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Von historischen Momenten, wackligen Trainerstühlen und viel Offensivpower

Die Saison von A bis Z

Die Saison 2025/26 hat in der Super League für zahlreiche Momente und Geschichten gesorgt, die nicht so schnell vergessen werden. 26 Punkte aus der abgelaufenen Spielzeit haben wir in alphabetischer Reihenfolge zusammengetragen.

A - Abschied aus Luzern

In der Winterpause der Saison 2021/22 übernahm Mario Frick den Trainerposten beim FC Luzern. Nach viereinhalb Jahren im Amt wagt der Liechtensteiner den nächsten Karriereschritt. Seinen Vertrag in Luzern hat er deswegen auslaufen lassen. Wie sehr Frick und der FC Luzern zusammengewachsen sind, wurde spätestens bei seinem Abschied klar.

In seiner Zeit beim FC Luzern suchte Mario Frick immer wieder die enge Bindung zum Publikum.

B - Berner Spektakeltruppe

In der Super League fielen im Schnitt 3.29 Tore pro Spiel und damit mehr als in allen zehn Topligen Europas. Höher war der Torschnitt seit der Einführung der Super League einzig in der Saison 2009/10, als gar 3.33 Treffer pro Partie gelangen. In Bezug auf Torspektakel war der BSC Young Boys die Nummer eins der Liga. Mit 80 erzielten Toren stellte YB gemeinsam mit dem Meister aus Thun die produktivste Offensive, gleichzeitig liess das Team 69 Gegentore zu. So fielen im Schnitt bei jedem YB-Spiel 3.92 Tore.

C - Cornaredo hat ausgedient

1951 wurde das Stadio comunalde di Cornaredo in Lugano fertiggestellt. 1954 war es Schauplatz des WM-Spiels zwischen Italien und Belgien. Über Jahrzehnte bot es dem FC Lugano eine Heimat. Mit einem 4:0-Sieg gegen den FC Basel verabschiedeten sich die Bianconeri aus ihrer Spielstätte. Ab der nächsten Saison laufen die Luganesi in der direkt daneben errichteten AIL Arena auf.

D - Degen verliert den Baumeister des Erfolgs

Auch in Basel kommt es zu einem gewichtigen Abgang. Sportdirektor Daniel Stucki hat sich im April dazu entschieden, den Verein zum 30. Juni hin zu verlassen. Auch wenn der Kaderplaner aufgrund der durchzogenen Leistungen in der abgelaufenen Saison vermehrt mit Kritik konfrontiert wurde, verliert der FC Basel einen wichtigen Baustein. Mit Stucki in der Position des Sportchefs kam ein roter Faden in die Kaderplanung, und mit ihm wurde die Basler Double-Mannschaft der Vorsaison zusammengestellt.

E - Eskalation in Lausanne und Aarau

Es waren in der Saison 2025/26 wenige dieser unschönen Momente, dennoch hat es sie gegeben. Präsent in den Köpfen sind sicherlich die Ausschreitungen nach dem Cup-Aus des Grasshopper Club Zürich gegen den FC Stade-Lausanne-Ouchy. Ein anderer Vorfall ereignete sich nach dem Cup-Spiel der Young Boys auswärts in Aarau. Glücklicherweise sind solche Vorfälle keineswegs Alltag, dennoch ist jede dieser Eskalationen eine zu viel.

F - Fassnacht

Einer dieser 26 Punkte gebührt dem Torschützenkönig und dem Topscorer der abgelaufenen Saison. Christian Fassnacht war eine wichtige Stütze in der Offensive der Young Boys. Die Rückkehr von Gerardo Seoane hat beim Offensivspieler für zusätzlichen Schwung gesorgt. In 33 Einsätzen gelangen ihm 18 Tore und sieben Assists. Der 32-Jährige ist eine dieser Stützen, auf welche die Berner auch die Mannschaft der nächsten Saison aufbauen sollten.

G - GC und der erfolgreiche Barrage-Hattrick

Sportchef Alain Sutter hatte im vergangenen Sommer den Kader des Grasshopper Club Zürich tiefgreifend umgebaut. Die Hoppers mussten den Gürtel enger schnallen, trotzdem weckte Sutters Engagement beim Anhang der Hoppers grosse Hoffnung auf Besserung. Das Resultat war am Ende dasselbe: Zum dritten Mal in Folge landete GC in der Barrage. Hochdramatisch sicherten sich die Zürcher mit einem 2:1-Sieg nach Verlängerung im Letzigrund gegen den FC Aarau den Platz im Schweizer Oberhaus.

H - Hüppi

Erstmals seit dem Jahr 2000 fand in St.Gallen wieder eine Titelfeier statt, dazu später mehr. Was in den Tagen danach in der Ostschweiz passierte, war schlichtweg bizarr. Im Moment des grossen Erfolgs gerieten Gerüchte einer drastischen Umstrukturierung der Vereinsführung an die Öffentlichkeit. Stefan Kölliker trat in den Medien gar als Nachfolger von Matthias Hüppi in Erscheinung. Am Mittwoch, knapp drei Tage nach dem triumphalen Cupsieg, verkündete Matthias Hüppi, dass er und der bisherige Verwaltungsrat im Amt bleiben. Schlussendlich haben sich vier Aktionäre der FC St.Gallen Event AG zurückgezogen.

I - Ikonen auf Abschiedstour

Wie nach jeder Saison gibt es auch dieses Jahr wieder Spieler, von denen man sich verabschieden muss. In diesem Fall sind es hauptsächlich zwei Ikonen, die herausstechen. Yanick Brecher, der im Saisonverlauf die Rolle des Stammkeepers beim FC Zürich an Silas Huber verloren hat, beendet seine Karriere. 367 Partien hat er für die Profimannschaft des FC Zürich bestritten. Gar 402 Spiele für den FC Lugano absolvierte Mattia Bottani. 2017 kehrte er nach nur einem Jahr in Wil ins Tessin zurück, nun endet sein Engagement aufgrund eines auslaufenden Vertrags.

J - Jonathan Asp Jensen

Nach der Leihe von Nestory Irankunda in der Rückrunde der Saison 2024/25 verstärkten in dieser Saison Jonathan Asp Jensen und Lovro Zvonarek vom grossen FC Bayern München den Grasshopper Club Zürich. Als absolute Leistungsträger waren sie massgeblich daran beteiligt, dass in der Stadt Zürich weiterhin zwei Mannschaften in der Super League spielen. Speziell Jonathan Asp Jensen war eine gewaltige Bereicherung für die Liga. Der 20-jährige Däne bringt eindrückliche Veranlagungen mit. Diese Prise Bayern bereichert die Super League definitiv.

K - Kurzschlussreaktion?

Lange hatte es in der Saison 2025/26 nicht gedauert, bis die erste Trainerentlassung Tatsache war. Thomas Häberli wurde beim Servette FC bereits nach der zweiten Meisterschaftsrunde entlassen. Nach dem Scheitern in der zweiten Qualifikationsrunde der Champions League und zwei Meisterschaftsniederlagen musste der Luzerner seinen Spind beim SFC räumen. Die Frage ist berechtigt, ob es eine Kurzschlussreaktion war. Der Servette FC verpasste in der Folge eine internationale Liga­phase komplett, schied bereits in der zweiten Cuprunde aus und verpasste in der Super League die angestrebte Championship Group.

L - Lustrinelli, der Meistertrainer

Ein ganz anderer Trainer hat mit seinem Team eine grossartige Geschichte geschrieben. Mauro Lustrinelli hat in der Challenge League eine Einheit geformt, die durch nichts im Schweizer Oberhaus aus dem Gleichgewicht gebracht werden konnte. Schon in den Jahren in der Challenge League, wurde der Cheftrainer des FC Thun immer wieder mit offenen Trainerposten in Verbindung gebracht, was seine Qualitäten definitiv würdigte. Nun hat er mit einem Meisterstück in seiner Trainerlaufbahn den absoluten Durchbruch geschafft. Bei Union Berlin darf sich der 50-Jährige künftig in der Bundesliga beweisen.

Der Thuner Meistertrainer Mauro Lustrinelli wechselt in die Bundesliga.

M - Milos Malenovic

Es ist ein Name, der die erste Saisonhälfte geprägt hat. Milos Malenovic sorgte als Sportchef beim FC Zürich im Sommer für einen weiteren grossen Kaderumbruch. Eine sportlich positive Entwicklung blieb aus. In einer Saison, in der beim FC Zürich der Trainerposten zu einem absoluten Schleudersitz verkam, goss Malenovics Abgang zusätzliches Öl ins Feuer. Im Dezember verliess der Sportchef den Club. Die Folge war der nächste grosse Kaderumbruch in der Winterpause. Rang zehn war die Quittung für ständige Richtungswechsel, bei denen Malenovic mal eine aktive, mal eine passive Rolle innehatte.

N - Neun Trainerwechsel

Angefangen hat es mit der Entlassung von Thomas Häberli und geendet hat es mit Interimstrainer Gernot Messner, der beim Grasshopper Club Zürich doch noch vor dem Saisonende ersetzt wurde. Nur fünf Teams beendeten die Saison mit jenem Trainer, mit dem sie auch in die Saison gestartet waren. Weil davon Mario Frick und Mauro Lustrinelli weiterziehen, starten wohl nur drei Trainer erneut mit demselben Verein in die Saison 2026/27. Vier Trainer waren ihren Job schon bis Ende Oktober los, insgesamt kam es zu neun Wechseln auf den Trainerposten, dabei hatte kaum ein Trainerwechsel statistisch eine positive Wirkung.

O - Olomouc

Gegen Sigma Olmouc endete die Schweizer Europacup-Kampagne. Der FC Lausanne-Sport erreichte als einziger Schweizer Vertreter die K.-o.-Runde. Dort scheiterten die Waadtländer in den K.-o.-Runden-Playoffs der Conference League am tschechischen Verein aus der Stadt Olomouc, eingedeutscht Olmütz. Der FC Basel und der BSC Young Boys, die beide eine Teilnahme an einer Ligaphase vorgängig auf sicher hatten, verpassten in der Europa League eine Platzierung unter den Top 24 und damit die angestrebten Finalrunden. Der FC Lugano und der Servette FC mussten international bereits in der Qualifikation die Segel streichen.

P - Punkterekord

Durch die Erweiterung der Super League auf zwölf Mannschaften und dadurch zwei zusätzliche Spielrunden begünstigt der aktuelle Modus die Teams auf der Jagd nach dem Punkterekord. In dieser Saison haben die vier Top-Teams der Saison einen neuen Vereinsrekord aufgestellt. Seit der Ligareform waren punktemässig nur der FC Basel, der BSC Young Boys und der FC Zürich in einer Spielzeit stärker als der FC Thun.

Q - Quartett

Die Europacup-Bilanz der Schweizer Teams wurde bereits thematisiert. In der Endabrechnung verbesserte sich die Schweiz damit in der UEFA-Fünfjahreswertung von Rang 17 auf Rang 16. Die angestrebte Rückkehr in die Top 15 wurde verpasst. Damit werden auch in der kommenden Saison nur vier Europacup-Tickets an Teams aus der Schweiz verteilt. In dieser Saison sicherten sich der FC Thun, der FC St.Gallen, der FC Lugano und der FC Sion einen Startplatz in einer der europäischen Qualifikationsrunden.

R - Rückkehr des Meistertrainers

Auch der BSC Young Boys gehört zu jenen Teams, die im Saisonverlauf einen Trainerwechsel vollzogen haben. Mit dem Nachfolger von Giorgio Contini haben die Verantwortlichen in Bern aber grosse Hoffnungen geweckt. Es ist niemand Geringeres als der dreifache Meistertrainer Gerardo Seoane ins Wankdorf zurückgekehrt. Noch hat YB die gesteckten Ziele verpasst, die Erwartungen an die erste komplette Saison mit Seaone an der Seitenlinie sind aber definitiv hoch.

S - St.Gallen feiert einen Titel

Der FC St.Gallen ist der älteste bestehende Fussballclub der Schweiz, und trotzdem sind die ganz grossen Höhepunkte in der Vereinsgeschichte rar. 1904 und 2000 feierten die Espen jeweils den Meistertitel. Bislang stammte der einzige Cupsieg aus dem Jahr 1969. Mit einem 3:0-Sieg im Finale gegen den FC Stade-Lausanne-Ouchy sicherte sich die Mannschaft von Enrico Maassen den Pokal. Mehr als ein Vierteljahrhundert nach der letzten Titelfeier konnte die fussballbegeisterte Ostschweiz ihre Helden wieder auf dem Marktplatz feiern.

T - Thuner Meistermärchen

Die andere Titelgeschichte, ist wohl das Fussballmärchen des Jahres - weltweit! Der FC Thun ging mit seiner Geschichte einmal um den Globus. Mit einem Schmunzeln kommentierten sie allfällige Meisterambitionen als Tabellenleader im Herbst, doch irgendwie waren die Berner Oberländer einfach nicht mehr von der Spitze zu verdrängen. So wurde aus einem unbekümmerten Aufsteiger der Schweizer Meister 2025/26. Zwar gelang dieses Kunststück 1951/52 bereits dem Grasshopper Club Zürich, die Ausgangslage damals war aber deutlich vielversprechender als in dieser Saison. Für den FC Thun war es sogar der erste Titel der Vereinsgeschichte.

U - Unterklassige Stolpersteine

Nachdem in der letzten Saison der FC Biel-Bienne im Cupfinale gestanden hatte, schaffte es in dieser Saison mit dem FC Stade-Lausanne-Ouchy abermals ein unterklassiges Team ins Endspiel. Die Waadtländer waren der regelrechte Schreck der Super-Ligisten, gleich drei Teams aus dem Oberhaus scheiterten am späteren Finalisten. Insgesamt schieden neun Clubs aus der Super League gegen Teams aus tieferen Ligen aus. Nur der FC Sion und der FC Basel mussten gegen Ligakonkurrenten die Segel streichen. Ein Hoch auf die unterklassigen Stolpersteine.

V - Vaduz

Die Super League wird wieder international, konkret ist der FC Vaduz zurück im Schweizer Oberhaus. In einem beeindruckenden Aufstiegsduell mit dem FC Aarau schoben sich die Kicker aus dem Fürstentum Liechtenstein dank eines 3:1-Erfolgs in Wil und der notwendigen Schützenhilfe des Yverdon Sport FC am letzten Spieltag zurück an die Tabellenspitze. Man darf gespannt sein, was die Mannschaft unter der Leitung von Marc Schneider in der nächsten Saison zu bieten hat.

W - Wettswil-Bonstetten

Das stand sicherlich nicht auf der Bingo-Karte des FC Wettswil-Bonnstetten, aber im Januar spannte der FC Basel dem Team aus der 1. Liga Classic den Trainer aus. Der ehemalige Captain der Nationalmannschaft Stephan Lichtsteiner soll den FC Basel in eine erfolgreiche Zukunft führen. Die bisherigen Resultate deuten allerdings noch nicht darauf hin. Sportlich lief es für den FC Wettswil-Bonstetten ansprechend, bis es am letzten Spieltag dramatisch wurde. Eine 2:3-Niederlage gegen den FC Dietikon liess die Mannschaft vom zweiten auf den vierten Tabellenrang abrutschen. Damit hat der FCWB die Teilnahme an den Aufstiegsspielen zur Promotion League verpasst.

X - Xherdan Shaqiri

Das Basler Spiel steht und fällt mit seinem Captain. Die Nummer zehn im Mittelfeld ist die offensive Lebensversicherung des FC Basel. Mit elf Toren und zehn Assists kam Xherdan Shaqiri deutlich nicht an die 39 Scorerpunkte aus der Vorsaison heran. Dass "Shaq" nicht mehr ganz so dominant auftreten konnte, war wohl mit ein Grund, weshalb es dem Doublesieger der Saison 2024/25 nur zum fünften Tabellenrang reichte. In einer Hinsicht war Shaqiri aber die Nummer eins der Liga: Er war an 38.2 Prozent der Basler Tore direkt beteiligt, kein anderer Spieler war für sein Team so wichtig.

Y - Youngster starten durch

Immer wieder starten junge Spieler in der Super League durch und schaffen den Absprung ins Ausland. Auch in dieser Saison haben diverse Youngster von sich reden gemacht. Ein Beispiel wäre Winsley Boteli als Edeljoker beim FC Sion, den die Walliser für kolportierte 3.5 Millionen Euro per Kaufoption nun von Borussia Mönchengladbach übernommen haben. Oder der 20-jährige Torhüter Silas Huber, der beim FCZ zur Nummer eins aufgestiegen ist. In Luzern begeisterte Kreativspieler Lucas Silva.

Einer stahl aber allen die Show: Vor der Saison stand Alessandro Vogt erst bei zwei Spielminuten in der Super League. Beim FCSG avancierte der kräftige Stürmer zum Nachfolger von Willem Geubbels. Praktisch aus dem Nichts aufgetaucht, war er mit 15 Treffern der drittstärkste Torjäger der Saison.

Z - Zeidler mit Sutter wiedervereint

Drei Spieltage vor dem Ende der Saison entschied sich der Grasshopper Club Zürich dafür, Interimstrainer Gernot Messner doch vorzeitig zu ersetzen. Sportchef Alain Sutter präsentierte einen ihm wohlbekannten neuen Trainer: Peter Zeidler übernahm beim Rekordmeister und hielt mit den Hoppers in der Barrage die Klasse. Nach fünfeinhalb erfolgreichen gemeinsamen Jahren beim FC St.Gallen ist das Duo Sutter/Zeidler bei GC wiedervereint.

Alain Sutter Alessandro Vogt Brack Super League BSC Young Boys Christian Fassnacht Daniel Stucki FC Basel 1893 FC Lausanne-Sport FC Lugano FC Luzern FC Sion FC St.Gallen 1879 FC Stade-Lausanne-Ouchy FC Thun Berner Oberland FC Vaduz FC Wettswil-Bonstetten FC Winterthur FC Zürich Fussball Gerardo Seoane Grasshopper Club Zürich Jonathan Asp Jensen Mario Frick Matthias Hüppi Mattia Bottani Mauro Lustrinelli Milos Malenovic Peter Zeidler Raphael Dort Schweizer Cup Servette FC Silas Huber Stephan Lichtsteiner Thomas Häberli Winsley Boteli Xherdan Shaqiri Yanick Brecher

2026-06-01 23:50:31