Zum Ende der Saison 2025/26 ist es an der Zeit für die Abschlusswertungen unserer Positionsranglisten. Den Anfang machen wie schon in der Winterpause die Torhüter, bei denen es zu einem Tausch der Platzierungen auf dem Podest gekommen ist.
Die Rangliste der Torhüterposition ist im Vergleich zu den anderen deutlich konstanter, auch weil es natürlich deutlich weniger Kandidaten für eine Aufnahme in die Top Ten gibt. Dennoch ist es auch bei den Goalies zu mehreren Verschiebungen gekommen, selbst auf dem Podest gab es einen Platzabtausch.
Ein Ort, an dem er nachhaltig die Rolle der Nummer eins innehat, konnte Anthony Racioppi lange Zeit nicht finden. Womöglich hat der Wechsel von Hull City zurück in die Super League dem Schweizer Keeper genau diesen Weg geebnet. Unabhängig davon, ob er seinen bis 2029 gültigen Vertrag erfüllen wird, hat der 27-Jährige diese Saison wirklich allen gezeigt, dass er eine überaus verlässliche Nummer eins sein kann.
Schon in der ersten Saisonhälfte zeigte Racioppi im Sittener Tor seine Stärke. In der heissen Saisonschlussphase konnte der Goalie gar noch eine Schippe draufpacken. Mit insgesamt fünf Spielen in Folge zu Null legte Racioppi gemeinsam mit seinen Vorderleuten den Grundstein für einen starken Saisonschlussspurt. Dank dieser geglückten Phase dürfen die Walliser als Tabellenvierter mit dem europäischen Geschäft liebäugeln. Damit sich diese Hoffnung des FC Sion erfüllt, müsste der FC St.Gallen am kommenden Sonntag den Cupsieg davontragen.
Mit statistisch 9.0 verhinderten Toren führt Racioppi die Liga in dieser Wertung an. Insgesamt 15 Spiele ohne Gegentor sind ebenfalls der Bestwert in der Super League. Es macht eine Diskussion überflüssig: Racioppi ist in der Saison 2025/26 der stärkste Torhüter in der Super League gewesen. Einzig die grosse Krönung dieser Saison bleibt aus, der Schlussmann des FC Sion fehlt im Aufgebot der Schweizer Nationalmannschaft für die WM in Nordamerika.
Um eine Position auf Rang zwei nach vorne hat sich Lawrence Ati Zigi in der zweiten Saisonhälfte gekämpft. Der FC St.Gallen stellte in der abgelaufenen Saison die drittstärkste Defensive. Einen grossen Anteil daran darf sich der ghanaische Torhüter anrechnen lassen. Der 29-jährige Keeper sicherte mit seinen spektakulären Paraden der Mannschaft von Enrico Maassen den einen oder anderen Punkt.
In der zuvor genannten Statistik der verhinderten Tore steht der FCSG-Keeper mit einem Wert von 8.4 Toren an zweiter Stelle. 119 Schüsse hat Zigi in der abgelaufenen Spielzeit pariert, diesbezüglich steht der FCSG-Schlussmann an vierter Stelle. Nachdem er die ersten drei Meisterschaftsspiele noch verpasst hatte, meldete er sich mit starken Leistungen zurück.
Mit nur 45 Gegentoren in 35 Einsätzen absolvierte Zigi seine bis dato stärkste Saison in der Super League, 2020/21 und 2022/23 hatte er jeweils 47 Gegentore hinnehmen müssen. Der 28-fache Nationalspieler hat damit beste Werbung in eigener Sache gemacht, um für Ghana das Tor an der Weltmeisterschaft hüten zu dürfen. Im März stand er bei der 1:5-Niederlage gegen Österreich im Kasten.
Auch wenn der FC Basel als Doublegewinner der Vorsaison deutlich den eigenen Ansprüchen hinterherhinkte, wusste Marwin Hitz mehrheitlich zu überzeugen. In einem engen Kopf-an-Kopf-Rennen verteidigt der FCB-Schlussmann seinen Podestplatz gegen Niklas Steffen vom FC Thun. 68 Minuten verstrichen durchschnittlich zwischen den Gegentoren, die Hitz hinnehmen musste. Der Wert bei Meistertorhüter Steffen war mit 66 Minuten pro Gegentor etwas tiefer. In neun Partien ging der Basler Torhüter in seiner letzten Meisterschaftssaison mit einer weissen Weste vom Feld.
Nach 169 Partien für den FC Basel hat Hitz seine Handschuhe an den Nagel gehängt. Der 38-Jährige war auch in der letzten Saison seiner langen Karriere ein wichtiger Rückhalt für sein Team. Manch ein Auftritt der Basler wäre ohne Hitz wohl noch bitterer ausgegangen. Neben dem Double mit dem FCB in der vorangegangenen Spielzeit gewann Hitz mit Borussia Dortmund 2019/20 den deutschen Superpokal und in der darauffolgenden Saison den DFB-Pokal. 2009 gehörte er zudem zur Meistermannschaft des VfL Wolfsburg. Eine Karriere endete, mitten in der Torhüterspitze der Super League.

Eine Top 10 innerhalb einer zwölf Teams grossen Liga, würde bedeuten, dass zumindest zwei Torhüter nicht inkludiert werden. Diesbezüglich ist das Ranking in dieser Saison ein Sonderfall. Beim FC Lugano wurden die Spiele auf Amir Saipi und David von Ballmoos aufgeteilt. Die beiden sorgten gemeinsam dafür, dass die Luganesi am zweitwenigsten Gegentore hinnehmen mussten. Trotz seiner nur 15 Einsätze wurde von Ballmoos als Zehnter im Ranking berücksichtigt, schliesslich spielte er in einem Drittel seiner Partien zu Null.
So fiel im Vergleich zur Hinrunde der abtretende Yanick Brecher aus der Rangliste. Der FCZ-Keeper wurde beim Stadtclub zwischenzeitlich gar als Nummer eins abgelöst. Marvin Keller konnte sich hingegen nach einer durchzogenen Hinrunde verbessern und machte dadurch einen grossen Sprung nach vorn. Gleichwohl ist zu betonen, dass in jener Region der Rangliste die Torhüter sehr nahe beisammen liegen.
Herauszuheben ist sicherlich auch noch Stefanos Kapino, der mit 159 Paraden einen neuen Rekord für einen Goalie in einer Super-League-Saison aufgestellt hat. Dennoch musste der Grieche insgesamt 97 Gegentreffer hinnehmen. Bestimmt hätte er auf mehr Unterstützung durch seine Abwehr gehofft. Trotz des Paraden-Rekords steht der FCW-Schlussmann nur an siebter Stelle. Mit ein Grund dafür ist statistisch ein Wert von -3.4 verhinderten Toren.
Amir Saipi Anthony Racioppi Brack Super League BSC Young Boys David von Ballmoos FC Basel 1893 FC Lausanne-Sport FC Lugano FC Sion FC St.Gallen 1879 FC Thun Berner Oberland FC Winterthur Fussball Grasshopper Club Zürich Justin Hammel Karlo Letica Lawrence Ati Zigi Marvin Keller Marwin Hitz Niklas Steffen Raphael Dort Stefanos Kapino