Die Super-League-Clubs haben in den vergangenen Jahren zahlreiche Topspieler hervorgebracht und mit deren Transfers Millionen verdient. Wir werfen einen Blick auf die bislang teuersten Abgänge jedes Vereins.
Bei seinem Jugendverein FC Basel konnte sich Pascal Schürpf nie dauerhaft durchsetzen. Für eine erfolgreiche Karriere in der Super League reichte es dennoch. Über Umwege landete der Flügelspieler in der Saison 2013/14 leihweise beim FC Vaduz. Dort war er mit zehn Toren und neun Assists einer der entscheidenden Faktoren für den Aufstieg in die Super League. Anschliessend verpflichteten ihn die Liechtensteiner definitiv. Mit sieben Treffern in der darauffolgenden Saison bestätigte Schürpf seine Leistungen und empfahl sich für den nächsten Karriereschritt. Dieser führte ihn zum FC Luzern. Die Innerschweizer bezahlten für den Offensivspieler rund 380'000 Euro Ablöse - eine Investition, die sich auszahlte. Schürpf entwickelte sich in Luzern zu einer festen Grösse und rechtfertigte das entgegengebrachte Vertrauen mit konstant starken Leistungen.
Der Rekordverkauf des FC Thun erfolgte im laufenden Transfersommer. Nach der sensationellen Meistersaison weckten zahlreiche Spieler das Interesse grösserer Vereine. Die höchste Ablösesumme brachte bislang Eigengewächs Franz-Ethan Meichtry ein. Der offensive Mittelfeldspieler gehörte zu den grossen Entdeckungen der vergangenen Saison und trug mit acht Toren und drei Assists massgeblich zum überraschenden Meistertitel bei. Die Leistungen des Schweizer U-21-Nationalspielers blieben auch im Ausland nicht unbemerkt. Mit dem dem Genoa CFC aus der Serie A sicherte sich schliesslich ein Traditionsverein seine Dienste. Nun wird sich zeigen, ob Meichtry auch in der höchsten italienischen Spielklasse auf Anhieb den nächsten Schritt machen und sich auf höchstem Niveau behaupten kann.
In der Saison 2021/22 spielte sich Zeki Amdouni mit zwölf Treffern ins Rampenlicht und in die Notizbücher des FC Basel. Die Bebbi sicherten sich den Schweizer Nationalspieler zunächst per Leihe vom FC Lausanne-Sport, inklusive Kaufoption. Mit einer Ablösesumme von vier Millionen Euro wurde Amdouni schliesslich zum teuersten Abgänger der Vereinsgeschichte Lausannes. Basel zog die Option und veräusserte den Offensivspieler nur 18 Tage später mit sattem Gewinn. Für stolze 18,6 Millionen Euro wechselte Amdouni zum Premier-League-Club FC Burnley.
Bei der TSG Hoffenheim setzte man im vergangenen Sommer verstärkt auf Schweizer Qualität. Neben Leon Avdullahu verpflichteten die Sinsheimer auch Albian Hajdari vom FC Lugano. Der Innenverteidiger etablierte sich in seiner ersten Saison rasch als Stammspieler und wurde zu einer festen Grösse in der Defensive. Seine starken Leistungen liessen auch seinen Marktwert deutlich ansteigen - der Wechsel nach Deutschland hat sich für den 22-Jährigen definitiv ausbezahlt. Entsprechend zufrieden zeigt sich auch die TSG Hoffenheim, die den Vertrag mit Hajdari vorzeitig bis 2031 verlängerte.
Vom einstigen Torjäger zur Randfigur im europäischen Fussball: Munas Dabbur, Torschützenkönig der Super-League-Saison 2015/16, ist mittlerweile weitgehend von der europäischen Bühne verschwunden. In seiner Zeit bei den Grasshoppers traf der Israeli beeindruckende 56 Mal und steuerte zusätzlich 28 Assists bei. Leistungen, die ihm einen Transfer für fünf Millionen Euro zu RB Salzburg einbrachten. Nach weiteren Stationen in Deutschland und Spanien ist der mittlerweile 33-jährige Stürmer heute in den Vereinigten Arabischen Emiraten aktiv.
Das internationale Transferkarussell hat in den vergangenen Jahren immer extremere Ausmasse angenommen. Ein gutes Beispiel dafür ist der Wechsel von Andrej Vasovic. Das Eigengewächs des FC Luzern schaffte in der vergangenen Saison den Sprung in die erste Mannschaft und stellte sein grosses Potenzial mit sechs Toren und einem Assist unter Beweis. Obwohl der 18-Jährige erst wenige Einsätze auf Profi-Niveau vorzuweisen hatte, griff der belgische Meister Club Brügge tief in die Tasche und bezahlte rund 7,45 Millionen Euro für den Offensivspieler.
Die Belgier haben mit Spielern aus Luzern zuletzt hervorragende Erfahrungen gemacht. Ardon Jashari entwickelte sich nach seinem Wechsel zu einem internationalen Topspieler, auch Aleksandar Stankovic machte in Brügge den nächsten Karriereschritt. Nun hoffen Verein und Spieler, dass Vasovic einen ähnlichen Weg einschlagen wird.
Von Genf aus nahm 1992 eine grosse Fussballkarriere ihren Anfang. Der brasilianische Mittelstürmer Sonny Anderson wechselte damals zum Servette FC und hinterliess rasch einen bleibenden Eindruck. In der Saison 1993/94, als Servette den Meistertitel feierte, traf der Topscorer der Vorsaison bereits in der Hinrunde elfmal und spielte sich damit ins Visier europäischer Topklubs. Nach einer Leihe zu Olympique Marseille griff schliesslich der AS Monaco tief in die Tasche und überwies 8,25 Millionen Euro in die Calvinstadt. Für Servette war es ein Rekordtransfer, für Anderson der Startschuss zu einer glänzenden Karriere. In den folgenden Jahren stürmte er unter anderem für den FC Barcelona, Olympique Lyon und den FC Villarreal, und gewann dabei zweimal die spanische sowie dreimal die französische Meisterschaft.
Mittlerweile hat Ricardo Rodriguez 144 Länderspiele für die Schweiz bestritten und auch mit 33 Jahren ist der zuverlässige Linksverteidiger aus Murat Yakins Aufgebot kaum wegzudenken. Der Schweizer Fussballer des Jahres 2014 durchlief einst sämtliche Juniorenstufen beim FC Zürich und entwickelte sich dort rasch zum unumstrittenen Stammspieler. 2012 folgte der nächste Karriereschritt: Für 8,5 Millionen Euro wechselte "Rici" in die Bundesliga zum VfL Wolfsburg. Dort prägte er über fünf Jahre hinweg das Team, ehe er 2017, nach dem Gewinn des DFB-Pokals und des Supercups, für 15 Millionen Euro zur AC Milan weiterzog.
Willem Geubbels verliess den FC St.Gallen im vergangenen Sommer für eine Ablösesumme von rund neun Millionen Euro und kehrte zu Paris FC in seine französische Heimat zurück. Nach seiner starken Zeit bei den Espen, in der er in 95 Pflichtspielen 30 Tore und acht Assists verbuchte, verlief die erste Saison in der Ligue 1 allerdings nicht ganz nach Wunsch. Zwar erzielte der Stürmer in 24 Meisterschaftsspielen fünf Tore, meist musste er sich jedoch mit der Rolle des Jokers begnügen. Dennoch scheint sein Potenzial weiterhin hoch eingeschätzt zu werden. Mittlerweile ist bereits der nächste Wechsel perfekt: Geubbels schliesst sich dem italienischen Serie-A-Club US Lecce an. Dort will der Franzose seiner Karriere neuen Schwung verleihen und wieder regelmässig als Stammspieler auflaufen.
Matheus Cunha zählt zweifellos zu den talentiertesten Spielern, die je in der Super League aufgelaufen sind. Der brasilianische Offensivspieler hinterliess während seiner kurzen Zeit beim FC Sion einen bleibenden Eindruck. In nur einer Saison erzielte er zehn Tore und bereitete acht weitere Treffer vor - Leistungen, mit denen er sich schnell in den Fokus internationaler Topclubs spielte.
Auch nach seinem Abschied aus dem Wallis setzte Cunha seine beeindruckende Entwicklung fort. Über Stationen bei Hertha BSC, Atlético Madrid und Wolverhampton Wanderers wechselte er vor der vergangenen Saison für rund 74,2 Millionen Euro zu Manchester United. Von diesem Millionen-Transfer profitierte auch der FC Sion: Dank der FIFA-Ausbildungsentschädigung flossen rund 370'000 Euro in die Kasse des Walliser Traditionsvereins.
Fabian Rieder feierte mit dem BSC Young Boys drei Meistertitel und einen Cupsieg, Erfolge, die seine beeindruckende Entwicklung vom YB-Eigengewächs zum Schlüsselspieler unterstrichen. Das grosse Potenzial des Offensivspielers blieb auch im Ausland nicht unbemerkt. 2023 sicherte sich Stade Rennes seine Dienste und zahlte 15 Millionen Euro Ablöse, ein Rekordtransfer für die Berner. Doch der Wechsel in die Ligue 1 verlief nicht wie erhofft. Rieder wurde bereits nach einer Saison an den VfB Stuttgart ausgeliehen, wo er mit dem Team zwar den DFB-Pokal gewinnen konnte, aber nur begrenzt Spielpraxis erhielt. Inzwischen läuft der 24-Jährige für den FC Augsburg auf.
Die Krone des bislang teuersten Transfers aus der Super League trägt der amtierende Meister FC Basel. Schon in jungen Jahren zeigte Breel Embolo als Basler Eigengewächs, dass er das Potenzial für eine grosse Karriere besitzt. Mit dem FCB sicherte sich der Mittelstürmer gleich dreimal den Schweizer Meistertitel, bevor er den nächsten Schritt wagte. Für eine Ablösesumme von 26,5 Millionen Euro wechselte Embolo damals zum Bundesliga-Traditionsclub Schalke 04. Heute spielt der 28-Jährige bei Stade Rennes und hat bisher 92 Einsätze für die Schweizer Nationalmannschaft absolviert.
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