YB vermisste seinen Captain und zwei Torschützenkönige hätten den Unterschied machen können
Diese Spieler wurden bei ihren jeweiligen Teams schmerzlichst vermisst
Die Super-League-Saison 2024/25 ist Geschichte und der FC Basel konnte sich nach 2017 das erste Mal wieder zum Schweizermeister küren. In dieser Saison konnten nicht immer alle Teams restlos überzeugen. Aus diesem Grund haben wir für jedes Team einen abgewanderten Schlüsselspieler herauskristallisiert, der in schwierigen Phasen eine grosse Stütze hätte sein können.
Hinweis: Diesbezüglich haben wir pro Team einen Spieler notiert, der im vergangenen Sommer oder während der Saison seinen Super-League-Verein verlassen hatte und den man jedoch schmerzlichst vermisste. Dabei kann es sich um Transferabgänge bis hin zu Karriereenden handeln.
Yverdon Sport FC: Kevin Carlos
Mit 14 Super-League-Toren war Kevin Carlos in der Saison 2023/24 nicht nur Torschützenkönig, sondern auch Yverdons Lebensversicherung im Abstiegskampf. Nach seinem Wechsel zum FC Basel im August 2024 fehlte dem Klub genau diese Durchschlagskraft. Carlos' Präsenz, Effizienz und Offensivqualitäten konnten nicht ersetzt werden – ein Verlust, der schwer wog, denn Yverdon stieg in der Saison 2024/25 in die Challenge League ab.
Grasshopper Club Zürich: Kristers Tobers
Mit seiner Zweikampfstärke, Ruhe und Präsenz war Kristers Tobers ab Sommer 2023 eine zentrale Stütze in der GC-Defensive. In der Saison 2023/24 stand der lettische Nationalspieler in 29 Partien in der Startelf und verlieh der Hintermannschaft Stabilität.
Nach seinem Wechsel zum Aberdeen FC im Januar 2025 klaffte genau dort eine spürbare Lücke: Die Hoppers vermissten Tobers' Führungsqualitäten, besonders in der entscheidenden Rückrunde. Der Abwehrchef fehlte, GC geriet ins Wanken und musste schliesslich in die Barrage, was seinen Abgang umso schmerzlicher machte.
FC Winterthur: Sayfallah Ltaief
Mit 8 Toren und 6 Assists war Sayfallah Ltaief in der Saison 2023/24 massgeblich am starken sechsten Platz und der Championship-Group-Qualifikation von Winterthur beteiligt. Nach seinem festen Wechsel zu Twente Enschede im Sommer 2024 fehlten dem FCW in der folgenden Saison genau jene Elemente, die Ltaief auszeichneten: Kreativität, Tempo und Torgefahr. Sein Abgang hinterliess nicht nur sportlich, sondern auch emotional eine grosse Lücke.
FC Sion: Joël Schmied
Mit seiner Kopfballstärke, Präsenz und Führungsqualität war Joël Schmied in der Saison 2023/24 ein zentraler Faktor beim Aufstieg des FC Sion in die höchste Schweizer Spielklasse. Nach seinem Wechsel zum 1. FC Köln im Januar 2025 fehlte der Innenverteidiger spürbar. Besonders in der Defensive zeigte sich seineAbwesenheit durch fehlende Stabilität und Gefahr bei Standards. Schmieds Abgang hinterliess eine Lücke, die Sion in der Rückrunde dieser Super-League-Saison nicht schliessen konnte und sich schlussendlich mit dem neunten Platz zufrieden geben musste.
FC St.Gallen: Isaac Schmidt
Als rechter Aussenverteidiger war Isaac Schmidt nicht nur mit seinem Tempo und Offensivdrang eine Schlüsselspieler bei St.Gallen, sondern überzeugte auch mit solider Abwehrarbeit. Noch vor seinem Wechsel zu Leeds United im August 2024 lieferte er in neun Saisonspielen zwei Tore und zwei Assists, unter anderem brillierte er dabei in der Conference-League-Qualifikation. Nach seinem Abgang fehlte St.Gallen nicht nur die offensive Impulse, sondern auch seine verlässliche Defensive. Ein Verlust, der mit dem knapp verpassten Einzug in die Championship Group deutlich zu spüren war.
FC Zürich: Antonio Marchesano
Antonio Marchesano, eine wahre FCZ-Legende, prägte den Klub von 2016 bis Januar 2025 massgeblich. Der offensive Mittelfeldspieler erzielte in 295 Einsätzen beeindruckende 72 Tore und bereitete 60 weitere vor. Mit Zürich feierte er den Meistertitel und den Schweizer Cup. In der Saison 2024/25 gelangen ihm vor seinem Wechsel zu Yverdon noch vier Tore, danach gehörte er bei seinem neuen Klub zu den auffälligsten Spielern mit ebenfalls starken vier Treffern und vier Assists. Sein Abgang im Winter hinterliess beim FC Zürich eine tiefsitzende Narbe im Mittelfeld. Marchesanos Kreativität, Torgefahr und Erfahrung hätten die Stadtzürchern im Kampf um die Qualifikation für die Championship Group gut gebrauchen können.
FC Luzern: Ardon Jashari
Mittlerweile muss man seine Personalie in der Schweizer Fussball-Welt nicht mehr vorstellen, wurde der defensive Mittelfeldmotor doch jüngst zum besten Spieler der belgischen Jupiler Pro League ausgezeichnet und gar in Verbindung gebracht mit einem Wechsel zu PSG, Dortmund oder Manchester City. Zwar konnte der ehemalige Luzern-Captain im Mittelfeld durch die Addition von Aleksandar Stankovic adäquat ersetzt werden, dennoch fehlte den Luzernern eine absolute Läufermaschine zwischen der Defensive und der Offensive mit ausgezeichneten Führungsqualitäten. Womöglich wäre mit Jashari auf dem Feld gar das Abschneiden auf den Europaplätzen dring gelegen in dieser Saison.
FC Lausanne-Sport: Antoine Bernede
Antoine Bernede, zentraler Mittelfeldspieler und ehemaliger PSG-Junior, war eine Schlüsselfigur in der starken Hinrunde des FC Lausanne-Sport. 75 Einsätzen für die Waadtländer, fünf Tore und sechs Assists stehen in seinem Leistungsnachweis seit seiner festen Verpflichtung 2023 für 2,2 Millionen Euro von Salzburg. Im Februar 2025 wechselte Bernede auf Leihbasis zu Hellas Verona, wo er in 14 Spielen überzeugte und für zwei Millionen Euro fix unter Vertrag genommen wurde. Sein Abgang belastete den FC Lausanne-Sport in der Rückrunde 2024/25 spürbar, da seine Präsenz und spielerische Qualität im zentralen Mittelfeld, neben dem verletzungsbedingten Ausfall von Alvyn Sanches, besonders fehlten.
FC Lugano: Zan Celar
Zusammen mit Kevin Carlos und Chadrac Akolo wurde Zan Celar in der Saison 2023/24 mit 14 Toren Torschützenkönig der Super League. Grund genug um zu verdeutlichen was den Luganesi in dieser Saison an offensiver Feuerkraft fehlte. Drei Jahre lang war der slowenische Mittelstürmer Dreh- und Angelpunkt in der Tessiner Offensive und wusste mit 51 Toren und 12 Torvorlagen zu glänzen. Seinen Torriecher hätten die Luganesi vor allem in der Rückrunde gut gebrauchen können, als der Wintermeister auf einmal anfing zu hadern und seine gute Ausgangslage noch verspielte.
BSC Young Boys: Fabian Lustenberger
Auf dem Papier hatten die Berner das Potenzial um zum siebten Mal in acht Jahren Schweizermeister zu werden. Doch mit dem Karriereende von Captain Fabian Lustenberger ging nicht nur ein verlässlicher und erfahrener Abwehrchef verloren, sondern auch ein Führungsspieler und eine Identifikationsfigur. Viermal wurde Lustenberger mit dem BSC Meister, in allen Saisons spielte der Innenverteidiger dabei eine zentrale Rolle. Seine Persönlichkeit wurde in Bern schmerzlichst vermisst und wer weiss, welche Energie YB über die volle Saison 2024/25 hätte an den Tag legen können, wenn der Chef seine Mannschaft auf dem Feld angetrieben hätte.
Servette FC: Bendeguz Bolla
Der 25-jährige Aussenverteidiger blüht derzeit bei Rapid Wien in Österreich so richtig auf und etablierte sich in seiner ersten Saison nach seinem Abgang aus Genf direkt als unangefochtener Stammspieler. Der Cup-Held aus dem Vorjahr war vergangene Saison Leihspieler aus Wolverhampton, doch wusste direkt zu überzeugen auf der Aussenbahn. Für den Servette FC absolvierte der ehemalige Hopper in dieser Zeit 45 Partien und erzielte dabei als rechter Verteidiger fünf Tore und lieferte fünf Torvorlagen. Mit seinem offensiven Tatendrang hätten die Genfer womöglich dem FC Basel deutlichere Konkurrenz um den Meistertitel machen können.
FC Basel: Thierno Barry
In Basels Meistersaison gibt es wohl nicht viel zu kritisieren, allen voran in der Offensive glänzten die Bebbi als die mit Abstand torgefährlichste Mannschaft (91 Tore). Dennoch brauchten die Basler in der Hinrunde etwas um in die Gänge zu kommen. Hätten die Basler da Thierno Barry halten können nach seinen fünf Toren aus den ersten drei Spielen, so wären die Mutzen wohl schon viel früher auf Meisterkurs gewesen und wären nicht auf einen herausragenden Endspurt angewiesen gewesen. Barry glänzte inzwischen in der spanischen LaLiga bei Villarreal mit elf Toren und vier Torvorlagen.