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Jetzt erwischt es GC und ein zuletzt taumelnder Riese krönt sich 2027 zum Schweizer Meister

Die Saisonprognose

Am nächsten Wochenende beginnt die neue Super-League-Saison. Wir haben die Tabellenprognose gewagt und haben das Gefühl, es warten erneut komplzierte Zeiten in der Stadt Zürich.

12. Grasshopper Club Zürich

Die neuen Eigentümer sind bei GC am Ruder und haben zunächst einmal kräftig aufgeräumt. Alain Sutter musste gehen und auch der Vertrag mit dem Defensivspieler Sven Köhler wurde aufgelöst. Eine Woche vor dem Saisonstart ist der Grasshopper Club Zürich noch überhaupt nicht bereit für den Startschuss. Nur ein externer Neuzugang konnte bislang vermeldet werden. Dazu ist mit den Leih-Abgängern Jonathan Asp Jensen und Lovro Zvonarek viel Qualität verloren gegangen. Des Weiteren spielen der erwähnte Köhler, Michael Frey und auch Dirk Abels nicht mehr für den GCZ. Mouhamed El Bachir Ngom wurde ebenfalls verkauft.

Bis auf die Torhüterposition, auf der GC mit Marvin Hübel und Justin Hammel gut aufgestellt ist, ist der Kader eine einzige Baustelle. Die Transfers werden also spät erfolgen, und dabei könnten sich die Grasshoppers schon einen entscheidenden Nachteil einhandeln. Nach drei Barragen in Folge ist beim Rekordmeister wahrlich keine Besserung in Sicht. Wir gehen davon aus, dass erneut ein Verein aus dem Kanton Zürich den Gang in die zweite Liga antreten wird.

11. FC Vaduz

Ein Aufsteiger hat es nie leicht. In Saisonprognosen wird dem Neuling oft wenig Kredit gegeben, gelegentlich auch zu Unrecht, wie der FC Thun hinlänglich bewiesen hat. Beim FC Vaduz deutet sich ein ähnlich heroisches Märchen allerdings nicht an. Ein Neuzugang mit Wow-Effekt, wie es Thun mit Kastriot Imeris Verpflichtung gelang, fehlt den Vaduzern noch. Es wurden entweder Routiniers verpflichtet, die ihre beste Zeit hinter sich haben, oder junge Spieler, deren Super-League-Tauglichkeit noch nicht erwiesen ist. Einige Transfers werden wohl ihren Zweck erfüllen, bei anderen wird die Wette nicht aufgehen. Unter dem Strich wird es ein harter Kampf über 38 Runden. Erst in der Barrage wird sich zeigen, ob die Liechtensteiner eine zweite Super-League-Saison anhängen können.

10. FC Zürich

Wer als Königstransfer bis zum Saisonstart Kevin Spadanuda präsentiert, kann nicht ernsthaft nach einer verkorksten Saison die europäischen Plätze angreifen wollen.Mit Marcel Koller haben die Zürcher einen erfahrenen Trainer verpflichtet, der das Maximum aus diesem Team herauszukitzeln vermag. Wir sehen mit dem aktuellen Spielermaterial aber den zehnten Platz als dieses Maximum. Mit Cheveyo Tsawa hat der FCZ im defensiven Mittelfeld - dem Herzstück des Teams - enorm viel Qualität verloren. Das wird Zürich zu spüren bekommen. Um Aufbruchsstimmung verbreiten zu können, müsste ein grosser Transfer gemacht werden. Ein Name, der immer wieder herumgeistert, ist jener von Ricardo Rodriguez. Käme der Nationalspieler zurück, wäre es ein Anfang, der die Fans vielleicht von der Championship Group träumen lassen könnte.

9. FC Thun

In der letzten Saison ist der FC Thun sensationell Schweizer Meister geworden. Das Team hat vom Zusammenhalt gelebt. Dazu war die individuelle Klasse höher als bei vergangenen Aufsteigern. Mit den Abgängen von Elmin Rastoder, Leonardo Bertone und Ethan Meichtry haben die Berner Oberländer viel Klasse eingebüsst. Dazu hat auch Meistertrainer Mauro Lustrinelli den Verein verlassen.

Nach der letzten Saison gab es die grossen Feierlichkeiten.

All diese Faktoren schlagen sich in einer eher düsteren Saisonprognose für die Berner Oberländer nieder. Wir glauben daran, dass nun eher Abstiegskampf angesagt ist. Trotzdem werden die Thuner nicht ganz hinten reinrutschen, da andere Teams noch mehr schwächeln. Sollten wir den FC Thun erneut deutlich unterschätzen, dürfte das dem Verein und seinen Anhängern aber noch so recht sein. Eine Titelverteidigung würde dann doch arg überraschen, aber das ist wohl auch kaum die Ambition der Verantwortlichen beim FC Thun.

8. FC Lausanne-Sport

Der FC Lausanne-Sport ist einer von wahrscheinlich zehn Vereinen in der Super League, die die Ambition besitzen, in die Championship Group zu kommen. Wir gehen davon aus, dass es in der kommenden Saison den Westschweizern erneut nicht gelingen wird. Den grossen Sprung nach vorn sehen wir nicht. Einen Transfer haben die Westschweizer noch nicht getätigt. Ob das Personal im Verein gut genug ist, um besser zu performen, muss sich zeigen. Zumindest haben die Lausanner das Argument eines eingespielten Teams auf ihrer Seite. Das dürfte zum Saisonauftakt helfen. Mit dem Abstieg werden die Westschweizer aber nichts zu tun haben.

7. FC Sion

Der grösste Coup ist dem FC Sion mit der definitiven Übernahme von Winsley Boteli gelungen. Ansonsten setzen die Walliser bislang auf Kontinuität. Das hat nach dem Aufstieg gut funktioniert und dürfte auch nach der starken Vorsaison wieder zu einer Mittelfeldplatzierung genügen. Es gibt aber zwei Gründe, die uns glauben lassen, dass es heuer knapp nicht für die Championship Group reichen wird. Zum einen ist da die Konkurrenz: Wir glauben nicht, dass Servette erneut eine solch schlechte Saison einziehen wird und daher die Walliser überholt. Zum anderen ist die Doppelbelastung ein Thema. Mit ein wenig Losglück werden die Sittener bis Ende August im Drei-Tage-Rhythmus spielen. Das könnte auf die lange Frist die entscheidenden Körner kosten.

6. FC Luzern

Der FC Luzern war bis vor Kurzem so etwas wie der heimliche Transfersieger. Mit Leonardo Bertone und Loic Lüthi und auch Aurelio Oehlers haben die Innerschweizer spannende Neuzugänge an Bord holen können. Greifen die Zahnrädchen ineinander, kann man auch mit dem noch Super-League-unerfahrenen Trainer Udo Portmann die internationalen Plätze angreifen. Allerdings gibt es eine Position, die uns daran zweifeln lässt, ob der FCL das grosse Überraschungsteam der Saison wird. Nach dem Abgang von Pascal Loretz ist Luzern im Tor ungenügend besetzt. Auch der dritte Torhüter von Eintracht Frankfurt, der nun im Probetraining der Leuchtenstädter weilt, überzeugt uns nicht restlos. Wir rechnen mit einer stabilen Saison der Luzerner, die sie auf Platz sechs führen wird.

5. Servette FC

Die Rückrunde des Servette FC war richtig stark. Es war am Ende aber nicht viel wert, da die Genfer nach einem katastrophalen Saisonstart tief im Tabellenkeller sassen. Die Auferstehung der Grenats bekam daher in der Deutschschweiz kaum jemand mit. Hinsichtlich der nächsten Saison war es aber ein grosser Mutmacher. Wir gehen davon aus, dass die Genfer diesen Schwung mitnehmen können. Junior Kadile überzeugte mit überragenden Scorerwerten in der Rückrunde und dürfte einer der grossen Trümpfe im Kampf um Europa werden. Am Ende sehen wir aber vier andere Mannschaften noch vor den Genfern, die zumindest ihre Rückkehr in die Championship Group feiern dürfen.

4. FC Basel

Zwischen Platz eins und acht erscheint beim FC Basel alles möglich. Das Team wurde in diesem Sommer nach der enttäuschenden Vorsaison ordentlich umgebaut. Am Ende wird der Erfolg zum einen von der Qualität der Neuzugänge, zum anderen aber auch davon abhängen, wie schnell sich die Mannschaft findet. Dazu gilt es auch, Stephan Lichtsteiner auf der Trainerposition mit einem Fragezeichen zu versehen. Wie gut schlägt sich der langjährige Nati-Captain auf der Trainerbank, wenn er eine ganze Vorbereitung mit seinem Team absolvieren konnte?

Bei unserer Prognose wählen wir mit dem FCB den sicheren Weg. Ein vierter Rang erscheint realistisch, auch wenn der Saisonstart etwas in die Binsen geht und sich das Team erst noch finden muss. Einige Transfers wie Zan Celar, Ludwig Malachowski oder auch Kazeem Olaigbe bringen sicherlich Qualität mit. Es ist am Ende wohl zu viel Qualität, um die europäischen Plätze erneut zu verpassen, wenn sich einer der Topvereine den Cuptitel sichert.

3. FC St.Gallen

Auch in der nächsten Saison wird der FC St.Gallen eine grosse Rolle spielen können. Die Ostschweizer haben nur einen gewichtigen Abgang mit Alessandro Vogt zu verkraften. Der Stürmer wurde durch Andrin Hunziker ersetzt und ansonsten besteht das Team noch aus allen Leistungsträgern der Vorsaison. Das Team ist eingespielt und der Cupsieg dürfte die Mannschaft nur noch hungriger machen. In unserer Prognose gehen wir davon aus, dass es am Ende nicht zum ganz grossen Wurf reicht. Es könnte auch die Doppelbelastung zu einem Problem werden, wenn sich die Ostschweizer noch für eine Ligaphase qualifizieren würden.

2. FC Lugano

Wie der FC St.Gallen kann auch der FC Lugano auf ein ähnliches Team wie im Vorjahr zählen. Gewichtige Abgänge gab es bislang noch nicht. Die jahrelange Nummer eins, Amir Saipi, war ohnehin nur noch der Backup von David von Ballmoos und der Abgang konnte mit Felix Gebhardt adäquat ersetzt werden. Hätte Lugano in der Vorsaison den Start nicht verschlafen, wäre womöglich mehr dringelegen. Verpasstes könnte nun nachgeholt werden. Die Tessiner werden beflügelt vom neuen Stadion zum ganz heissen Meisterschaftsanwärter. Unserer Ansicht nach reicht es am Ende nur knapp nicht zum ersten Meistertitel seit 1949.

1. BSC Young Boys

Das grosse Problem der Berner Young Boys war in der letzten Saison die Abwehr. Während der Angriff beinahe meisterlich performte, kassierte YB entschieden zu viele Gegentore. Gerardo Seoane ist in seiner Karriere nicht als Trainer mit den besten Defensivwerten bekannt, doch wenn der Coach nach den Neuzugängen mit Cedric Zesiger und Isaac Schmidt den Abwehrriegel noch immer nicht in den Griff kriegt, ist ihm auch nicht mehr weiterzuhelfen.

Wir gehen davon aus, dass die Young Boys dank der Neuzugänge ihre Defensive in den Griff kriegen werden. Dazu dürfte Samuel Essende seine Aufwärtstendenz der letzten Runden aufrechterhalten können. Das reicht in einer ausgeglichenen Super League aus, damit sich die Berner den ersehnten Meistertitel wieder zurückholen.

Brack Super League BSC Young Boys FC Basel 1893 FC Lausanne-Sport FC Lugano FC Luzern FC Sion FC St.Gallen 1879 FC Thun Berner Oberland FC Vaduz FC Zürich Fussball Grasshopper Club Zürich Michel Schuler Servette FC

2026-07-18 20:40:48