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Kein Zürcher Club kam in die Nähe einer genügenden Note

Saisonzeugnis der Super League

Es sind überraschende Teams, die in der Saison 2025/26 in der Schweiz die grossen Geschichten geschrieben haben. Das Saisonzeugnis der zwölf BSL-Teams zeigt aber auch auf, dass sich in der Liga überhöhte Ambitionen breit gemacht haben.

In diesem Artikel wurden die Noten gemäss der Schweizer Notenskala vergeben. Damit ist eine 6 die beste und eine 1 die schlechteste Bewertung. Nachfolgend die genaue Aufschlüsselung der Bewertung: 6 = sehr gut, 5 = gut, 4 = genügend, 3 = ungenügend, 2 = schwach, 1 = sehr schwach.

FC Thun - 6

Der FC Thun hat eine Saison abgeliefert, an die wird man sich noch in Jahrzehnten erinnern. Erst zum zweiten Mal überhaupt ist in der Schweiz ein Aufsteiger Meister geworden. Zum Saisonbeginn war der Tenor einheitlich: Die Thuner müssten glücklich sein, wenn sie den direkten Klassenerhalt erreichen könnten. Die Mannschaft von Mauro Lustrinelli hat Grossartiges geleistet und damit in der gesamten Fussballwelt von sich reden gemacht. Angesichts des sensationellen Meistertitels schauen wir grosszügig über das Cup-Aus gegen den FC Breitenrain in der ersten Cuprunde hinweg. Es gibt die Maximalnote.

FC St.Gallen 1879 - 5.75

Erstmals seit dem Meistertitel im Jahr 2000 durfte in St.Gallen wieder ein Titelgewinn bejubelt werden. Erst zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte sicherten sich die Espen den Sieg im Schweizer Pokalwettbewerb, erstmals gelang das 1969. Die Mannschaft rund um Captain Lukas Görtler hat sich in der Gallussstadt unsterblich gemacht. In der Meisterschaft hat man mit dem zweiten Rang die Erwartungen auch übertroffen. Mit 70 erspielten Punkten hat die Mannschaft von Enrico Maassen einen Vereinsrekord aufgestellt. Eine Viertelnote Luft nach oben haben wir gelassen, etwas Steigerungspotential ist als Nicht-Meister ja zwingend notwendig.

FC Sion - 5.5

Der FC Sion hat ein Jahr nach dem Aufstieg einen grösseren Kaderumbruch vollzogen. Dafür herrscht auf der Trainerbank mit Didier Tholot seit Jahren Konstanz. Die Mannschaft der Walliser ist schnell zusammengewachsen. Mit nur 40 Gegentoren stellte der FC Sion die beste Abwehr der Liga.

Im Cup scheiterte das Team dramatisch im Viertelfinale: In der Verlängerung unterlag man dem Ligakonkurrenten Grasshopper Club Zürich mit 3:4. Dafür haben die Sittener nach dem Cupfinale jubeln dürfen, weil der FC St.Gallen sich den Titel gesichert haben, erbt der FC Sion einen Startplatz in der Qualifikation der Conference League. Ein einfaches "gut" wäre für diese Saison zu wenig gewesen.

FC Lugano - 4.5

Der FC Lugano startete enttäuschend in die Saison. In der Qualifikation der Europa League scheiterten die Bianconeri am CFR Cluj. Danach unterlag das Team von Mattia Croci-Torti in der dritten Qualifikationsrunde der Conference League auch dem NK Celje. Doch nicht nur die angestrebte internationale Ligaphase verpassten die Luganesi, auch in der ersten Cuprunde war nach einer 2:3-Pleite gegen den SC Cham bereits Schluss. Dennoch liess man sich nicht aus der Ruhe bringen, hielt an Trainer Mattia Croci-Torti fest und der führte das Team in der Ligatabelle kontinuierlich nach oben. Am Ende sicherte sich der FC Lugano einen internationalen Rang. In Summe verpassen die Luganesi eine 5.0 dennoch.

FC Luzern - 4.5

Es war keine einfache Aufgabe, die Mario Frick in seiner letzten Saison beim FC Luzern in Angriff nahm. Einer guten Mittelfeldplatzierung gebührt mit diesem Kader, gespickt mit diversen Spielern aus dem eigenen Nachwuchs, viel Respekt. Angst um den Klassenerhalt hatten die Luzerner vor allem dank Matteo di Giusto nicht. Der Sommerneuzugang war mit 24 Torbeteiligungen in der Meisterschaft die grosse Lebensversicherung der Leuchtenstädter.

Zum Zeitpunkt der Ligateilung lag der FCL bereits 13 Punkte vor der Abstiegszone, auf die Top Sechs fehlten derweil acht Zähler. Das Aus im Cup-Viertelfinale gegen den unterklassigen FC Stade-Lausanne-Ouchy enttäuschte. Mit dem soliden siebten Tabellenrang gibt es auch für die Luzerner eine 4.5.

FC Lausanne-Sport - 4

Mit dem sechsten Team in diesem Zeugnis folgt bereits die letzte genügende Note. In der Liga hatte man sich in Lausanne deutlich mehr ausgerechnet als den neunten Schlussrang, nur so ist es zu erklären, dass sich die Waadtländer vorzeitig von Trainer Peter Zeidler trennten. Im Cup scheiterten die Lausanner vor der Winterpause in der dritten Runde am Yverdon Sport FC.

Der Tabellenfünfte der Vorsaison rettete sich durch seine Auftritte auf der internationalen Bühne die genügende Note. Drei Qualifikationsrunden überstand Lausanne-Sport, unter anderem schaltete man in den Playoffs Besiktas Istanbul aus. In der Conference League wurde das Team erst in den K.-o.-Runden-Playoffs durch Sigma Olomouc gestoppt.

Servette FC - 3.5

In der zweiten Qualifikationsrunde der Champions League startete der Servette FC in die internationale Saison. Mit drei verlorenen Begegnungen - das Losglück war den Genfern allerdings nicht hold - wurde die angestrebte Ligaphase verpasst. Im Cup bedeutete der Yverdon Sport FC in der zweiten Runde Endstation. Zu diesem Zeitpunkt stand längst Jocelyn Gourvennec an der Seitenlinie.

Nach vier Pflichtspielen und nur zwei Meisterschaftsrunden trennten sich die Servettiens von Trainer Thomas Häberli, was natürlich ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt für einen Trainerwechsel ist. Stark waren die Genfer erst in der zweiten Jahreshälfte, es war dann aber schon zu spät, um noch in die obere Tabellenhälfte zu kommen, deshalb resultierte eine ungenügende Note.

Grasshopper Club Zürich - 3

Enorm wenig hat gefehlt, und der Grasshopper Club Zürich hätte den Gang in die Challenge League antreten müssen. Die Hoppers schnallten in der Sommerpause den Gürtel enger, was sich definitiv auf die Konkurrenzfähigkeit auswirkte. Gerald Scheiblehner holte aus dem Team das Maximum heraus, was nicht ausgereicht hat, um ihn im Amt zu halten. Nach der Wiedervereinigung von Sportchef Alain Sutter und Trainer Peter Zeidler rettete sich der Rekordmeister in der Verlängerung der Barrage.

Nach der dritten Barrageteilnahme in Folge dürfte eines klar sein, dass ohne Kurskorrektur der Weg früher oder später zum Abstieg führt. Das Cup-Halbfinale hellt die Bilanz etwas auf, auch wenn gegen den FC Stade-Lausanne-Ouchy und damit gegen einen Unterklassigen das anvisierte Finale verpasst wurde. Im Zeugnis steht am Ende eine 3.

FC Winterthur - 3

Es ist der Moment gekommen, von dem man auch beim FC Winterthur wusste, dass er irgendwann eintreffen würde. Das Team von der Schützenwiese ist nach vier Jahren im Oberhaus abgestiegen. 100 Gegentore sind ein bitterer Negativrekord. Dem FC Winterthur hat in dieser Saison viel gefehlt, um sich in der Liga zu halten. Vor allem der Abgang von Matteo di Giusto war nicht zu kompensieren. Das Team zeigte allerdings Moral. Zudem war es beim FCW schon vor der Saison klar, dass es von der ersten Minute an ein Kampf um den Klassenerhalt wird. Deshalb ist die Note auch nicht tiefer angesetzt. Im Cup schied auch Winterthur gegen den späteren Finalisten aus Lausanne-Ouchy aus.

FC Basel 1893 - 2.75

Der FC Basel ist als Doublesieger in die Saison gestartet. International verpasste der Meister die angestrebte Champions League gegen den FC Kopenhagen. Auch in der Europa League gaben die Bebbi nur gelegentlich ein gutes Bild ab. Verzeihbar ist die Last-Minute-Niederlage im Cup-Viertelfinale auswärts beim FC St.Gallen. In der Meisterschaft fehlte es vom Saisonbeginn an an der notwendigen Konstanz. Was unter Ludovic Magnin schon viel Luft nach oben liess, wurde unter Stephan Lichtsteiner definitiv nicht besser. Als Quittung verpasst der FC Basel das internationale Geschäft. Mit einer 2.75 erhält der Doublesieger der Saison 2024/25 die zweitschwächste Note in diesem Zeugnis.

BSC Young Boys - 2.75

Gleich wie der FC Basel haben wir den BSC Young Boys bewertet. Die Berner spielten sich durch die Playoffs in die Europa League, verpassten dort das Weiterkommen vor allem aufgrund zweier deutlicher Pleiten gegen griechische Teams. Im Cup war dafür schon in der zweiten Runde gegen den FC Aarau Schluss. Am Ende haben 20 Punkte auf den Leader und damit zum angestrebten Meistertitel gefehlt. Die Rückkehr von Gerardo Seoane nach Bern weckte viele Hoffnungen. Doch dem Meistertrainer gelang kein Zauber. Erstmals seit der Saison 2012/13 haben die Young Boys die internationalen Ränge verpasst.

FC Zürich - 2.5

Mit der Note 2.5 geht die tiefste Bewertung in diesem Zeugnis nach Zürich. Die Wahl von Mitchell van der Gaag als Trainer war ein absoluter Fehlgriff, der bereits im Oktober korrigiert wurde. Weder Dennis Hediger noch Carlos Bernegger brachten es in der Folge aber auf einen Punkteschnitt von über einem Zähler pro Partie. Im Sommer sorgte Sportchef Milos Malenovic für einen grossen Umbruch. Im Dezember trennte sich der FCZ vom schweizerisch-serbischen Kaderplaner, der nächste Umbruch stand bevor. Unter anderem verliess Leistungsträger Steven Zuber den Verein.

Von den angestrebten internationalen Rängen waren die Zürcher zu jedem Zeitpunkt in dieser Saison weit entfernt. Die Niederlage im Elfmeterschiessen beim FC Stade Nyonnais in der zweiten Cuprunde passte ins Bild. Geprägt von viel Bewegung im Kader und Inkonstanz in der sportlichen Führung, resultierte eine durchgehend enttäuschende Saison.

Brack Super League BSC Young Boys FC Basel 1893 FC Lausanne-Sport FC Lugano FC Luzern FC Sion FC St.Gallen 1879 FC Thun Berner Oberland FC Winterthur FC Zürich Fussball Grasshopper Club Zürich Raphael Dort Servette FC

2026-06-02 07:50:56