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In Bern drückt der Schuh bei der Effizienz, bei den Hoppers ist es die Heimschwäche

Diese Baustellen müssen die CSSL-Clubs in den spielfreien Tagen anpacken

In der Super League befinden wir uns mitten im Saisonendspurt. Noch fünf Spieltage sind ausstehend, ehe die Tabelle in eine Championship Group und eine Relegation Group geteilt wird. Wir werfen in der Nati-Pause einen Blick auf die Baustellen der Super-League-Teams, bevor es in die entscheidende Phase geht.

FC Winterthur

Eine starke letzte Saison konnten die Winterthurer diese Spielzeit nicht bestätigen. Derzeit fehlt es praktisch an allen Ecken und Enden. Doch in der Rolle des "Underdogs" sollte man zumindest über eine funktionierende Abwehr verfügen. Mit 58 Gegentreffern lässt sich die Baustelle bei Winti schnell finden. Die defensive Stabilität hat nun höchste Priorität. Ist diese vorhanden, wie etwa beim 1:0-Sieg gegen YB, dann gibt man sich selbst die Chance, wertvolle Punkte einzufahren.

Betrachtet man statistische Werte, dann fällt auch auf, dass die Eulachstädter ihre Schwächen vor allem im Zweikampfverhalten und der Strafraumbesetzung haben. Die wenigsten gewonnen Zweikämpfe und die wenigsten geschossenen Tore im gegnerischen Strafraum sprechen nicht für eine solide Grundbasis. Dazu ist der FC Winterthur noch die schlechteste Auswärtsmannschaft der Liga. Keine guten Voraussetzungen für die anstehenden Auswärtsspiele beim FC Sion und dem GCZ im Abstiegskampf.

Grasshopper Club Zürich 

Die Grasshoppers verfügen fünf Spiele vor der Tabellenteilung über ein Polster von sieben Punkten Abstand auf Schlusslicht Winterthur. Doch will man den Abstand vergrössern, so müssen unbedingt Dreier her. Zu oft spielte das Team von Trainer Tomas Oral unentschieden. Mit 12 Spielen, wo man sich die Punkte teilen musste, hat der GCZ mit Abstand am meisten Unentschieden in der Liga geholt. 

Was der FC Winterthur auswärts abliefert oder eben nicht abliefert, ist der GCZ zu Hause. Als schlechteste Heimmannschaft der Liga sollten die Zürcher es im Endspurt bewerkstelligen, vor eigenem Anhang mehr Punkte einfahren zu können.

Yverdon Sport FC

Beim Yverdon Sport FC vertändelt man zu viele Bälle durch unnötige Einzelaktionen. Verbesserungspotenzial liegt dabei vor allem im Passspiel, denn in der Super League spielten sie mit Abstand am wenigsten Pässe. Kann man ein vernünftiges Passspiel aufbauen, so kann man auch den Gegner mehr laufen lassen und dessen Energie rauben. 

Doch dazu müsste das Team von Paolo Tramezzani auch in Ballbesitz sein. Denn auch in dieser Statistik hinkt Yverdon der Konkurrenz hinterher. Man muss nicht zwingend Ballbesitz-Fussball spielen, dennoch würde man durch ein besseres Passspiel und sauberem Ballbesitz mehr Kontrolle über die Spiele verfügen.

Des Weiteren sündigt Yverdon zu oft im Abschluss, sollte man sich denn mal Chancen herausspielen. Die wenigsten Torschüsse und die schlechteste Schussgenauigkeit in der Liga erklären die mangelhafte Torausbeute des Yverdon Sport FC.

FC Sion

Der FC Sion ist bisschen eine Wundertüte in dieser Saison, denn über die gesamte Spielzeit hinweg waren die Auftritte zumeist Mittelmass. In keiner Statistik ziehen sie vorne weg oder fallen am Ende ab. Dennoch muss das Team von Didier Tholot unbedingt seine Form finden und mehr Konstanz an den Tag legen. Im neuen Jahr konnten erst zwei Spiele gewonnen werden. Ein weiterer Punkt ist, dass im Zweikampfverhalten auch die Sittener bis anhin an ihre Grenzen stiessen, vor allem bei hohen Bällen.

FC St.Gallen

Das grosse Problem beim FC St.Gallen ist die aktuelle Formschwäche. Mit einer Minus-Fünf-Bilanz verfügen die St.Galler über die schlechteste Tordifferenz der letzten fünf Spiele. Dabei kassierten sie mit zehn Treffern nicht nur am meisten Tore, sondern konnten im Gegenzug mit fünf Toren auch am wenigsten Tore erzielen (zusammen mit Lausanne und Lugano). Trotz Verstärkung im Sturm, etwa durch Winterneuzugang Jean-Pierre Nsame, hadert das Team von Enrico Maassen derzeit mit dem Toreschiessen.

FC Lausanne-Sport

Wie erwähnt, verfügen auch die Lausanner in letzter Zeit über eine ungenügende Torausbeute. Während man in St.Gallen in den Abschlüssen sündigt, ist in Lausanne jedoch eher die Ideenlosigkeit und fehlende Kreativität in der gegnerischen Hälfte das Problem. Zu wenig kommen sie dadurch in gefährliche Abschlusspositionen.

Was Xherdan Shaqiri derzeit für den FC Basel ist, ist Alvyn Sanches für den Lausanne-Sport. Der mit Abstand beste Spieler auf dem Platz, jedoch das Spielgeschehen zu fest abhängig von seiner Personalie. Wenn Sanches nicht gut spielt, dann läuft es zumeist der ganzen Mannschaft nicht rund. Das bringt uns auch zum Punkt, dass die Tiefe im Kader der Lausanner derzeit nicht gegeben ist, weswegen Trainer Ludovic Magnin oftmals keine wirklichen Alternativen einwechseln kann, die noch den Unterschied in einer engen Partie bewerkstelligen können. 

FC Zürich

Seit der Verletzung und des langfristigen Ausfalls von Mittelstürmer Juan José Perea liegt die grösste Baustelle der Stadtzürcher im Sturm. Von den derzeit besten achten Mannschaften hat der FCZ die wenigsten Tore produzieren können. Angesprochen auf die Lücke im Angriff, reagierte selbst Trainer Ricardo Moniz noch ratlos.

"Ich weiss noch immer nicht, wie wir das lösen sollen. Wir vermissen jemanden, der vorne aggressiv spielt. Die Nummer 9 gewinnt Meisterschaften. Wenn wir das lösen, dann sind wir zu allem fähig."

Ricardo Moniz, Blick Sport, 15.03.25

Schaut man sich noch eine statistische Baustelle der Zürcher an, so fällt auf, dass man beim FCZ zu wenig konsequent die gegnerischen Schüsse blockt. Da müssen die Zürcher die ballführenden Spieler noch besser unter Druck setzen und schneller reagieren, wenn der Gegner zum Schuss ansetzt. In dieser Hinsicht müssen die Feldspieler unbedingt Torhüter Yanick Brecher besser unterstützen.

BSC Young Boys

Der BSC Young Boys zeigte in der Rückrunde bis anhin eine starke Reaktion auf den verschlafenen Saisonstart. Dennoch lässt sich bemängeln, dass es noch an der grossen Konstanz fehlt und man sich immer wieder Ausrutscher, wie die bitteren Niederlagen gegen Winterthur und GC erlaubt.

YB hadert vor allem auch mit der Effizienz. Zwar können die Berner im Vergleich zur ganzen Liga die meisten Torschüsse vorweisen, dennoch landen nur acht Prozent aller Schüsse im Netz. Das ist zusammen mit den Grasshoppers die zweitschlechteste Chancenverwertung der Liga.

Jüngst zeigt der BSC YB, dass man auch auswärts gegen den FC Basel bestehen kann (2:1-Sieg im Joggeli). Dennoch kann man nicht restlos von der Kritik absehen, dass das Team von Trainer Giorgio Contini auf auswärtigem Rasen zumeist nicht überzeugen kann. Während YB zu Hause die meisten Punkte sammeln konnte, liegen sie in der Auswärts-Statistik nur auf Platz acht aller Teams.

FC Luzern

Wir sind uns im Klaren, dass der Meistertitel nicht das erklärte Ziel des FC Luzern ist. Dennoch dürfen die Luzerner nicht leichtfertig Führungen aus der Hand geben, wie etwa bei der 2:3-Niederlage gegen den FC Zürich, wenn man noch ein Wörtchen um den Titel mitreden will.

Das Team von Trainer Mario Frick sollte zudem mehr Sorge zum Ball halten, vor allem in der eigenen Hälfte. Dadurch, dass die Luzerner in der eigenen Hälfte bis anhin am meisten Fehlpässe der Liga produzierten, fällt es ihnen auch schwerer, eine saubere und kontrollierte Auslösung von hinten raus zu bewerkstelligen. Und ein gepflegter Fussball fängt meistens ganz hinten an.

FC Lugano

Beim FC Lugano gehören Shkelqim Vladi und Ignacio Aliseda nicht zu den gesetzten Stammspielern, dennoch schmerzen deren verletzungsbedingte Abwesenheiten. Lugano muss schauen, wie man die Ausfälle kompensieren kann, sollten diese länger ausfallen. 

Neben den personellen Sorgen gibt es aber auch strukturelle Probleme im Spiel von Lugano. Oftmals funktioniert das Pressing nicht gut genug, denn das Team von Mattia Croci-Torti kommt auf die wenigsten Balleroberungen und die wenigsten abgefangenen Pässe in der gesamten Liga. Diesbezüglich müssen die Tessiner ihr Positionsspiel verbessern und die Laufbereitschaft steigern. Zusätzlich muss man einfach smarter im eigenen Strafraum agieren, denn der FC Lugano hat bis anhin die meisten Elfmeter verursacht. Es sind kleine Makel, die im Meisterrennen einen grossen Unterschied machen können.

FC Basel

Wir haben es zuvor schon kurz angesprochen, aber die Abhängigkeit des FC Basel von Xherdan Shaqiri ist frappant. Ohne den Wirbelwind läuft im Offensivspiel wenig. 

"Der FCB hat keinen Spieler drin, ausser Shaqiri, ohne jemanden anzugreifen, der in jedem oder jedem zweiten Match die Entscheidung macht."

Alex Frei, Blick Kick, 17.03.25

Der FC Basel ist zudem ein Team, das bereits früh im Spiel Akzente setzen will und auf den Führungstreffer drückt. Eine Führung über die Zeit zu bringen, darin ist der FCB das beste Team der Liga. Einen Rückstand jedoch zu verdauen und sich nochmals aufzuraffen, darin eher weniger. Es gilt also, frühe Gegentore um jeden Preis zu vermeiden.

Während der Nati-Pause wurde zudem bekannt, dass sich Bénie Adama Traoré einer Operation unterziehen musste und auch Anton Kade aufgrund einer Verletzung derzeit pausieren muss. Bleibt für die Bebbi zu hoffen, dass die beiden wichtigen Offensivspieler nicht länger ausfallen werden. 

Servette FC

Die Statistik zeigt ein eindeutiges Bild der Baustellen beim Tabellenführer. Die meisten Fehlpässe und die meisten Ballverluste der gesamten Liga. Zu oft müssen die Servettiens dadurch dem Ball hinterherrennen, verbrennen unnötige Energie und können kein gepflegtes Spiel aufbauen.

Ein hausgemachtes Problem ist zudem die Angewiesenheit auf Stürmer Dereck Kutesa, der mit seinen 13 Toren mehr als ein Viertel aller Genfer Tore erzielte. Dies lässt sich auch statistisch festhalten, denn die Torschützenverteilung der Genfer gehört zu den schlechtesten der Liga.

Alvyn Sanches Anton Kade Bénie Adama Traoré BSC Young Boys Brack Super League Cyrill Brandenberg Dereck Kutesa Didier Tholot Enrico Maassen FC Basel 1893 FC Lausanne-Sport FC Lugano FC Luzern FC Sion FC St.Gallen 1879 FC Winterthur FC Zürich Fussball Giorgio Contini Grasshopper Club Zürich Jean-Pierre Nsame Juan José Perea Ludovic Magnin Mario Frick Mattia Croci-Torti Paolo Tramezzani Ricardo Moniz Servette FC Tomas Oral Xherdan Shaqiri Yverdon Sport FC

2025-03-22 23:40:09