sport.ch

Zigi-Abschied nach über sechs Jahren? Die Transfer-Brennpunkte der Super League

Mögliche Absprungkandidaten

In einer historischen Super-League-Saison befinden wir uns im Schlussspurt. Während der FC Thun als Aufsteiger ein grosses Märchen mit dem Meistertitel krönte, glühen bei den Sportchefs bereits die Drähte. Das Transferkarussell wirft bereits seine Schatten voraus und für viele Klubs geht es nun darum, ihr Tafelsilber gewinnbringend zu veräussern oder den Kader für die nächste Saison umzubauen. Wir analysieren für jedes Team einen möglichen Absprungkandidaten.

FC Winterthur: Loïc Lüthi

Der junge Verteidiger hat sein grosses Potenzial eindrücklich unter Beweis gestellt. Für viele Experten ist klar: Loic Lüthi wird den wohl bitteren Gang des FC Winterthur in die Challenge League kaum mitgehen. Aufgrund einer schweren Verletzung konnte er in dieser Saison erst mit reichlich Verspätung einsteigen und diese verhinderte auch einen vorzeitigen Abgang vor einem Jahr. Lüthi ist erst 22 Jahre jung und dürfte mit Sicherheit einen neuen Arbeitgeber im In- oder vielleicht sogar Ausland finden.

Grasshopper Club Zürich: Justin Hammel

In einer für GC erneut schwierigen und oft instabilen Saison war Justin Hammel einer der wenigen Konstanten. Der Torhüter hat sich als einer der zuverlässigsten Rückhalte der gesamten Brack Super League etabliert. Mit 25 Jahren befindet er sich in einem idealen Alter für einen Karrieresprung. Ähnlich wie bei Lüthi läuft auch sein Arbeitspapier im Sommer 2027 aus. Für die GC-Führung ist Hammel ein wertvolles Asset: Er ist sportlich enorm wichtig, ist aber gleichzeitig aber auch einer der wenigen Spieler im Kader, für die eine signifikante Ablösesumme erzielt werden kann. Nach Jahren im Abstiegskampf dürfte Hammel selbst den Anspruch hegen, bei einem Verein zu spielen, der um Titel oder zumindest um das internationale Geschäft mitspielt.

FC Zürich: Cheveyo Tsawa

Der FCZ verfügt mit Tsawa über eines der begehrtesten Mittelfeldtalente des Landes und dieser hat bereits öffentlich mit einem Wechsel geliebäugelt. Die Situation ist hochspannend, da Cheveyo Tsawa noch einen langfristigen Vertrag bis 2030 besitzt. Normalerweise würde dies einen Verbleib über den Sommer hinaus garantieren, doch im modernen Fussball ist ein solcher "Rentenvertrag" oft nur ein Mittel, um die Ablösesumme in astronomische Höhen zu treiben. Tsawa fühlt sich bereit für den Schritt ins Ausland und möchte den Schwung seiner starken Leistungen nutzen, um sich in einer Top-5-Liga zu beweisen. Der FCZ sitzt dank der extrem langen Laufzeit am längeren Hebel, doch wenn ein Verein aus der Premier League oder der Bundesliga anklopft, wird man das Talent kaum gegen seinen erklärten Willen halten können.

FC Lausanne-Sport: Karim Sow

Karim Sow wird seit Jahren als eines der grössten Schweizer Versprechen in der Innenverteidigung gehandelt. Mit 22 Jahren hat er nun den Punkt erreicht, an dem er dem Status des "ewigen Talents" entwachsen ist. Er ist eine physische Macht, stark im direkten Duell, und verfügt über ein präzises Aufbauspiel. In Lausanne hat er sich zum unumstrittenen Stammspieler entwickelt. Für Sow könnte es der richtige Zeitpunkt für den nächsten Karriereschritt sein. Er hat in der Westschweiz alles gelernt, was man für die heimische Liga benötigt. Um sich jedoch für die A-Nationalmannschaft nachhaltig zu empfehlen, benötigt er eine stärkere Konkurrenz im täglichen Training und auf dem Platz. Ein Wechsel zu einem Verein in einer Top-5-Liga scheint die logische Konsequenz seiner Entwicklung zu sein.

Servette FC: Timothé Cognat

Timothé Cognat ist der Motor des Genfer Spiels. Seit Jahren kurbelt er das Mittelfeld der "Grenats" an und ist aus der Startelf kaum wegzudenken. Obwohl er in Genf einen langfristigen Vertrag bis 2029 besitzt, verdichten sich die Anzeichen, dass der Franzose trotz dieser Sicherheit einen Wechsel plant. Cognat hat mit Servette den Cupsieg gefeiert und europäische Nächte erlebt - nun scheint der Wunsch nach einer neuen kulturellen und sportlichen Herausforderung zu überwiegen. Trotz der langen Vertragslaufzeit gilt er als Absprungkandidat, da Servette einem so verdienten Spieler wohl keine Steine in den Weg legen würde, sofern die Ablöse stimmt.

FC Luzern: Pascal Loretz

Pascal Loretz startete furios in seine Profikarriere, doch zuletzt schien seine Entwicklung ein wenig zu stagnieren. In Luzern ist man sich seines Potenzials bewusst, doch manchmal benötigt ein junger Torhüter eine Luftveränderung, um die nächste Stufe zu zünden. Loretz ist ein moderner Keeper, mitspielend und reaktionsschnell. Da sein Vertrag im Sommer 2027 ausläuft, befindet sich der FCL in einer kleinen Zwickmühle: Jetzt verkaufen und Kasse machen oder das Risiko eines ablösefreien Abgangs in einem Jahr eingehen? Ein Wechsel, vielleicht sogar innerhalb der Liga zu einem Klub mit höheren Ambitionen, könnte genau der Reizpunkt sein, den Loretz für seinen weiteren Weg benötigt.

BSC Young Boys: Alvyn Sanches

Die Young Boys müssen sich im Sommer womöglich auf schmerzhafte Abgänge einstellen, und Alvyn Sanches steht ganz oben auf der Liste. Dass YB in der kommenden Saison keine internationalen Spiele im Wankdorf austragen wird, ist ein herber Schlag für die Ambitionen eines Spielers wie Sanches. Er ist technisch brillant, handlungsschnell und hat eine Spielübersicht, die ihn eigentlich für eine der Top-Ligen Europas prädestiniert. Der Sprung ins Ausland ist für ihn nicht nur eine Option, sondern für seine persönliche Entwicklung fast schon eine Notwendigkeit. Der BSC Young Boys wird ihn nur gegen eine sehr hohe Millionensumme ziehen lassen, was für einen Mann seiner Klasse auch absolut gerechtfertigt wäre.

FC Basel 1893: Metinho

Metinho ist der nächste Spieler beim FC Basel, der dem Verein eine schöne Ablösesumme bescheren könnte. Der Brasilianer wird nämlich massiv von ausländischen Teams umgarnt. Sollte der FCB die Europacupplätze verpassen, wird es für die Verantwortlichen am Rheinknie nahezu unmöglich sein, ihn von einem weiteren Jahr in Basel zu überzeugen. Metinho will sich auf der grossen Bühne präsentieren. Sein Marktwert ist stabil, und für Basel wäre ein Verkauf ein wichtiges Puzzleteil, um die finanzielle Konsolidierung voranzutreiben. Er ist der klassische Spieler, der nach einer soliden Saison in der Schweiz den direkten Sprung in eine Top-Liga schafft.

FC Sion: Ilyas Chouaref

Seit Sommer 2022 wirbelt Ilyas Chouaref im Wallis. Er hat den Abstieg, den direkten Wiederaufstieg und die Konsolidierung miterlebt. Mit nun 25 Jahren ist Chouaref im perfekten Fussballeralter. Er hat in der Schweiz bewiesen, dass er ein Unterschiedsspieler sein kann, der Spiele durch Einzelaktionen entscheidet. Nach vier Jahren bei den Sittenern ist die Zeit reif für eine neue Herausforderung. Chouaref wirkt bereit für eine grössere Liga, und Christian Constantin ist bekannt dafür, Spieler zum richtigen Zeitpunkt mit Gewinn zu verkaufen.

FC Lugano: Mattia Zanotti

Mattia Zanotti ist aktuell der wertvollste Spieler im Kader des FC Lugano. Der italienische Aussenverteidiger ist ein Muster an Beständigkeit und Offensivdrang. Für die Luganesi ist er ein Glücksgriff, doch genau das macht ihn zum Absprungkandidaten Nummer eins. Der Klub kann es sich kaum leisten, auf die Ablösesumme zu verzichten, die Zanotti im Sommer generieren würde. Sein Weg scheint vorgezeichnet: zurück in die Serie A oder zu einem ambitionierten Klub in einer anderen Top-5-Liga. Lugano wird den Abgang schmerzlich spüren, aber finanziell enorm davon profitieren.

FC St.Gallen 1879: Lawrence Ati Zigi

Er ist der grosse Publikumsliebling im kybunpark: Lawrence Ati Zigi. Der Stammgoalie fühlt sich in St.Gallen pudelwohl, doch mit 29 Jahren erreicht er langsam aber sicher den Zenit seiner Karriere. Zigi spielt bereits seit Januar 2020 für die Espen - eine Ewigkeit im modernen Fussball. Da sein Vertrag 2027 endet, ist dieser Sommer womöglich die letzte Gelegenheit für ihn, noch einmal einen grossen Vertrag bei einem ausländischen Top-Team zu unterschreiben. Für den FCSG wäre es ein hochemotionaler Abschied, doch wirtschaftlich und sportlich könnte der Zeitpunkt für beide Seiten kaum besser sein, um Platz für ein neues Kapitel zu machen. Konkrete Anzeichen, dass der Ghanaer tatsächlich einen Abgang in Erwägung zieht, gibt es aber bisher nicht.

FC Thun: Elmin Rastoder

Der FC Thun feierte mit dem Meistertitel die Krönung einer unglaublichen Saison, und Elmin Rastoder war einer der Hauptprotagonisten dieser Erfolgsgeschichte. Seine starken Leistungen haben ihn weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt gemacht. Allen voran Panathinaikos Athen hat den Stürmer ganz oben auf der Wunschliste. Da sein Vertrag im Berner Oberland nur noch bis Sommer 2027 läuft, deutet alles auf einen Abschied hin. Rastoder hat in Thun alles erreicht und möchte nun die Gunst der Stunde nutzen, um bei einem traditionsreichen europäischen Klub den nächsten Schritt zu machen.

Abdou Karim Sow Alvyn Sanches Brack Super League BSC Young Boys Cheveyo Tsawa Damian Möschinger Elmin Rastoder FC Basel 1893 FC Lausanne-Sport FC Lugano FC Luzern FC Sion FC St.Gallen 1879 FC Thun Berner Oberland FC Winterthur FC Zürich Fussball Grasshopper Club Zürich Ilyas Chouaref Justin Hammel Lawrence Ati Zigi Loïc Lüthi Mattia Zanotti Metinho Pascal Loretz Servette FC Timothé Cognat

2026-05-08 13:00:34