sport.ch

Die zwei besten Teams der Liga haben auch die besten Transfers gemacht

Top-Transfers

Viele Transfers haben die Vereine in der Super League im letzten Sommer und Winter getätigt. Wir möchten darauf zurückblicken, welche Neuverpflichtungen am meisten durchgestartet sind. Leihrückkehrer sowie im letzten Jahr fest übernommene Leihen werden in diesem Ranking nicht berücksichtigt.

10. Kevin Behrens - FC Lugano

Etwas Anlaufzeit benötigte Kevin Behrens beim FC Lugano. Mittlerweile ist er aber die erhoffte Verstärkung im Sturmzentrum geworden. Der erfahrene Deutsche hat bis zum Ende der Saison 13-mal eingenetzt. Vor allem das letzte Meisterschaftsspiel war eine Blaupause für die Erwartungen an den 35-Jährigen. Zweimal schraubte sich der Stürmer im Strafraum hoch und köpfte wuchtig ein. Genau diese Wasserverdrängung haben sich die Verantwortlichen von ihm gewünscht und dann auch bekommen. Kevin Behrens dürfte daher auch in der nächsten Saison für den FC Lugano weiterhin von grosser Bedeutung sein.

9. Junior Kadile - Servette FC

Die Hinrunde verbrachte Junior Kadile noch in der zweithöchsten niederländischen Liga bei Almere City. Mit der Empfehlung von sechs Toren und sechs Assists ist der junge Franzose den Wechsel in die Super League angetreten. Servette FC hat den 23-Jährigen zwar nur ausgeliehen, doch die Kaufoption in der Höhe von rund einer Million Euro dürften die Genfer ziehen.

In den ersten zwei Ligaeinsätzen blieb Kadile für Servette noch ohne Scorerpunkt. Danach hat er bis zum Saisonende in neun von elf Partien gescort. Dadurch sind sechs Tore und zehn Assists in 13 Spielen zusammengekommen. Das ist ein absolut herausragender Wert. Wenn Junior Kadile diese Kadenz in der nächsten Saison über zwölf Monate beibehält, sprechen wir nicht mehr von einem tollen Transfer, sondern wohl vom besten Spieler der Super League.

8. Flavius Daniliuc - FC Basel

Viele gute Transfers hat der FCB in den letzten zwei Transferperioden nicht getätigt. Vor allem im Sturm haben sich die Verantwortlichen einen Fehlgriff geleistet. Doch das lässt sich über Flavius Daniliuc alles nicht sagen. Der Verteidiger hat sich auf Anhieb in der Innenverteidigung des FCB durchgesetzt. Phasenweise ragte der Österreicher mit seiner fehlerlosen Spielweise heraus.

In der Rückrunde baute Daniliuc, auch verletzungsbedingt, zwar ein wenig ab, trotzdem gehört er in diese Auflistung. Vor allem auch das Preis-/Leistungsverhältnis gilt es bei dieser Verpflichtung hervorzuheben. Da Daniliucs Verein in die Serie C abgestiegen war, konnte der FCB den Verteidiger für eine niedrige sechsstellige Summe verpflichten.

7. Michael Heule - FC Thun

Im letzten Sommer hatte Michael Heule zwei Angebote auf dem Tisch. Der Aussenverteidiger hätte als Herausforderer beim FC St.Gallen - seinem Jugendclub - spielen oder den Wechsel als Stammspieler zum Aufsteiger durchziehen können. Heule wählte für den Transfer zum FC Thun. In der Retrospektive kann man ihm zu diesem Entscheid nur gratulieren.

Heule war ein wesentlicher Bestandteil des Kollektivs, das überraschend den Meistertitel holen konnte. Der Aussenverteidiger bestach dabei nicht nur als defensiv solider Spieler, sondern wusste auch offensive Akzente zu setzen. Zwei Tore und sechs Assists sind ein deutlicher Beleg dafür. Beide Tore sind Heule in der Championship Group gelungen. Mit seinem Torerfolg in St.Gallen am 38. Spieltag hat sich Michael Heule zum letzten Torschützen der Thuner Meistersaison gemacht.

6. Rilind Nivokazi - FC Sion

In der Vergangenheit sind schon einige Challenge-League-Torschützenkönige in die Super League gewechselt und haben dann in der höchsten Liga nicht mehr funktioniert. Anders verlief es für Rilind Nivokazi. Von Bellinzona gekommen, hat er sich beim FC Sion umgehend durchgesetzt. Auch dank seiner 13 Tore könnte die Reise des FCS nach Europa gehen. Dafür müsste der FC St.Gallen das Cupfinale gegen Stade-Lausanne-Ouchy gewinnen. Ein Szenario, das durchaus wahrscheinlich ist.

5. Alvyn Sanches - BSC Young Boys

Der offensive Mittelfeldspieler musste kurz vor dem Saisonfinale eine bittere Nachricht verdauen. Murat Yakin verzichtet auf die Dienste von Alvyn Sanches während der WM in Nordamerika und das, obschon der YB-Spieler eine herausragende Saison hat zeigen können.

Sanches darf nicht an die WM reisen.

Spät im Transferfenster wechselte Sanches vom FC Lausanne-Sport zum BSC Young Boys. Für die Berner wurde ein Millionenbetrag fällig, obwohl sich der 23-Jährige zu diesem Zeitpunkt noch in der Reha nach einem Kreuzbandriss befand. Erst im Spätherbst konnte Alvyn Sanches zum ersten Mal für YB auflaufen. Umgehend avancierte er zum Schlüsselspieler in der Offensive. Zehn Tore und sechs Assists sind ein deutliches Zeugnis. Mit einer guten WM hätte er sich womöglich sogar für einen Auslandstransfer aufdrängen können. Nun muss Sanches darauf hoffen, dass seine Leistungen in der Super League ausreichend waren.

4. Anthony Racioppi - FC Sion

Anscheinend ohne Not eröffnete der FC Sion im letzten Sommer eine Torhüterdiskussion. Die Walliser verpflichteten Anthony Racioppi, der zuvor bei YB nicht überzeugt hatte, und gaben ihren Stammgoalie Timothy Fayulu auf Leihbasis nach Armenien ab.

Im Nachhinein muss man den Verantwortlichen für diesen Mut gratulieren. Racioppi war in der abgelaufenen Super-League-Spielzeit der beste Torhüter der Liga. Zwölfmal konnte der Sittener seinen Kasten sauber halten - Ligabestwert. Mit diesen Leistungen wird der 27-Jährige auch Begehrlichkeiten geweckt haben, doch der Verein darf beruhigt sein. Racioppi hat noch einen Vertrag bis 2029 beim FC Sion und damit hat der Club alle Trümpfe bei den Verhandlungen in den eigenen Händen.

3. Matteo Di Giusto - FC Luzern

Di Giusto war der Kreativspieler des FC Winterthur. Auch beim FC Luzern hat sich Di Giusto umgehend zum Dreh- und Angelpunkt des FCL-Offensivspiels gemausert. Das birgt Chancen und Gefahren, denn wenn es dem Zehner nicht läuft, hat Luzern arge Probleme. Ohne die offensive Lebensversicherung wären die Leuchtenstädter in den Abstiegskampf verwickelt gewesen.

Zwölf Tore und zwölf Assists stehen am Ende auf dem Konto Di Giustos. Es ist eine herausragende Saison, die der 25-Jährige hinter sich hat. Damit wird er den Luzernern auch Schwierigkeiten bereiten, da er auf dem Transfermarkt begehrt sein dürfte. Dann gilt es für Remo Meyer, den Abgang besser aufzufangen, als es seine Kollegen in Winterthur taten. Di Giustos Abschied aus der Eulachstadt wog dermassen schwer, dass der Abstieg aus der Super League nicht zu verhindern war.

2. Kastriot Imeri - FC Thun

Kastriot Imeri war der Königstransfer beim FC Thun. Wäre die Karriere von Imeri linear verlaufen, würde der talentierte Mittelfeldspieler längst im Ausland spielen, doch die Laufbahn des Schweizers geriet bei YB ins Stocken. Nur so war es möglich, dass die Thuner einen solch begnadeten Fussballer mittels Leihe mit Kaufoption ins Berner Oberland locken konnten.

Sechs Tore und acht Assists hat Kastriot Imeri zum Thuner Meistermärchen beigetragen. Vor allem in den Monaten von Dezember bis März war der Kreativspieler der entscheidende Faktor des Höhenflugs. Nun ist die Zukunft des Schweizer Nationalspielers unklar. Thun besässe eine Kaufoption. Ob die Summe für die Berner Oberländer aber stemmbar ist, werden die kommenden Tage und Wochen zeigen.

1. Carlo Boukhalfa - FC St.Gallen

Der beste Transfer der Super-League-Saison 2025/26 gelang Roger Stilz. Ablösefrei konnten die Espen Carlo Boukhalfa verpflichten, dessen Vertrag bei St. Pauli ausgelaufen war. Umgehend wurde der Deutsche zum Schlüsselspieler im System von Enrico Maassen. Kein Spieler hat mehr Minuten absolviert als der 27-Jährige.

Umso schöner war die Nachricht für die Fans des FC St.Gallen, dass Boukhalfa seinen Vertrag vorzeitig um zwei Jahre verlängert hatte. Die Zusammenarbeit zwischen dem zwölffachen Ligatorschützen und den Espen könnte in einer Woche ihre Krönung finden, wenn der Cupfinal im Wankdorf ansteht. Der FCSG geht als haushoher Favorit ins Duell mit Stade-Lausanne-Ouchy.

Alvyn Sanches Anthony Racioppi Brack Super League BSC Young Boys Carlo Boukhalfa FC Basel 1893 FC Lausanne-Sport FC Lugano FC Luzern FC Sion FC Thun Berner Oberland FC Winterthur FC Zürich Flavius Daniliuc Fussball Junior Kadile Kastriot Imeri Kevin Behrens Matteo Di Giusto Michael Heule Michel Schuler Rilind Nivokazi Servette FC

2026-05-18 14:05:00