Wir blicken auf Schweizer Fussballgeschichte zurück. Seit 2009 haben es viele Schweizer mit einem Sprung in die Top-5-Liga versucht. Wir blicken darauf zurück und analysieren, wer mit seinem ersten Auslandstransfer erfolgt hatte.
Wir haben uns bei dieser Auflistung auf jene Schweizer reduziert, die zum ersten Mal ins Ausland gewechselt sind. Die Spieler in Klammern sind jene Spieler, die in der Schweiz ausgebildet wurden, sich dann allerdings für eine andere Nation entschieden haben. Zudem gibt es gar einige Spieler, die den Schritt aus der Challenge League in eine Top-5-Liga gefunden haben. Diese sind mit einem Stern markiert.
Wir beginnen im Sommer 2009, also jenem Jahr, in dem die U-17-Nationalmannschaft sensationell Weltmeister wurde. So ist dann auch Haris Seferovic in dieser Liste, der kurz danach in Italien unterschrieb, allerdings erst über Umwege zum Erfolg kam. Der einzige wirkliche starke Abgänger in dieser Saison war Eren Derdiyok, der in Leverkusen für einige Jahre für Furore sorgte und mit einem Traumtor gegen Benaglios Wolfsburg weltweiten Ruhm erlangte.
Nur wenig später suchten mit Pajtim Kasami und Nassim Ben Khalifa zwei weitere U17-Weltmeister den Weg ins Ausland. Für beide kam dieser Schritt allerdings noch zu früh, sodass auch sie zuerst in die Schweiz oder zu kleineren Vereinen mussten, um dort den nächsten Anlauf zu starten.
Mit Ricardo Rodriguez suchte auch eineinhalb Jahre nach dem Triumph ein vierter Weltmeister die Herausforderung Bundesliga. Er hatte dabei deutlich mehr Erfolg als seine Vorgänger und setzte sich durch. Auch Timm Klose machte mit seinem Wechsel alles richtig und wechselte zwei Jahre später ebenfalls nach Wolfsburg. Ein Halb-Schweizer setzte sich mit Senad Lulic in Rom durch und wurde bei Lazio zur Legende.
Bis auf Ricardo Rodriguez, der nun wieder auf Vereinssuche ist, haben alle Spieler ihre Karriere mittlerweile beendet.
Mit Silvan Widmer und Kevin Mbabu haben wir hier zwei Nationalspieler, die aber etwas Anlaufzeit brauchten. Widmer überzeugte zwar später bei Udinese, machte aber wie Mbabu den Umweg über die Schweiz für den endgültigen Durchbruch. Bei Spiegel und Nikci funktionierte der Transfer ebenfalls nicht nach Wunsch.

Am erfolgreichsten war der Transfer von Granit Xhaka, der sich am Niederrhein schnell zu einem Schlüsselspieler mauserte und dort gar zum Captain wurde. Auch Xherdan Shaqiri bekommt einen Punkt, der sich beim FC Bayern München zwar nicht als gesetzter Stammspieler durchsetzen konnte, aber dennoch einiges an Spielzeit erhielt und auch die Champions League gewann. Angesichts der Konkurrenz mit Franck Ribery und Arjen Robben wäre es auch vermessen gewesen, von Shaqiri zu erwarten, einer der Bayern-Legenden zu verdrängen.
Ein Jahr, in dem weniger gelaufen ist. So wirklich konnte sich beim neuen Verein nur Josip Drmic durchsetzen. Für Nürnberg traf er wie am Laufmeter, konnte den Abstieg aber nicht verhindern und wechselte anschliessend zu Bayer Leverkusen.
Khelifi kam in der Bundesliga für Braunschweig nicht zum Zug. Daher zählt er nicht zu den erfolgreichen Abgängen. Nach dem Abstieg konnte sich der Flügelspieler bei den Niedersachsen aber durchsetzen und war mehrere Jahre ein gefragter Mann bei der Eintracht.
Unbestritten ist hier, dass die beiden Torhüter den perfekten Verein gefunden haben. Roman Bürki war ohne Zweifel die Nummer 1 und verdiente sich später dank starker Leistungen den Wechsel nach Dortmund. Yann Sommer war über Jahre bei Gladbach einer der besten Torhüter der Liga.
Einen halben Punkt gibt es für Valentin Stocker. In Berlin hatte er mit drei Toren und neun Assists eine starke erste Saison, musste danach aber immer häufiger auf der Bank Platz nehmen. Spielte der heutige FCB-Funktionär, konnte er aber meistens mit Scorerpunkten überzeugen.
Die ganzen Punkte sind hier schnell vergeben. Remo Freuler mauserte sich bei den Bergamasken zur Vereinslegende und zum Nati-Dauerbrenner, Nico Elvedi ist seit Jahren fester Bestandteil der Fohlen-Abwehr. Mit Berat Djimsiti hat sich ein weiterer Innenverteidiger mit FCZ-Vergangenheit beim gleichen Verein wie Freuler durchgesetzt.
Zusätzlich vergeben wir zwei halbe Punkte. Einer geht an Fabian Frei, der ähnlich wie Stocker eigentlich gut reingekommen ist, dann allerdings immer mehr Mühe bekundete und schlussendlich mit der Rückkehr nach Basel die Handbremse gezogen hatte. Der zweite halbe Punkt geht an den heute wohl erfolgreichsten dieser Spieler, an Fabian Schär. In Hoffenheim kam er nur in der ersten Saison wirklich zum Zug und erst über den Umweg La Coruna fand er in Newcastle zu seinem grossen Glück.
Gleich mehrere Spieler fanden in diesem Sommer den Weg in eine Top-Liga. Langfristig konnte sich Breel Embolo durchsetzen. Nach einer schwerwiegenden Verletzung endete sein Weg bei Königsblau, da er eine Luftveränderung nach seinem Comeback wollte. Er konnte sich aber viele Jahre in der Bundesliga halten und machte später in Gladbach weiter auf sich aufmerksam.
Auch Florent Hadergjonais Wechsel zu Ingolstadt entpuppte sich als richtiger Schritt. Bei Ingolstadt war er Stammspieler, stieg aber ab. Danach zog es den kosovarischen Nationalspieler zu Huddersfield auf die Insel. Unter dem Strich hat der 31-Jährige bis heute eine sehr solide Auslandskarriere hingelegt.
Eine 50-Prozent-Quote erreichten die Abgänger im Jahr 2017. Renato Steffen hat in Wolfsburg in vier Jahren 115 Partien absolviert. Er gehörte bis kurz vor seinem Abgang zum gefragten Personal in der Autostadt. Noch besser lief es bei Akanji, der nach Dortmund gar zum grossen Manchester City wechseln konnte. Auch Denis Zakaria hatte eine hervorragende Phase in Deutschland, war der Star der Mannschaft und verdiente sich so Wechsel zu Juventus und Chelsea, die leider beide nicht aufgingen. Mitterweile ist er in Monaco glücklich geworden.
Michael Lang war der einzige Schweizer, der in dieser Saison den Schritt in eine Top-5-Liga wagte. Nachdem er zu Beginn noch spielte, setzte der damalige Trainer Marco Rose aber immer mehr auf dessen Landsmann Stephan Lainer. Lang half dann auch Plan B in Bremen nicht langfristig weiter.
Auch wenn Dan Ndoye heute der grösste dieser drei Namen ist, verpasst er hier den Punkt. Der Wechsel aus der Challenge League von Lausanne nach Nizza kam deutlich zu früh, nach einem zweiten Anlauf in Basel startete er dann durch.
Deutlich besser waren da die Wechsel von Djibril Sow und Ruben Vargas. Beide waren bei ihren neuen Vereinen Stammspieler und wichtige Leistungsträger. Mittlerweile laufen die beiden gemeinsam in Sevilla auf.
Jordan Lotomba hatte in Nizza mehr Erfolg als zuvor Dan Ndoye. Er war lange unbestrittener Stammspieler, er flog hierzulande allerdings etwas unter dem Radar. Ähnlich sieht es bei Simon Sohm aus, der Parma jahrelang treu geblieben ist. Nun kickt er für Fiorentina in der Serie A. Jonas Omlin zeigte sein Können in der französischen Liga und verdiente sich so den Platz als Nachfolger von Yann Sommer im Tor der Borussia. Vor einigen Wochen ist der Torhüter in die Schweiz zurückgekehrt und nimmt beim FC Basel die Rolle als neue Nummer eins ein.
Drei Spieler verliessen die Super League, suchten sich dafür alle eine eigene Liga aus. Für alle drei Spieler war es ein Schritt, der eine Stufe zu hoch war. Cömert verliess anschliessend den Verein mehrfach auf Leihbasis. Jüngst ist sein Vertrag bei Valencia ausgelaufen. Hefti spielte zuletzt in der 2. Bundesliga und war dabei meist auf der Bank und der Tribüne. Auch bei Bares wartet man weiterhin auf den Durchbruch.
Kevin Spadanuda hier keinen Punkt zu geben, wäre nicht ganz fair. Der Zeitpunkt und vor allem der Weg aus der Challenge League in die Ligue 1 waren zwar etwas gross, der nun 28-Jährige schlug sich aber nicht schlecht. In Luzern funktionierte es die letzten Jahre aber nicht wunschgemäss. So ist Spadanuda derzeit vereinslos. Michel Aebischer seinerseits hat in Bologna sein Glück gefunden. Mittlerweile steht der Schweizer Nationalspieler aber bei Pisa unter Vertrag.
Es ist unglaublich schwer, diese Transfers zu bewerten. Zeki Amdouni hat eigentlich nicht so schlecht gespielt, Fabian Rieder ebenfalls. Rieder ist bereits weitergezogen und hat nun bei Augsburg seinen Platz gefunden. Das gleiche galt für Zesiger, der kürzlich in die Schweiz zurückgekehrt ist. Aurele Amenda hat bei Frankfurt keinen Stammplatz innegehabt und steht nun vor einem Wechsel zum Premier-League-Aufsteiger Coventry City.

Langfristig wurde auch Leonidas Stergiou immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen. Beim VfB Stuttgart hatte er nur phasenweise einen Stammplatz inne. Becir Omeragic hatte nicht immer einfache Zeiten und stieg mit Montpellier ab. Allerdings war der junge Innenverteidiger ein Vielspieler und avancierte sogar zum Captain. Unter dem Strich gibt es für Omeragic einen Punkt und für Amdouni sowie Amenda einen halben Punkt, da nur die erste Station im Ausland bewertet wird.
Auf die vorletzte Saison hin wagte kein Schweizer den Sprung in eine Topliga, der grösste Transfer war jener von Ardon Jashari, der nach Belgien wechselte. Im Winter versuchte sich dann Luca Jaquez, der mittlerweile in der Mannschaft angekommen ist und gar im Pokalfinale von Beginn weg spielte.
Im Sommer 2025 haben sich sechs Spieler zu einem Schritt in eine grosse Liga entschlossen. Für die meisten ging der Poker auf. Nur Daniel Denoon spielte bei Pisa keine Rolle. Dazu ist sein Verein noch in die Serie B abgestiegen.
Leon Avdullahu und Albian Hajdari haben als Stammspieler die TSG Hoffenheim geprägt und werden in der nächsten Saison in der Europa League spielen dürfen. Sascha Britschgi ist nach wenigen Super-League-Einsätzen direkt in die Serie A gewechselt. Dort ist er Stammspieler. Auch Zachary Athekame kommt beim grossen AC Milan regelmässig zu Einsätzen. Zu guter Letzt hat sich auch Filip Ugrinic durchgesetzt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten bei Valencia ist der Mittelfeldspieler nun eine gefragte Kraft.
Bislang haben drei Super-League-Spieler den Schritt in eine Topliga gewagt. Alessandro Vogt wird in der nächsten Saison für die TSG Hoffenheim auflaufen, Ethan Meichtry spielt neu in der Serie A bei Genua und Loun Sradanovic hat es über die Grenze zu Lille gezogen. Während Vogt und Meichtry wohl zum Start bessere Aussichten auf Spielzeit haben, muss sich der erst 19-jährige Srdanovic wohl erst beweisen, um beim Ligue-1-Verein eine grössere Rolle einnehmen zu können. Zuzutrauen ist es dem Aussenverteidiger jedoch.
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