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Auch ohne ganz grossen Jubel ist der Blick nach vorn für die St.Galler und Thuner vielversprechend

Playoffs und gar noch mehr

Während der FC Sion und der FC Lugano auf der internationalen Bühne ihre Pflichtaufgaben erledigten, durften der FC Thun und der FC St.Gallen relativ lange auf einen grossen Coup hoffen. Der Start in die Europacup-Kampagnen stimmt positiv.

Bereits Ende Juli herrscht Klarheit darüber, dass 2026/27 erneut kein Schweizer Team an der Ligaphase der UEFA Champions League teilnehmen wird. Es ist natürlich eine enttäuschende Situation. Gleichwohl hat das Schweizer Quartett in der zweiten Qualifikationsrunde des Europacups einen starken Eindruck hinterlassen. Allen voran der Meister aus Thun, dessen Traum von der Königsklasse in der Verlängerung in Zagreb geplatzt ist.

Dass die Thuner das Rückspiel in Unterzahl aus der Hand gegeben haben, schmerzt umso mehr, als sie mit Kauno Zalgiris in der dritten Qualifikationsrunde eine definitiv überwindbare Hürde vorgesetzt bekommen hätten. Jetzt peilen die Berner Oberland die Europa League an. Im nächsten Duell mit Vikingur Reykjavik ist der Schweizer Meister sicherlich zu favorisieren. Ein Sieg würde zumindest schon einmal die Ligaphase der Conference League sichern.

Der Wendepunkt im Rückspiel: Marco Bürki wurde des Feldes verwiesen, danach gab Thun die 2:0-Führung aus der Hand. (Igor Kralj/Pixsell/freshfocus)

Für den Einzug in die Ligaphase der Europa League müsste in den Playoffs wohl ein grosser Gegner aus dem Weg geräumt werden. Es ist nämlich die einzige Runde, in der die Berner Oberländer nicht ausschliesslich auf andere Landesmeister treffen. Im Topf der gesetzten Teams landen in diesem Fall ausschliesslich Gewinner der dritten Qualifikationsrunde. Auch in dieser Runde gäbe es mögliche Aufgaben, die auf dem Papier einfacher erscheinen, als es zuletzt Dinamo Zagreb war. Gleichwohl wäre ein Einzug in die Europa League gemäss dem aktuellen Stand eher überraschend.

Die möglichen Gegner des FC Thun in den Playoffs der Europa League

Selbst wenn die Mannschaft von Gian-Luca Privitelli gegen den isländischen Meister den Kürzeren ziehen würde, hätte sie mit den Playoffs der Conference League noch einen Rettungsschirm auf Lager. Dort wäre ein Duell mit einem anderen Landesmeister sicher. Auch über diesen Weg scheint ein Einzug in die Ligaphase des dritthöchsten UEFA-Clubwettbewerbs realistisch.

Die möglichen Gegner des FC Thun in den Playoffs der Conference League

Verlierer aus der dritten Qualifikationsrunde zur Europa League werden in der Auflistung in Klammern gesetzt.

Zwei Schweizer landen im Topf der Gesetzten

Neben dem Schweizer Meister hat auch der Cupsieger einen starken Eindruck auf der internationalen Bühne hinterlassen. 135 Minuten konnten die Espen dem vermeintlich übermächtigen Benfica Lissabon Paroli bieten. Am Ende konnte der regelmässige Champions-League-Teilnehmer seine Klasse doch noch ausspielen und zog so schliesslich ungefährdet in die nächste Runde ein.

Speziell der Heimsieg gegen Benfica dürfte dem FC St.Gallen aber gezeigt haben, dass man im weiteren Verlauf der Qualifikation mit breiter Brust auftreten darf. Diesbezüglich ist das nächste Los, das moldauische Team Sheriff Tiraspol, ein Glücksfall. Zwar bringt der Gegner mehr internationale Erfahrung mit, gleichwohl wird der FC St.Gallen als Favorit in die Affiche steigen. Gleichzeitig hat der Koeffizient von Sheriff dafür gesorgt, dass die Ostschweizer bei der Playoff-Auslosung am kommenden Montag zu den gesetzten Teams gehören.

Neben dem FCSG ist auch der FC Lugano in diesem Topf gelandet. Die Bianconeri profitieren zudem vom Comeback vom NSI Runavik gegen das slowenische Team FC Koper. So reisen die Tessiner in der dritten Qualifikationsrunde zu einem deutlich schwächer einzustufenden Gegner auf die Färöer Inseln. Der Status als gesetztes Team ist aber nicht gleichbedeutend mit einer Garantie für eine einfache Aufgabe in den Playofffs. So ist Getafe im Topf der Ungesetzten gelandet. Theoretisch wäre für St.Gallen gar ein Wiedersehen mit Benfica möglich, falls die Portugiesen an den Hearts scheitern.

Mit dem FC Noah aus Armenien steht auch dem FC Sion in der nächsten Runde ein Gegner gegenüber, welchen die Walliser bezwingen sollten. In den Playoffs dürfte die Aufgabe dann aber richtig schwierig werden. So steigen neben den bereits im Wettbewerb engagierten Teams auch Atalanta Bergamo, der SC Freiburg, die AS Monaco oder Brighton & Hove Albion ein.

Gesetzte Teams Ungesetzte Teams
Atalanta Bergamo/ITA FC Getafe/ESP
Sporting Braga/POR oder FK Dinamo Minsk/BLR HNK Rijeka/CRO oder Tampereen Ilves/FIN
Ajax Amsterdam/NED oder Shelbourne FC/IRL CFR Cluj/ROM oder Tromso IL/NOR
SC Freiburg/GER HJK Helsinki/FIN oder FC Motherwell/SCO
AS Monaco FC Twente/NED oder DAC Dunajska Streda/SVK
FC Kopenhagen/DEN oder Debreceni VSC/HUN RFS Riga/LAT oder FK Jablonec/CZE
FC Midtjylland/DEN oder Bohemians Dublin/IRL SK Brann Bergen/NOR oder Apollon Limassol/CYP
Qarabag FK/AZE oder Dynamo Kiew/UKR  Zalgiris Vilnius/LAT oder Hajduk Split/CRO
KAA Gent/BEL oder IFK Göteborg/SWE (SL Benfica/POR oder Heart of Midlothian/SCO)
(PAOK Thessaloniki/GRE oder RSC Anderlecht/BEL) Shkendija Tetovo/MKD oder Hibernian Edinburgh/SCO
SK Rapid Wien/AUT oder Paide Linnameeskond/EST FC Noah/ARM oder FC Sion/SUI
Panathinaikos Athen/GRE oder ZSKA 1948 Sofia/BUL (Besiktas Istanbul/TUR oder FC Hradec Kalove/CZE)
(FC Salzburg/AUT oder Paphos FC/CYP) FK Austria Wien/AUT oder Beitar Jerusalem/ISR
Brigthon & Hove Albion Hapoel Tel Aviv/ISR oder GKS Katowice/POL
Rakow Czestochowa/POL oder Hammarby IF/SWE (Ferencvaros Budapest/HUN oder Gornik Zabrze/POL)
(Glasgow Rangers/SCO oder Jagiellonia Bialystok/POL) FC Vaduz/LIE oder Inter Turku/FIN
Partizan Belgrad/SRB oder Tobol Kostanay/KAZ Valur Reykjavik/ISL oder FC Nordsjaelland/DEN
FC Lugano/SUI oder NSI Runavik/FRO (Maccabi Tel Aviv/ISR oder ZSKA Sofia/BUL)
Sheriff Tiraspol/MDA oder FC St.Gallen 1879/SUI FK Auda/LAT oder Dinamo City/ALB

Eine genaue Prognose, wie vielen Schweizer Teams der Einzug in eine Ligaphase zuzutrauen ist, kann erst nach der Playoff-Auslosung abgegeben werden. Die ersten internationalen Auftritte und die Paarungen der dritten Qualifikationsrunde stimmen optimistisch, dass die Super League nicht auf das Worst-Case-Szenario, ohne Team in der Ligaphase, zusteuert. Die unerwarteten Punkte aus Thun und St.Gallen lassen die Schweiz auch in der UEFA-Fünfjahreswertung derzeit im Gleichschritt mit Zypern unterwegs sein. Allerdings haben die Zyprer mit AEK Larnaka bereits einen der vier Teilnehmer verloren.

Grundsätzlich wird ein Ranggewinn der Schweiz in der Fünfjahreswertung ein schwieriges Unterfangen. Realistisch geht es in dieser Spielzeit mehr darum, sich für die nächsten Saisons in eine gute Ausgangsposition zu bringen und einen kompletten Absturz zum Start in die kommende Kampagne zu verhindern. Im Sommer 2027 wird der Schweiz nämlich mit der Saison 2022/23 die derzeit stärkste Spielzeit aus der Wertung fallen. Dadurch würde die Schweiz zumindest gemäss dem aktuellen Stand auf Rang 21 zurückgereicht werden. Umso wichtiger wäre alleine schon eine erfolgreiche dritte Qualifikationsrunde für das gesamte Schweizer Quartett.

Die UEFA-Fünfjahreswertung gemäss dem Stand vom 31.07.2026. / Quelle: transfermarkt.de

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2026-08-01 06:39:49