Euro zu den Liechtensteinern. Sein Wechsel ist genau zehn Jahre her. Er kam damals von YB und hat sich mit guten Leistungen einen zweiten Frühling ermöglicht. Nachdem der Verein seinem Wunsch entsprach und den Restvertrag vorzeitig beendete, ging er ablösefrei zum FC Thun, der zu dieser Zeit nach Routiniers suchte.

11. FC Thun - Riccardo Braschi

Riccardo Braschi ist frisch von der Fiorentina gekommen und soll den FC Thun gemäss Transfermarkt rund 1 Million Euro gekostet haben. Bei der AC Fiorentina durchlief der 19-jährige Mittelstürmer den Nachwuchs und entwickelte sich in der vereinseigenen Primavera-Mannschaft zum absoluten Leistungsträger. In der vergangenen Saison glänzte der Stürmer dort mit einer beeindruckenden Quote und schoss sein Team im Playoff-Finale gegen Parma sogar zum Meistertitel. Seine starken Leistungen bescherten ihm zudem die ersten Einsätze im Profiteam der Violas in der Serie A.

10. FC Luzern - Aleksandar Stanković

Aleksandar Stanković kam im Sommer 2024 zunächst leihweise von Inter Mailand zum FC Luzern. Die Innerschweizer sicherten sich dabei eine Kaufoption, während sich Inter gleichzeitig ein Rückkaufsrecht einbauen liess. Nach einer starken Saison zog der FCL die Option und bezahlte gemäss Transfermarkt rund 1,6 Millionen Euro. Lange blieb der serbische Mittelfeldspieler allerdings nicht Eigentum der Luzerner: Inter machte von der Rückkaufmöglichkeit Gebrauch. Sportlich überzeugte Stanković und auch finanziell erwies sich das Geschäft für den FCL trotz seines kurzen Aufenthalts als lukrativ.

9. FC Zürich - Yassine Chikhaoui

Im Sommer 2007 holte der FC Zürich Yassine Chikhaoui für rund 1,9 Millionen Euro von Etoile Sportive du Sahel in die Schweiz. Der Tunesier gehörte zweifellos zu den talentiertesten Fussballern, die in diesem Jahrhundert das FCZ-Trikot trugen. Immer wieder wurde Chikhaoui allerdings von Verletzungen zurückgeworfen. In seinen acht Jahren beim FC Zürich absolvierte er dennoch 154 Pflichtspiele und erzielte 30 Tore. Sein gesamtes Potenzial konnte der technisch herausragende Offensivspieler zwar nie dauerhaft ausschöpfen, bei den Anhängern geniesst er aber bis heute einen besonderen Stellenwert.

8. FC Lausanne-Sport - Zeki Amdouni

Zeki Amdouni wechselte 2021 innerhalb der Stadt vom FC Stade-Lausanne-Ouchy zu Lausanne-Sport. Gemäss Transfermarkt investierte der LS rund 2,5 Millionen Euro in den damals 20-jährigen Angreifer. Nur ein Jahr später verliehen die Waadtländer Amdouni mit Kaufoption an den FC Basel. Dort setzte er seine Entwicklung fort, etablierte sich in der Schweizer Nationalmannschaft und wechselte später ins Ausland. Basel zog die vereinbarte Option, womit sich die Investition für Lausanne trotz des sportlich schwierigen Jahres als lohnend erwies.

7. FC St.Gallen - Aliou Baldé

Diesen Sommer überwies der FC St.Gallen laut Transfermarkt rund drei Millionen Euro an OGC Nizza, um Aliou Baldé in die Ostschweiz zu holen. Der 23-jährige Stürmer stand bereits seit dem Sommer 2025 auf Leihbasis für die Espen auf dem Platz und konnte dort das Management vollends überzeugen. Mit 15 Treffern in 42 Pflichtspielen sowie seiner enormen Antrittsstärke und Agilität im Flügelspiel avancierte der Nationalspieler Guineas rasch zu einem Schlüsselspieler im System des FCSG. Die St.Galler machten von ihrer Kaufoption Gebrauch und statteten Baldé mit einem festen Vertrag bis zum 30. Juni 2029 aus. Mit einer Ablöse im Bereich von 3 Millionen Euro setzt der Angreifer neue Massstäbe in der Transferhistorie der Grün-Weissen.

6. FC Lugano - Dereck Moncada

Dieses Jahr haben die Luganesi sich wortwörtlich selbst übertroffen. Vor diesem Transferfenster war Mattia Zanotti noch der teuerste Zugang der Vereinsgeschichte. Inzwischen hat ihn Dereck Moncada abgelöst. Der FC Lugano gab die Verpflichtung des honduranischen Flügelspielers im Mai 2026 bekannt. Die Ablöse betrug 3 Millionen Euro. Der junge Offensivspieler unterschrieb einen Vertrag bis zum Sommer 2031. Moncada bestritt trotz seines jungen Alters bereits knapp 40 Einsätze für Olimpia und bringt Erfahrungen aus der höchsten kolumbianischen Liga mit. Ob sich die Rekordinvestition auszahlen wird, lässt sich nach wenigen Wochen in der Schweiz naturgemäss noch nicht beurteilen. Am 2. Spieltag der angebrochenen Saison hat er gegen GC seinen ersten Super-League-Treffer erzielt.

5. Servette FC - Keigo Tsunemoto

Servette verpflichtete Keigo Tsunemoto im Sommer 2023 von den Kashima Antlers. Laut Transfermarkt belief sich die Ablöse des japanischen Rechtsverteidigers auf rund 3,6 Millionen Euro. Tsunemoto entwickelte sich in Genf schnell zu einer wichtigen Stammkraft. In zwei Jahren absolvierte er 83 Pflichtspiele, erzielte ein Tor und bereitete acht weitere Treffer vor. Im Sommer 2025 wechselte er schliesslich zum FC Basel. Auch wenn die ursprüngliche Investition beträchtlich war, lieferte der Japaner sportlich überzeugende Argumente.

4. FC Sion - Mattias Andersson

Deutlich weniger erfolgreich verlief der Rekordtransfer des FC Sion. Die Walliser holten Mattias Andersson 2019 von der zweiten Mannschaft von Juventus Turin. Transfermarkt führt für den schwedischen Innenverteidiger eine Ablöse von 4 Millionen Euro auf. Andersson konnte sich im Wallis jedoch nie durchsetzen. Verletzungen warfen ihn immer wieder zurück, sodass er gerade einmal drei Super-League-Partien für Sion bestritt. Im Januar 2022 verliess er den Verein endgültig und wechselte zum dänischen Randers FC. Gemessen an der Ablösesumme gehört dieser Transfer zu den grössten Missverständnissen der jüngeren Super-League-Geschichte.

3. Grasshopper Club Zürich - Richard Núñez

Bei Richard Núñez sieht die Bilanz komplett anders aus. Die Grasshoppers holten den Uruguayer während der Saison 2000/01 für umgerechnet rund 4,5 Millionen Euro vom Danubio FC. Schon wenige Monate später schoss Núñez GC mit einem Hattrick im entscheidenden Spiel gegen den FC St.Gallen zum Meistertitel. In den folgenden Jahren entwickelte er sich zum Publikumsliebling, Goalgetter und Meistermacher. Insgesamt erzielte er 85 Treffer in 127 Spielen für die Zürcher und wurde zweimal Torschützenkönig der Schweizer Liga. Núñez war enorm teuer, rechtfertigte die Investition aber mit Leistungen, Toren und Titeln. Er gilt deshalb bis heute als einer der besten Transfers der GC-Geschichte.

2. BSC Young Boys - Cédric Zesiger

Cédric Zesiger ist der neue Rekordtransfer der Young Boys. Der Innenverteidiger kehrte diesen Sommer vom FC Augsburg nach Bern zurück und unterschrieb einen Fünfjahresvertrag bis zum Sommer 2031. Medienberichten zufolge liess sich YB die Rückholaktion rund 5 Millionen Euro kosten. Damit löst Zesiger Kasim Adams ab, für den die Berner einst rund 4,5 Millionen Euro bezahlt hatten. Für den 28-Jährigen ist es bereits das zweite Engagement im Wankdorf.

Zwischen 2019 und 2023 absolvierte er über 100 Spiele für die Young Boys, gewann dreimal die Meisterschaft und zweimal den Schweizer Cup. Anschliessend wechselte er zunächst zum VfL Wolfsburg und später zum FC Augsburg. In der vergangenen Bundesliga-Saison kam er in 27 Partien zum Einsatz. YB investiert damit so viel wie noch nie zuvor in einen Spieler. Selbst die neue Rekordsumme entspricht allerdings nur knapp der Hälfte der 10,54 Millionen Euro, die beim FC Basel für Riccardo Calafiori geführt werden. Der Abstand zwischen Platz 1 und dem Rest der Liga bleibt somit weiterhin gewaltig.

Cedric Zesiger ist der teuerste Rückkehrer der Liga. Claudio De Capitani/freshfocus
Cédric Zesiger ist der teuerste Rückkehrer der Liga. (Quelle: Claudio De Capitani/freshfocus)

1. FC Basel - Riccardo Calafiori

Mit deutlichem Abstand an der Spitze steht weiterhin Riccardo Calafiori. Transfermarkt führt den Italiener beim FC Basel inzwischen mit einer Summe von 10,54 Millionen Euro. Diese Zahl darf allerdings nicht zwingend mit einer einfachen, bei der Verpflichtung vollständig bezahlten Ablöse gleichgesetzt werden. Bei Calafiori spielten verschiedene Weiterverkaufsbeteiligungen und nachträgliche Zahlungsmechanismen eine Rolle. Der Verteidiger kam 2022 von der AS Roma nach Basel und verliess den Verein bereits ein Jahr später in Richtung Bologna. In Italien gelang ihm der endgültige Durchbruch. Nach einer starken Saison wechselte Calafiori 2024 für rund 40 Millionen Euro plus mögliche Bonuszahlungen zum FC Arsenal. Basel hatte sich beim Verkauf an Bologna eine hohe Weiterverkaufsbeteiligung gesichert und profitierte dadurch nochmals massiv vom späteren Arsenal-Transfer. So wurde aus dem mit Abstand teuersten Zugang dieser Rangliste gleichzeitig eines der lukrativsten Geschäfte der jüngeren Schweizer Fussballgeschichte. Der FC Basel investierte auf dem Papier mehr als doppelt so viel wie jeder andere aktuelle Super-League-Klub und ging am Ende trotzdem als der grosse Gewinner hervor.

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2026-08-10 15:16:26