Die Super League ist eine Ausbildungsliga. So drängen sich Saison für Saison immer wieder junge Spieler ins Rampenlicht. Wir haben vor dem Saisonstart zwölf Akteure mit mindestens Jahrgang 2006 herausgepickt, die in der nächsten Saison begeistern könnten.
Der Aufsteiger hat sich in diesem Sommer gleich mehrfach in der Offensive verstärkt. Neben einigen fixen Neuzugängen sind auch drei Leihspieler zum Team gestossen. Einer dieser temporären Verstärkungen ist der 20-jährige Lutfi Dalipi. Der Nachwuchsspieler des BSC Young Boys soll im Fürstentum Liechtenstein Super-League-Luft schnuppern. Der Schweizer U-20-Internationale dürfte mit seiner Kreativität ein belebendes Element in der Offensive des FC Vaduz werden. In der Saisonschlussphase der vergangenen Saison bestritt Dalipi als Leihspieler neun Einsätze für den FC Wil.
Peter Zeidler wird beim Grasshopper Club Zürich mit diversen jungen Spielern zusammenarbeiten, entsprechend gross ist die Liste der Kandidaten für diesen Artikel. Ein Beispiel dafür wäre Mittelfeldspieler Dominik Papic, der jüngst seinen ersten Profivertrag unterzeichnet hat. Wir haben uns derweil für einen anderen Mittelfeldspieler entschieden. Leart Kabashi nutzte die ersten beiden Testspiele, um sich mit drei Toren definitiv in den Fokus zu drängen. Der 18-Jährige hat bereits am 22. Februar 2025 bei den Profis debütiert. Aus den bisher sechs Einsätzen in der Super League dürften deutlich mehr werden.
Durch den Abgang von Cheveyo Tsawa ist eine Lücke im Mittelfeld des FC Zürich entstanden. Es ist denkbar, dass sich der FCZ auf dieser Position noch mit einem externen Spieler verstärken könnte. Aus dem eigenen Nachwuchs bringt Cosimo Fiorini das Potenzial mit, regelmässiger zum Einsatz zu kommen. 2022 stiess der Italiener aus dem Nachwuchs der ACF Fiorentina zur U 18 des FC Zürich. In der vorletzten Saison bestritt Fiorini die ersten vier Einsätze bei den Profis. In der vergangenen Spielzeit ergab sich keine Einsatzmöglichkeit, das könnte sich unter Neo-Trainer Marcel Koller ändern.
Während bislang drei hierzulande ausgebildete Jungspunde aufgezählt wurden, finden in diesem Artikel auch aus dem Ausland verpflichtete Spieler einen Platz, welche die Alterskriterien erfüllen. Entsprechend sind die Anforderungen an diese Spieler natürlich anders. Beispielsweise im Falle von Omar Janneh, der im vergangenen Winter für die Ablösesumme von zwei Millionen Euro von Atletico Madrid zu den Waadtländern stiess. In der Rückrunde erzielte der junge Spanier in 20 Einsätzen für den FC Lausanne-Sport neun Tore. Damit hat der 19-Jährige sein Talent unter Beweis gestellt. Entwickelt er sich wunschgemäss weiter, wird er ein Kandidat für einen ganz grossen Transfer.

Der Servette FC hat in diesem Sommer 2.3 Millionen Euro in eine neue Offensivkraft investiert. Der 20-jährige Franzose Mathis Lambourde bringt eine bewegte Vergangenheit mit. Nach einem tragischen Verkehrsunfall wurde der Youngster in Rennes wegen fahrlässiger Tötung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. In jenem Sommer zog Lambourde nach Italien zu Hellas Verona weiter. Dadurch hat er bereits Kurzeinsätze in der Ligue 1 und der Serie A vorzuweisen. Die vergangene Spielzeit bestritt er mit der AC Reggiana in der italienischen Serie B. Der Mittelstürmer bringt viel Talent mit. In Genf bietet sich ihm eine zweite Chance; das Rüstzeug für eine grosse Karriere brächte er mit.
Mit Sandro Wyss folgt gleich der dritte Stürmer en suite. Beim FC Luzern hat der nach der kürzlichen Vertragsverlängerung doch überraschende Abgang von Andrej Vasovic eine Lücke in der Offensive hinterlassen. Der Transfer nach Brügge hat die Luzerner sicherlich mit den notwendigen Mitteln ausgestattet, um auf dieser Position für Verstärkung zu sorgen. Gleichzeitig werden die Karten natürlich neu gemischt. Mit Nando Toggenburger ist ein Leihspieler zum FCL zurückgekehrt, der mit den Hufen scharrt. Eine Neuordnung im Sturm ist auch eine Chance für Sandro Wyss. Der technisch versierte Schweizer U-19-Nationalspieler dürfte deutlich mehr Spielzeit bei den Profis erhalten als die 144 Minuten in der Vorsaison.
In einem Interview nach einem Spiel plapperte Dominik Pech seinen Verbleib in Bern aus. Der BSC Young Boys liess sich die definitive Übernahme des 19-jährigen Tschechen drei Millionen Euro kosten. Es ist ein klares Zeichen dafür, dass die Berner nach dem Umbruch in diesem Sommer fest mit Pech planen. 37 Einsätze bestritt der Mann mit der Rückennummer 13 in der vergangenen Spielzeit für die Young Boys, allerdings stand er nur in elf Partien in der Startelf. Der aus dem Nachwuchs von Slavia Prag stammende Mittelfeldspieler könnte sich im Team von Gerardo Seoane auch dank seiner Qualitäten mit dem Ball am Fuss zur Stammkraft entwickeln.
Weil bei Andrej Bacanin über einen möglichen Absprung nach Toulouse spekuliert wird, haben wir uns für einen anderen Youngster aus dem FCB-Kader entschieden. Der erst 18-jährige Stürmer Giacomo Koloto ist definitiv ein interessanter Spielertyp. Er bringt viel Tempo mit, womit er auch eine Option für die Aussenbahn sein kann. Gleichzeitig bringt er auch eine gewisse Strafraumpräsenz auf den Rasen. Zwar sind Andrin Hunziker und Djordje Jovanovic zum FC Basel zurückgekehrt, das ist allerdings keine Konkurrenz, gegen die sich der Schweizer U-Nationalspieler nicht auch für Spielzeit aufdrängen könnte. In seinen bislang 18 Einsätzen bei den Profis erzielte Koloto drei Tore.
Zum Abschluss folgen die vier Teams, die sich in der bevorstehenden Saison auf der internationalen Bühne präsentieren dürfen. Der FC Sion startet in der Qualifikation zur Conference League. Die internationalen Spiele könnten speziell für Winsley Boteli ein willkommenes Schaufenster werden. Der Stürmer ist in der vergangenen Saison auf Leihbasis von Borussia Mönchengladbach in die Schweiz zurückgekehrt. Dass Sion die Kaufoption in Höhe von 3.5 Millionen Euro beglichen hat, verdeutlicht, wie viel ihm zugetraut wird. Der 20-jährige Schweizer Offensivspieler machte sich in der vergangenen Saison vor allem als Joker einen Namen. Wahrscheinlich wird man Boteli künftig häufiger als Starter antreffen.
Dereck Moncada ist ein neues Gesicht in der Super League. Der honduranische Flügelspieler hat von Inter Bogota aus Kolumbien zum FC Lugano gewechselt, im Gegenzug sollen drei Millionen Euro nach Südamerika geflossen sein. Der 18-Jährige ist aber nicht nur ein Versprechen für die Zukunft, der Offensivmann könnte schon zum Saisonbeginn ein heisser Kandidat für einen Stammplatz sein. Bereits im November des vergangenen Jahres debütierte er in der A-Nationalmannschaft Honduras’. In Lugano hat Moncada einen langfristigen Vertrag bis zum Sommer 2031 unterzeichnet.
Wie schon in der Vorsaison werden beim FC St.Gallen abermals einige Spieler aus dem eigenen Nachwuchs das Vertrauen von Trainer Enrico Maassen geniessen. Im Sturm hat der Abgang von Alessandro Vogt eine Lücke hinterlassen. Es wird zwar sicherlich noch ein Neuzugang zu den Espen stossen, gleichwohl ist es auch eine Chance für die bisherigen Kaderspieler. Mit Nevio Scherrer und Diego Besio haben sich in der Vorsaison schon zwei Jungstürmer in der ersten Mannschaft präsentiert. Mit erst 18 Jahren ist Scherrer der Jüngere der beiden. Im November stürmte Scherrer an der U-17-Weltmeisterschaft und erzielte im Sechzehntelfinale ein Tor. Bei den Profis des FCSG feierte er in der 37. Runde beim 3:1-Sieg in Basel seine Torpremiere.

Beim FC Thun ist die Entscheidung zugunsten eines Namens ausgefallen, den Fans der Challenge League bereits bestens kennen. 60 Partien hat Dorian Derbaci für den FC Aarau bestritten. In diesem Sommer folgte dann mit dem Wechsel aus dem Aargau zum Schweizer Meister der grosse Schritt. Der 20-jährige Mittelfeldspieler muss wohl vorerst mit der Rolle des Jokers vorliebnehmen, gleichwohl bringt er vieles mit, um das Team der Thuner zu begeistern. Das Berner Oberland ist gleichzeitig ein Ort, an dem jungen Spielern viel Vertrauen geschenkt wird. Eine ideale Kombination für Derbaci, um einen grossen Entwicklungsschritt zu nehmen.
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