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Trotz des Rauswurfs von Lichtsteiner ist der grösste Schleudersitz der Liga nicht in Basel

Trainerverschleiss in der Super League

Mit Stephan Lichtsteiner musste der erste Trainer in der neuen Saison seinen Spind räumen. Wir nehmen den Trainerverschleiss in der Super League seit der Ligareform genauer unter die Lupe. Vor allem in einer Stadt werden die Trainer schnell ausgetauscht.

FC Lugano (1 Trainer)

Der dienstälteste Trainer der Super League ist Mattia Croci-Torti. Während der Saison 2021/22 übernahm er beim FC Lugano das Ruder. Gleich in seiner ersten Spielzeit bei den Luganesi gewann er den Schweizer Cup. Trotz eines missglückten Saisonstarts hielt sich der 44-Jährige in der Vorsaison im Sattel. Nun sind die Bianconeri mit sechs Siegen aus sechs Spielen perfekt in die neue Spielzeit gestartet.

FC Sion (1 Trainer)

Wenn man über das Thema Trainerverschleiss spricht, ist der FC Sion über zahlreiche Jahre hinweg immer ganz vorn dabei gewesen. Der Trainerstuhl im Wallis war immer einer der wackligsten. Das hat sich gewissermassen mit dem Abstieg 2023 geändert. Christian Constantin schenkte seither Didier Tholot das Vertrauen.

Der direkte Wiederaufstieg war nur der erste Schritt einer anhaltenden Aufwärtstendenz unter Tholot. Nach drei Jahren überliess der Präsident dem 62-jährigen Franzosen die Entscheidung, ob er eine weitere Spielzeit beim FC Sion an der Seitenlinie stehen möchte. Tholot verlängerte seinen Vertrag und setzt seine Arbeit im Wallis erfolgreich fort.

FC Thun (2 Trainer)

In seiner dritten Saison beim FC Thun führte Mauro Lustrinelli den FC Thun zum Aufstieg. Der ganz grosse Coup gelang dem Tessiner dann in der ersten Saison im Oberhaus. Völlig überraschend holten die Berner Oberländer den Schweizer Meistertitel. Das weckte Begehrlichkeiten. Nicht nur zahlreiche Spieler verliessen den FC Thun, auch Mauro Lustrinelli zog es weg. Er trainiert nun den 1. FC Union Berlin in der Bundesliga.

Beim FC Thun hat als Nachfolger Lustrinellis ein No-Name das Ruder übernommen. Gian-Luca Privitelli ist zum ersten Mal im Profifussball tätig und hat das schwere Erbe seines Vorgängers übernommen. Trotz einer turbulenten Transferphase wird Privitelli beim Schweizer Meister in Ruhe arbeiten können.

FC Luzern (2 Trainer)

Konstanz gab es in den letzten Jahren auch auf dem Trainerstuhl in der Innerschweiz. Mario Frick war viereinhalb Jahre lang Trainer des FC Luzern. Im letzten Sommer kam es zum Vertragsende zur einvernehmlichen Trennung. Der Liechtensteiner fühlte sich dazu berufen, eine neue Aufgabe zu suchen und auch der Verein wollte zu neuen Ufern aufbrechen. Mit Udo Portmann haben die Leuchtenstädter einer internen Lösung das Vertrauen ausgesprochen.

FC St.Gallen 1879 (2 Trainer)

Nach sechs Saisons mit Peter Zeidler an der Seitenlinie erfolgte 2024 in St.Gallen mit Zeidlers Abgang zum VfL Bochum ein Trainerwechsel. Enrico Maassen übernahm das Ruder bei den Espen und sorgt seither für Begeisterung in der Ostschweiz. In der ersten Saison unter Maassen zogen die Espen in die Conference League ein. Dazu konnte der Deutsche im zweiten Jahr den langersehnten Cuptitel zurück in die Ostschweiz bringen. Es war der erste Titelgewinn für die Espen seit 26 Jahren.

FC Vaduz (2 Trainer)

Martin Stocklasa war gut ein Jahr lang Trainer des FC Vaduz. Der Verein verharrte aber unter dem ehemaligen liechtensteinischen Nationalspieler in der unteren Tabellenhälfte und so übernahm Marc Schneider im Februar 2024 die Zügel.

Stück für Stück formte der Berner das Team nach seinen Vorstellungen. Schneider steht für zielstrebigen Offensivfussball und er möchte nicht von seinen Prinzipien abweichen. Seine Prinzipien haben den Vaduzern viel Erfolg beschert. So gelang in der letzten Saison der direkte Aufstieg und auch in der Super League knüpft der FCV an die Leistungen an. Es macht Spass, sich Spiele der Vaduzer anzuschauen. Ob dieser Offensivfussball zum Klassenerhalt führt, wird der Saisonverlauf noch zeigen.

FC Lausanne-Sport (4 Trainer)

Peter Zeidler ist ein Stammgast in diesem Artikel. Im Frühjahr des letzten Jahres trennten sich die Westschweizer von ihrem Trainer. Damit starteten die Westschweizer einen Trend, der ihren Verschleiss in die Höhe schiessen liess. Bis zum Saisonende übernahm das Duo, bestehend aus Markus Neumayr und Migjen Basha, die Leitung der ersten Mannschaft. Auf die Spielzeit 2025/26 hin hat dann Luka Elsner die Geschicke übernommen. Richtig gut läuft es dem Verein aber zum Saisonstart noch nicht.

Vor Peter Zeidler legten die Lausanner eine grosse Konstanz auf dem Trainerposten an den Tag. Ludovic Magnin war drei Jahre lang für die Westschweizer verantworltich. Der Aufstiegstrainer führte den FC Lausanne-Sport in seiner letzten Sauson auf den fünften Schlussrang und verdiente sich damit den Schritt zum FC Basel.

Servette FC (4 Trainer)

Nach Lausanne sind wir schon bei den Vereinen angekommen, die ihre Trainer regelmässiger austauschen. Dabei muss auch erwähnt werden, dass wir alle Interimstrainer ebenfalls berücksichtigt haben. Beim Servette FC gab René Weiler 2024 nach nur einem Jahr als Cheftrainer seinen Posten ab. Nachfolger Thomas Häberli hielt sich dann etwas länger im Amt. Nach nur vier Pflichtspielen in der letzten Saison wurde der 52-Jährige jedoch freigestellt.

Bis Nachfolger Jocelyn Gourvennec übernehmen konnte, stand Bojan Dimic für zwei Partien als Interimstrainer an der Seitenlinie. So kommen die Genfer auf vier Trainer in den drei Spielzeiten.

 

FC Basel 1893 (6 Trainer)

Der FC Basel hat in den letzten gut drei Saisons gleich dreimal den Cheftrainer innerhalb einer laufenden Saison gewechselt. Nach nur elf Spielen trennten sich die Bebbi im Herbst 2023 von Timo Schultz. Interimistisch übernahm damals Heiko Vogel das Zepter. Der daraufhin eingestellte Fabio Celestini ist der einzige Trainer in der Auflistung, der nicht entlassen wurde. Der gebürtige Lausanner führte den FC Basel zurück auf den Schweizer Fussballthron. Nach dem Gewinn des Doubles zog Celestini allerdings in Richtung Moskau weiter.

Ludovic Magnin stellte sich aber nicht als der passende Nachfolger des Meistertrainers heraus. Mit den vielen Wechseln auf der Trainerposition sollte es dann aber vorüber sein. Stephan Lichtsteiner unterschrieb im Januar einen bis 2029 gültigen Vertrag. Diesen Vertrag sollte der langjährige Nati-Captain aber nicht erfüllen. Bereits nach gut sieben Monaten und einem fürchterlichen Punkteschnitt zogen die Verantwortlichen die Reissleine. Wer der sechste FCB‑Trainer in gut drei Jahren wird, ist noch unklar.

Stephan Lichtsteiner wurde auch bereits wieder entlassen.

BSC Young Boys (6 Trainer)

Gleich zweimal seit der Ligareform musste Joel Magnin als Interimstrainer beim BSC Young Boys einspringen. Erstmals kam Magnin nach der Trennung von Raphael Wicky zum Einsatz. Er führte die Berner dann mit einem starken Saisonschlussspurt zum Meistertitel. Dennoch entschieden sich die Verantwortlichen in Bern dazu, Patrick Rahmen aus Winterthur als neuen Cheftrainer einzustellen. 15 Partien später war Rahmen wieder Geschichte und abermals übernahm Magnin bis zur nächsten grossen Meisterschaftspause.

Ab der Winterpause 2024/25 stand dann Giorgio Contini für insgesamt 42 Partien an der Seitenlinie. Nach einem 3:3 gegen den Grasshopper Club Zürich wurde Contini durch den zurückgekehrten Meistertrainer Gerardo Seoane ersetzt. Mit Seoane plant man langfristig. Er mindestens bis 2028 an der Seitenlinie stehen. Die Defensivprobleme der Young Boys halten aber auch nach knapp einem Jahr unter dem neuen Trainer an.

Grasshopper Club Zürich (7 Trainer)

Beim Grasshopper Club Zürich steht der Trainerzähler in den vergangenen gut drei Jahren bei sieben – das ist die geteilte Höchstmarke. Bruno Berner beerbte zum Start in die Saison 2023/24 Giorgio Contini. Kurz vor Saisonende sollte Marco Schällibaum die Hoppers in der Super League halten. Via der Barrage gegen den FC Thun gelang dieses Unterfangen. Schällibaum blieb im Amt, musste aber noch im selben Jahr im November seinen Spind räumen.

Giuseppe Morello betreute den Grasshopper Club Zürich bei der 1:2-Niederlage gegen den FC St.Gallen ad interim. Danach übernahm Tomas Oral beim Rekordmeister, auch er hielt mit dem Team in der Relegation die Klasse.

Im Zuge eines grösseren Umbruchs entschied sich Sportchef Alain Sutter für den Österreicher Gerald Scheiblehner. Nach der Trennung des Wunschtrainers im März übernahm Gernot Messner ad interim, doch auch mit Messner konnten sich die Hoppers nicht genügend vom Abstiegsrang entfernen und so musste am Ende Peter Zeidler die Kohlen aus dem Feuer holen. In der Barrage konnte gegen den FC Aarau die Klasse gehalten werden.

FC Zürich (7 Trainer)

GC ist aber nicht der einzige Verein aus der Stadt Zürich, der für seinen Schleudersitz bekannt ist. Nach Bo Henriksens Abgang zum 1. FSV Mainz übernahm Murat Ural als Interimstrainer beim FC Zürich. Noch in derselben Rückrunde installierte der damalige Sportchef Milos Malenovic Ricardo Moniz erst als abermaligen Interimstrainer und später als neue Dauerlösung.

Moniz musste aber im vergangenen Sommer den Verein verlassen.Damit startete die turbulente Spielzeit 2025/26. Wunschtrainer Mitchell van der Gaag war ein Fehlgriff, der nach elf Spielen bereits wieder korrigiert wurde. In der Folge wurde Dennis Hediger bis auf Weiteres als Trainer angestellt. Sein erster Trainerposten auf Profiniveau endete mit der 0:1-Niederlage gegen den FC Lugano.

 

Die nächste Übergangslösung beim FC Zürich war Carlos Bernegger. Er sollte bis zum Saisonende den FCZ in der Relegation Group betreuen. Zumindest in grosse Abstiegsgefahr geriet der FC Zürich nicht mehr. Mit dem neuen Übungsleiter, dem erfahrenen Marcel Koller, sind die Zürcher aber auch nicht optimal in die neue Saison gestartet.

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2026-09-10 11:05:10