Trotz unterschiedlicher Höhe der Transferablösen, waren die Abgänger Gold wert für ihre Vereine
Die Rekord-Abgänge der Teams der Super League
Aus der vergleichsweise kleinen Schweiz haben es viele grosse Fussballtalente in die Topligen Europas geschafft und das mitunter für beachtliche Summen. Für die Super-League-Vereine ist der Transfermarkt längst nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich von grosser Bedeutung. In der Folge werfen wir einen Blick auf die bisher teuersten Abgänge jedes Klubs und zeigen, wie lukrativ der Export von Toptalenten sein kann.
Da die Teams bei Transfers immer wieder Stillschweigen über die Ablösemodalitäten vereinbaren, wurden hier die Ablösesummen von transfermarkt.ch verwendet. Allfällige Weiterverkaufserlöse wurden nicht berücksichtigt.
12. FC Winterthur - Samuel Ballet (1,8 Mio. €)
Der Schweizer Flügelspieler Samuel Ballet kehrte in diesem Sommer nach einer Leihe beim FC Zürich zu seinem Stammklub Como zurück. Sein Wechsel nach Italien datiert vom Januar 2024, als der damalige Serie-B-Klub den 24-Jährigen für rund 1,8 Millionen Euro vom FC Winterthur verpflichtete. Nur wenige Monate später gelang Ballet mit Como der Aufstieg in die Serie A, jedoch nicht als Stammkraft. Direkt im Anschluss wurde er, wie erwähnt, nochmals in die Super League ausgeliehen.
11. FC Thun - Marvin Spielmann (2 Mio. €)
In der Saison 2018/19 sorgte der FC Thun mit einem starken vierten Platz in der Super League für Aufsehen. Einer der Hauptprotagonisten des Erfolgs war Marvin Spielmann, der mit 12 Toren und 8 Assists glänzte. Seine überzeugenden Leistungen blieben auch dem damaligen Meister YB nicht verborgen. Die Berner griffen zu und waren bereit, tief in die Tasche zu greifen, für rund zwei Millionen Euro wechselte Spielmann zum Kantonsrivalen, bis heute den Transfererlös-Rekord der Thuner. Beim BSC Young Boys verbrachte der Flügelspieler zweieinhalb Jahre, in denen er zwei Meistertitel sowie einen Schweizer Cupsieg feiern durfte.
10. FC St. Gallen - Charles Amoah (3,93 Mio. €)
Charles Amoah ist wohl jedem Espen-Fan ein Begriff und das aus gleich zwei historischen Gründen. In der Saison 1999/2000 schoss der ghanaische Mittelstürmer den FC St. Gallen mit beeindruckenden 26 Toren zum zweiten Meistertitel der Vereinsgeschichte und sicherte sich damit gleichzeitig die Torjägerkrone der Liga. Nur ein halbes Jahr später folgte der nächste Meilenstein: Sein Transfer zu Sturm Graz für knapp vier Millionen Euro stellte einen Vereinsrekord auf, der selbst 25 Jahre später noch Bestand hat.
8. FC Lausanne-Sport - Zeki Amdouni (4 Mio. €)
In der Saison 2021/22 spielte sich Zeki Amdouni mit 12 Treffern ins Rampenlicht und in die Notizbücher des FC Basel. Die Bebbi sicherten sich den Schweizer Nationalspieler zunächst per Leihe von Lausanne-Sport, inklusive Kaufoption. Mit einer Ablösesumme von vier Millionen Euro wurde Amdouni schliesslich zum teuersten Abgänger der Klubgeschichte Lausannes. Basel zog die Option und veräusserte den Offensivspieler nur 18 Tage später mit sattem Gewinn. Für stolze 18,6 Millionen Euro wechselte Amdouni zum Premier-League-Klub FC Burnley.
8. FC Lugano - Mohamed Amoura (4 Mio. €)
Mittelstürmer Mohamed El Amine Amoura feierte 2022 mit dem FC Lugano den Gewinn des Schweizer Cups und schrieb sich damit in die Klubgeschichte ein. Nur ein Jahr später folgte der nächste Karriereschritt. Für vier Millionen Euro wechselte der 25-jährige Algerier zu Union Saint-Gilloise in die belgische Jupiler Pro League. Inzwischen stürmt Amoura für den VfL Wolfsburg in der Bundesliga, sein Marktwert wird aktuell auf beeindruckende 32 Millionen Euro geschätzt.
7. Grasshopper Club Zürich - Munas Dabbur (5 Mio. €)
Vom einstigen Torjäger zur Randfigur im europäischen Fussball: Munas Dabbur, Torschützenkönig der Super-League-Saison 2015/16, ist mittlerweile weitgehend von der europäischen Bühne verschwunden. In seiner Zeit bei den Grasshoppers traf der Israeli beeindruckende 56 Mal und steuerte zusätzlich 28 Assists bei. Leistungen, die ihm einen Transfer für fünf Millionen Euro zu RB Salzburg einbrachten. Nach weiteren Stationen in Deutschland und Spanien ist der mittlerweile 33-jährige Stürmer heute in den Vereinigten Arabischen Emiraten aktiv.
6. FC Luzern - Luca Jaquez (6,5 Mio. €)
Nur ein halbes Jahr nach dem Rekordtransfer von Ardon Jashari, der den FC Luzern für sechs Millionen Euro verliess, zog mit Luca Jaquez das nächste vielversprechende Talent ins Ausland weiter. Was viele womöglich nicht mehr präsent haben: Der Wechsel des Innenverteidigers spülte sogar eine halbe Million Euro mehr in die Luzerner Kassen. Während der 22-Jährige beim VfB Stuttgart bislang einen schweren Stand hat, konnte sich Jashari nach einem starken Jahr in Belgien für den nächsten Karriereschritt empfehlen und wechselte inzwischen für beeindruckende 36 Millionen Euro zur AC Milan.
5. Servette FC - Sonny Anderson (8,25 Mio. €)
Von Genf aus nahm 1992 eine grosse Fussballkarriere ihren Anfang. Der brasilianische Mittelstürmer Sonny Anderson wechselte damals zum Servette FC und hinterliess rasch einen bleibenden Eindruck. In der Saison 1993/94, als Servette den Meistertitel feierte, traf der Topskorer der Vorsaison bereits in der Hinrunde elfmal und spielte sich damit ins Visier europäischer Topklubs. Nach einer Leihe zu Olympique Marseille griff schliesslich der AS Monaco tief in die Tasche und überwies 8,25 Millionen Euro in die Calvinstadt. Für Servette war es ein Rekordtransfer, für Anderson der Startschuss zu einer glänzenden Karriere. In den folgenden Jahren stürmte er unter anderem für den FC Barcelona, Olympique Lyon und den FC Villarreal, und gewann dabei zweimal die spanische sowie dreimal die französische Meisterschaft.
4. FC Zürich - Ricardo Rodriguez (8,5 Mio. €)
Mittlerweile hat Ricardo Rodriguez 129 Länderspiele für die Schweiz bestritten und auch mit 32 Jahren ist der zuverlässige Linksverteidiger aus Murat Yakins Aufgebot kaum wegzudenken. Der Schweizer Fussballer des Jahres 2014 durchlief einst sämtliche Juniorenstufen beim FC Zürich und entwickelte sich dort rasch zum unumstrittenen Stammspieler. 2012 folgte der nächste Karriereschritt: Für 8,5 Millionen Euro wechselte "Rici" in die Bundesliga zum VfL Wolfsburg. Dort prägte er über fünf Jahre hinweg das Team, ehe er 2017, nach dem Gewinn des DFB-Pokals und des Supercups, für 15 Millionen Euro zur AC Milan weiterzog.
2. FC Sion - Matheus Cunha (15 Mio. €)
Matheus Cunha ist zweifellos einer jener Spieler, bei dem aktuell alles auf das womöglich bedeutendste Jahr seiner Karriere hindeutet und das, obwohl sein Wechsel vom FC Sion zu RB Leipzig bereits sieben Jahre zurückliegt. Der brasilianische Offensivspieler hinterliess während seiner kurzen, aber überzeugenden Zeit im Wallis bleibenden Eindruck. In nur einer Saison steuerte er zehn Tore und acht Assists bei und machte rasch internationale Topklubs auf sich aufmerksam.
Nun steht der nächste grosse Schritt an. Nach seiner Zeit bei Hertha BSC, Atlético Madrid und Wolverhampton wechselte Cunha jüngst für satte 74,2 Millionen Euro zu Manchester United. Dank einer vertraglich festgelegten Ausbildungsentschädigung profitiert auch der FC Sion von diesem Mega-Transfer, rund 370'000 Euro fliessen nach dem Weiterverkauf in die Kassen des Walliser Traditionsklubs.
2. BSC Young Boys - Fabian Rieder (15 Mio. €)
Fabian Rieder feierte mit dem BSC Young Boys drei Meistertitel und einen Cupsieg, Erfolge, die seine beeindruckende Entwicklung vom YB-Eigengewächs zum Schlüsselspieler unterstrichen. Das grosse Potenzial des Offensivspielers blieb auch im Ausland nicht unbemerkt. 2023 sicherte sich Stade Rennes seine Dienste und zahlte 15 Millionen Euro Ablöse, ein Rekordtransfer für die Berner. Doch der Wechsel in die Ligue 1 verlief nicht wie erhofft. Rieder wurde bereits nach einer Saison an den VfB Stuttgart ausgeliehen, wo er mit dem Team zwar den DFB-Pokal gewinnen konnte, aber nur begrenzt Spielpraxis erhielt. Inzwischen ist der 22-Jährige nach Frankreich zurückgekehrt und sieht sich bei Rennes mit einer ungewissen Zukunft konfrontiert.
1. FC Basel - Breel Embolo (26,50 Mio. €)
Die Krone des bislang teuersten Transfers aus der Super League trägt der amtierende Meister FC Basel. Schon in jungen Jahren zeigte Breel Embolo als Basler Eigengewächs, dass er das Potenzial für eine grosse Karriere besitzt. Mit dem FCB sicherte sich der Mittelstürmer gleich dreimal den Schweizer Meistertitel, bevor er den nächsten Schritt wagte. Für eine Ablösesumme von 26,5 Millionen Euro wechselte Embolo damals zum Bundesliga-Traditionsklub Schalke 04. Heute spielt der 28-Jährige bei der AS Monaco und hat bisher 77 Einsätze für die Schweizer Nationalmannschaft absolviert.