Die Super-League-Teams befinden sich mitten in der Saisonvorbereitung und damit in der Testspiel-Phase. Dabei sind noch längst nicht alle Baustellen vor dem Saisonstart behoben. Wir werfen einen Blick auf einige Herausforderungen für die Sportverantwortlichen.
Hinweis: Dies ist Teil 2 der grössten Baustellen der BSL-Teams. In diesem Artikel werden die Clubs angeschaut, welche in der vergangenen Saison den Sprung in die Championship Group schafften. Teil 1 findest du HIER.
Die Young Boys haben eine Saison zum Vergessen hinter sich. Mit Platz sechs blieben die Berner weit hinter den eigenen Ansprüchen zurück. In der neuen Spielzeit soll nun alles anders werden. Mit der Verpflichtung von Cedric Zesiger setzten die Berner bereits ein erstes Ausrufezeichen auf dem Transfermarkt, und mit Isaac Schmidt steht offenbar bereits der nächste Schweizer Nationalspieler vor einem Wechsel in die Hauptstadt.
Da die Berner in der kommenden Saison nicht international vertreten sind, fällt die Dreifachbelastung weg. Entsprechend dürfte der Kader in den kommenden Wochen noch verkleinert werden. Ein nicht unerheblicher Teil des Kaders dürfte deshalb den Verein noch verlassen. Die unklare Zukunft einiger Spieler kann sich auch auf die Vorbereitung auswirken. Entsprechend sind die Berner gut beraten, möglichst rasch Klarheit zu schaffen.
"Ich bin noch gelassen. Im Fussball hat man nie Sicherheit, entsprechend lasse ich mir auch alles offen. Es könnte auch sein, dass ich noch gehe. Im Fussball und im Leben ist alles möglich. Von dem her gibt es da nie Sicherheit." Mit diesen Aussagen sorgte Xherdan Shaqiri zum Trainingsauftakt des FC Basel für reichlich Gesprächsstoff. Gleichzeitig machte der ehemalige Nationalspieler deutlich, dass er weitere Verstärkungen erwartet: "Ich habe in Gesprächen gesagt, dass auch ich Spieler um mich herum brauche, die gut sind und Qualität haben."
Die Aussagen lassen darauf schliessen, dass Shaqiri mit der aktuellen Kadersituation nicht restlos zufrieden ist. Durch den Abgang von Dominik Schmid zu Red Bull Salzburg hat der Schweizer Meister zudem einen weiteren Leistungsträger verloren. Entsprechend ist der Druck auf die sportliche Führung um Valentin Stocker gestiegen, den Kader zeitnah mit qualitativ hochwertigen Spielern zu verstärken.
Bleiben namhafte Neuzugänge aus, dürfte die Unruhe rund um den FC Basel kaum kleiner werden. Schliesslich hat Shaqiri unmissverständlich klargemacht, dass er auch in Zukunft von einer konkurrenzfähigen Mannschaft umgeben sein will.
Der FC Sion stellte in der vergangenen Saison die beste Defensive der Super League. Einen entscheidenden Anteil daran hatten das Innenverteidiger-Duo Jan Kronig und Kreshnik Hajrizi. Anfang Juli musste sich Hajrizi allerdings einer Adduktorenoperation unterziehen und fällt voraussichtlich rund drei Monate aus. Damit fehlt der Mannschaft von Didier Tholot in der wichtigen Startphase der neuen Saison einer ihrer absoluten Schlüsselspieler. Mit Noé Sow und Ryan Kessler verfügt Sion zwar über zwei Alternativen für das Abwehrzentrum. Ob sie die Lücke, welche der kosovarische Nationalspieler hinterlässt, jedoch gleichwertig schliessen können, muss sich erst noch zeigen.
Beim Testspiel zwischen dem FC Lugano und Viktoria Pilsen im vergangenen Januar ging Kevin Behrens auf seinen Sturmkollegen Georgios Koutsias los, stiess ihn zu Boden und beleidigte ihn mehrfach. Der ehemalige deutsche Nationalspieler entschuldigte sich daraufhin öffentlich. Im Verlauf der Rückrunde wurde unter anderem durch verweigerte Handschläge deutlich, dass der Disput zwischen den beiden offenbar noch nicht vollständig beigelegt ist. Ein öffentlich ausgetragener Konflikt zwischen zwei potenziellen Stammspielern ist für das Mannschaftsgefüge kaum förderlich.
Koutsias wurde in den vergangenen Monaten immer wieder mit einem Wechsel in Verbindung gebracht. Sollte der Grieche den FC Lugano tatsächlich verlassen, wäre zumindest eine mögliche Unruhequelle innerhalb der Mannschaft beseitigt.
Die Espen haben eine der erfolgreichsten Saisons ihrer Vereinsgeschichte hinter sich. Mit der Vizemeisterschaft und dem Cupsieg löste die Mannschaft von Enrico Maassen eine grosse Euphorie in der gesamten Ostschweiz aus. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an die neue Spielzeit.
Allerdings müssen die St.Galler den Abgang von Alessandro Vogt verkraften. Mit 21 Pflichtspieltreffern war der U-21-Nationalspieler der treffsicherste Angreifer der Espen und hinterlässt eine grosse Lücke im Offensivspiel. Mit Diego Besio und Nevio Scherrer stehen zwar zwei Eigengewächse bereit, um mehr Verantwortung zu übernehmen. Zu erwarten, dass sie Vogts Torproduktion unmittelbar auffangen können, wäre jedoch vermessen. Entsprechend dürften sich die St.Galler auf dem Transfermarkt nach einem erfahrenen Stürmer umsehen, der die Lücke im Angriff schliessen kann.
Mit den Abgängen von Elmin Rastoder, Kastriot Imeri, Franz-Ethan Meichtry und Leonardo Bertone verlieren die Berner Oberländer auf einen Schlag 59 Scorerpunkte. Den Verantwortlichen war bewusst, dass nach dem überraschenden Meistertitel ein personeller Umbruch bevorstehen würde. Die Qualität dieser Abgänge gleichwertig zu ersetzen, dürfte sich allerdings als äusserst anspruchsvoll erweisen.
In den Testspielen liess der FC Thun jedoch bereits erkennen, dass auch in der kommenden Saison mit ihm zu rechnen sein wird. Gleichzeitig ist klar, dass der Kader noch Verstärkungen benötigt. Aufgrund der drei Qualifikationsrunden für den europäischen Wettbewerb wartet bereits zu Saisonbeginn ein dichtes und kräftezehrendes Programm, das mehr Kadertiefe erfordert.
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