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Misslingt der Saisonstart, so könnten einige BSL-Trainer schnell zur Debatte stehen

So sicher sitzen die Trainer der Super League im Sattel

Gleich vier Teams gehen in die Saison 2025/26 in der Super League mit einem neuen Trainer. Bevor der Ball in der neuen Spielzeit wieder rollt, haben wir versucht, die Entlassungswahrscheinlichkeit der aktuellen Coaches zusammenzustellen.

Insgesamt kam es im Verlauf der letzten Saison zu elf Wechseln auf den Trainerstühlen der Super League, allerdings hielten sich acht in die Saison gestartete Coaches bis zum Schlusspfiff der 38. Runde im Amt. Lediglich bei den YB, GC, Yverdon und Winterthur kam es noch während der laufenden Spielzeit zu einem oder mehreren Umbrüchen. Nach dem Saisonende folgten Trainer-Rochaden in Basel, Lausanne und den beiden Stadtzürcher Vereinen.

Nachfolgend haben wir vorausgeblickt und die Entlassungswahrscheinlichkeiten der aktuellen Trainer der Super League evaluiert.

Ludovic Magnin (FC Basel 1893): 15%

Ludovic Magnin sitzt beim FC Basel trotz des grossen Erwartungsdrucks fest im Sattel. Nach dem Double-Erfolg unter Vorgänger Fabio Celestini soll er den Meistertitel verteidigen und die Qualifikation für die Champions League schaffen. Die Voraussetzungen sind vielversprechend. Der Kader wurde gezielt verstärkt, die Ambitionen sind klar formuliert. Auch Xherdan Shaqiri stärkt dem neuen Coach den Rücken. Eine vorzeitige Trennung in der bis 2027 geplanten Zusammenarbeit scheint kaum vorstellbar, nicht zuletzt, weil sportlicher Misserfolg bei dieser Mannschaft schwer denkbar ist.

Mattia Croci-Torti (FC Lugano): 20%

Trotz der durchzogenen Rückrunde mit nur sechs Siegen und dem Absturz als Wintermeister auf Rang vier sitzt Mattia Croci-Torti beim FC Lugano weiterhin recht sicher im Sattel. Der Klub setzte im Frühjahr ein klares Zeichen des Vertrauens. Nicht nur wurde sein Vertrag bis 2028 verlängert, auch seine beiden Assistenztrainer erhielten im April neue Arbeitspapiere bis 2027. Zwar gab es nach der Freistellung von Sportchef Carlos da Silva kritische Stimmen, doch insgesamt deutet alles auf Kontinuität und Rückendeckung für den Erfolgstrainer hin.

"Dies ist ein Zeichen der Kontinuität und des Vertrauens seitens des Clubs gegenüber dem Trainerstab von Mattia Croci-Torti, der somit weiterhin auf die beiden Trainer zählen kann, mit denen bereits seit längerem eine vertrauensvolle und professionelle Zusammenarbeit besteht."

FC Lugano, Medienmitteilung, 07. April 2025

Giorgio Contini (BSC Young Boys): 20%

Giorgio Contini übernahm die Young Boys nach einem katastrophalen Saisonstart unter Patrick Rahmen und führte das Team mit einem starken Frühling zurück auf Rang drei. Trotz einer schwachen Champions-League-Kampagne und des verpassten Cupfinales  brachte Contini Stabilität, seine Bilanz spricht für ihn. Zwar deuten Aussagen von ihm auf interne Probleme hin, doch solange sportlich Fortschritte sichtbar bleiben und YB zumindest im Titelrennen bleibt, ist ein vorzeitiger Trainerwechsel unwahrscheinlich. Aktuell geniesst Contini noch solide Rückendeckung.

Mario Frick (FC Luzern): 20%

Mario Frick bleibt trotz Gesprächen mit Clubs aus grösseren Ligen voll fokussiert auf seine Aufgabe beim FC Luzern. Der Verein setzt konsequent auf den eigenen Nachwuchs, ganz im Sinne des Trainers, der diesen Weg mitträgt und aktiv mitgestaltet. Zwar fehlt aktuell eine Vertragsverlängerung, doch Frick geniesst im Klub grosses Vertrauen und ist zentraler Baustein der sportlichen Ausrichtung. Eine vorzeitige Trennung erscheint aktuell unwahrscheinlich, Frick sitzt trotz hoher Fluktuation im Kader relativ sicher im Sattel.

Peter Zeidler (FC Lausanne-Sport): 25%

Als Nachfolger von Ludovic Magnin steht Peter Zeidler vor einer anspruchsvollen Aufgabe in Lausanne. Trotz gewichtiger Abgänge und der Verletzung von Alvyn Sanches traut man dem erfahrenen Coach mit seiner Liga-Kenntnis und dem offensiven Spielstil zu, frischen Wind zu bringen. Die Erwartungen nach der starken Vorsaison sind jedoch hoch und bei ausbleibendem Erfolg könnte die Geduld des Vereins begrenzt sein.

Uli Forte (FC Winterthur): 25%

Trotz seiner erfolgreichen Rettungsmission in der vergangenen Rückrunde steht Uli Forte beim FC Winterthur vor einer fordernden Saison. Sein Vertrag läuft im Sommer 2026 aus, und nur mit erneutem sportlichem Erfolg wird eine Verlängerung wahrscheinlich. Zwar passt Forte hervorragend zum Klub, doch ohne Resultate könnte es ungemütlich werden – zumal man in Winterthur keine Lust auf ein weiteres Zittern um den Klassenerhalt hat. Vorerst ist das Vertrauen aber da, auch weil Forte mit seiner Erfahrung und Bodenständigkeit überzeugt.

Mitchell van der Gaag (FC Zürich): 30%

Mitchell van der Gaag startet mit dem Vertrauensvorschuss der Vereinsführung in seine erste Saison beim FC Zürich. Präsident Ancillo Canepa bezeichnete ihn gar als "Wunschkandidaten". Dennoch ist die Ausgangslage nicht einfach. Das Team befindet sich im Umbruch, viele junge Spieler rücken nach und Leistungsträger haben den Klub verlassen. Angesichts der Geduldsspanne mit Ricardo Moniz stellt sich in Zürich die Frage, wie lange man wohl dieses Mal abwartet, im Falle, dass die Resultate ausbleiben. Van der Gaag könnte schneller unter Druck geraten, als es ihm lieb ist.

Thomas Häberli (Servette FC): 30%

Thomas Häberli steht beim Servette FC nach wie vor im Fokus, allerdings unter erhöhtem Druck. Trotz Abgänge wie Dereck Kutesa oder Keigo Tsunemoto bleibt das Niveau im Team hoch und die Erwartungen entsprechend gross. Servette soll in der Meisterschaft wieder ganz oben mitmischen. Bereits in der vergangenen Saison war es um Häberli unruhig. Seit dem Rücktritt von Sportchef René Weiler und der neu gegründeten Sportkommission könnte das Traineramt plötzlich zur Diskussion werden, wenn die Leistungen nicht überzeugen. Solange Häberli jedoch den klaren Meisteranspruch transportieren kann, geniesst er derzeit Rückhalt. Eine vorzeitige Trennung wäre denkbar, aber abhängig vom Saisonverlauf.

Mauro Lustrinelli (FC Thun Berner Oberland): 30%

Trotz seiner Verdienste um den FC Thun und der grossen Identifikation mit dem Klub ist die Position von Mauro Lustrinelli nicht gänzlich unantastbar. Als Aufsteiger steht Thun vor der Herausforderung, sich in der Super League zu behaupten. Gelingt das nicht, könnte die sportliche Entwicklung schnell ins Stocken geraten. Sollte der Klub relativ schnell in akute Abstiegsgefahr geraten, wäre ein Trainerwechsel denkbar, nicht aus Undankbarkeit, sondern um neue Impulse zu setzen. Dennoch: Lustrinelli geniesst Rückhalt, ist ein Publikumsliebling und bleibt vorerst fest im Sattel, auch weil er die Berner Oberländer nach fünf Jahren zurück ins Oberhaus geführt hat.

Didier Tholot (FC Sion): 40%

Didier Tholot bleibt trotz vieler Diskussionen überraschend im Amt, zumindest vorerst. Präsident Christian Constantin stärkte ihm öffentlich den Rücken, obwohl er zuvor nicht mit Kritik gespart hatte. Mit einem verstärkten Kader und neuem Assistenten soll nun der sportliche Umschwung gelingen. Doch die Erfahrungen der vergangenen Saison zeigen: Bleiben die Resultate aus, könnte Tholot schnell wieder zur Debatte stehen. Die Zusammenarbeit wirkt stabil, aber nur solange Sion sportlich auf Championship-Group-Kurs bleibt.

Enrico Maassen (FC St.Gallen 1879): 40%

Enrico Maassen steht beim FC St.Gallen bereits vor Saisonstart unter besonderer Beobachtung. Nach einer enttäuschenden Spielzeit ohne Einzug in die Championship Group und anhaltender Unruhe im Team fordern kritische Stimmen schon länger einen Neuanfang. Da bislang kaum personelle Veränderungen vorgenommen wurden, bleiben viele Probleme bestehen. Gelingt Maassen kein guter Start, dürfte der Druck rasch zunehmen, sein Verbleib in St.Gallen wäre dann akut gefährdet.

Gerald Scheiblehner (Grasshopper Club Zürich): 60%

Die Aufgabe von Gerald Scheiblehner beim Grasshopper Club Zürich ist nicht nur sportlich, sondern auch strukturell herausfordernd. Nach zwei Saisons, die in der Barrage geendet haben, und einem erneuten personellen Umbruch steht der neue Trainer unter besonderer Beobachtung. Zwar teilt er mit Sportchef Alain Sutter eine klare Vision von intensivem, attraktivem Fussball, doch der Druck ist gross. Sollte der Erfolg zu Saisonbeginn erneut ausbleiben, könnte auch Scheiblehner trotz aller Vorschusslorbeeren schnell zur Diskussion stehen.

Brack Super League BSC Young Boys Cyrill Brandenberg Didier Tholot Enrico Maassen FC Basel 1893 FC Lausanne-Sport FC Lugano FC Luzern FC Sion FC St.Gallen 1879 FC Thun Berner Oberland FC Winterthur FC Zürich Fussball Gerald Scheiblehner Giorgio Contini Grasshopper Club Zürich Ludovic Magnin Mario Frick Mattia Croci-Torti Mauro Lustrinelli Mitchell van der Gaag Peter Zeidler Servette FC Thomas Häberli Uli Forte

2025-07-20 00:15:47