Das internationale Transferfenster ist seit dem 3. Februar geschlossen, während jenes in der Schweiz noch bis am 15. Februar geöffnet hat. Da definitiv kein Super-League-Akteur mehr in eine europäische Topliga abspringen kann, werfen wir in diesem Artikel einmal einen Blick auf die schmerzhaftesten Super-League-Abgänger.
Für unsere Auflistung wurden nur Spieler berücksichtigt, welche die Super League auch verlassen haben. Ein Antonio Marchesano beispielsweise, der innerhalb der Liga vom FCZ zu Yverdon Sport gewechselt hat, findet deswegen keine Berücksichtigung.
Beim Grasshopper Club Zürich haben in diesem Winter gleich mehrere Spieler den Verein verlassen, doch keiner ist derart schmerzhaft wie der Verlust von Abwehrchef Kristers Tobers. Der Lette spielte insgesamt anderthalb Jahre für den Schweizer Rekordmeister und dabei wusste der 24-Jährige stets mit konstanten Leistungen zu überzeugen.
Seine Darbietungen im GC-Dress blieben nicht unbemerkt, hat doch Aberdeen aus der höchsten schottischen Liga bei ihm zugegriffen. Die Schotten haben fast eine Million Euro für den Verteidiger auf den Tisch geblättert, dessen GC-Vertrag nach dieser Saison ausgelaufen wäre. Bei seinem neuen Verein konnte sich Tobers auf Anhieb einen Stammplatz erkämpfen.

Genau gleich wie GC, hat auch der FC Sion den grossen Abwehrboss ziehen lassen müssen. Joël Schmied öffnete nach insgesamt dreieinhalb Jahren im Wallis ein neues Kapitel und schloss sich dem ambitionierten deutschen Zweitligisten 1. FC Köln an. Die Domstädter haben immerhin 2,5 Millionen Euro für den Schweizer Innenverteidiger an den FC Sion überwiesen.
Finanziell hat sich der Deal für Christian Constantin und seinen Verein zwar gelohnt, sportlich gesehen ist der Abgang von Schmied aber ein sehr schmerzhafter Verlust. Dies zeigt sich alleine an der Tatsache, dass Sion ohne ihn in vier Partien dieser Rückrunde schon elf Gegentore kassiert hat. Mit ihm waren es in den 18 Hinrundenspielen nur 21 Gegentreffer. In Köln ist Schmied sogleich Stammkraft.
Nach fast fünf Jahren bei den BSC Young Boys, mit dem er insgesamt vier Schweizer Meistertitel erobern konnte, will Meschack Elia einen "Neubeginn", wie er in einer Mitteilung zu Protokoll gegeben hat. Nach dem tragischen Tod seines Sohnes braucht der 27-Jährige eine Luftveränderung und diese wird ihm in der Ligue 1 vom FC Nantes gewährt.
Die Franzosen leihen den Kongolesen zunächst bis Saisonende aus und besitzen danach eine Kaufoption für den Afrikaner. In seiner Zeit für YB sammelte der Stürmer in 200 Pflichtspielen 43 Tore und nun ist die Zeit für ihn gekommen, um Abschied zu nehmen. Auch wenn er zumindest in dieser Saison nie an seine Topform anknüpfen konnte, wird man ihn in Bern vermissen. Schliesslich weiss man, dass ein Elia ein Unterschiedsspieler sein könnte.
Nebst dem Abgang von Meschack Elia hat YB mit Cheikh Niasse auch noch einen zweiten Spieler verloren, der unserer Meinung nach eine Erwähnung in diesem Artikel verdient. Der 25-Jährige hat insgesamt fast drei Jahre für den BSC Young Boys gespielt, fortan läuft er leihweise bis Saisonende für Hellas Verona in der Serie A auf. Die Italiener besitzen aber eine Kaufverpflichtung, womit klar ist, dass der Mittelfeldmann nicht mehr nach Bern zurückkehren wird.
Niasse hatte wie Elia Mühe, in dieser Saison seine Topform zu finden, weswegen sein Abgang für YB in seiner derzeitigen Verfassung verkraftbar ist. Doch auch bei ihm weiss man, welchen Mehrwert er hätte, wenn er seine beste Form an den Tag legen könnte. Nicht ohne Grund bestritt er insgesamt 110 Pflichtspiele für die Berner (zwei Tore und sieben Assists) und sammelte zwei Meistertitel.

Den vermutlich überraschendsten Wechsel vollzog FCZ-Abwehrhüne Nikola Katic. Der Bosnier hat den FC Zürich auf leihweise in Richtung England verlassen; jedoch nicht in die Premier League, sondern in die Championship. Der dortige Tabellenletzte Plymouth Argyle hat sich die Dienste des 28-Jährigen gesichert, womit Katic in dieser Rückrunde gegen den Abstieg kämpfen muss.
Ein Wechsel, der ziemlich viel Unverständnis ausgelöst hat, wie etwa Admir Mehmedi bei blue Sport meinte: "Der wechselt in allem Ernst vom FC Zürich in eine zweite Liga und dann auch noch zum Tabellenletzten. Da soll mir einer sagen, das sei ein Karriereschritt. Das tönt für mich nach: Hilfe, ich will hier einfach weg! Egal wohin." Man darf gespannt sein, ob Katic auf lange Sicht von diesem Wechsel profitieren wird. Eine Kaufoption besitzen die Engländer übrigens nicht, womit er zumindest vorerst zum FCZ zurückkehren wird. Beim ersten Spiel seines neuen Vereins stand der beinharte Abwehrspieler schon einmal in der Startelf.
Ein zweiter schwerwiegender Abgang beim FCZ war jener von Cheick Condé, wobei sich dieser schon seit längerer Zeit angebahnt hatte. Der Mittelfeldmann, der an einem guten Tag definitiv ein Unterschiedsspieler sein konnte, wollte bereits vor der Saison den FC Zürich verlassen. Nun zieht es ihn mit einer halben Saison Verspätung in die Serie A zu Venezia.
Die Italiener haben rund zwei Millionen Euro für den 24-Jährigen an den FC Zürich überwiesen, weswegen sich finanziell gesehen sein Wechsel für die Stadtzürcher definitiv gelohnt hat. Von der Qualität her dürfte Condé, der jedoch nicht konstant genug gewesen ist, ein kleines Loch beim Team von Ricardo Moniz hinterlassen haben.
Definitiv ein grosses Loch hat Antoine Bernede mit seinem Abgang beim FC Lausanne-Sport hinterlassen. Der Mittelfeldspieler gehörte im Team von Ludovic Magnin zu den grossen Schlüsselspielern und ihn zieht es, genau wie Cheikh Niasse, in die Serie A zu Hellas Verona. Die Italiener leihen ihn zunächst bis Saisonende aus, besitzen aber auch noch eine Kaufoption für den Franzosen.
Bernede trug seit zwei Jahren das Trikot des FC Lausanne-Sport und er entpuppte sich sehr schnell als grosse Verstärkung für die Waadtländer. Nun geht der Mittelfeld-Crack seinen nächsten Karriereschritt und will sich in einer europäischen Topliga profilieren. Gut für ihn, bitter für die Lausanner.
Als der FC Basel im Sommer 2022 den Spanier vom Nachwuchs des FC Barcelona in die Schweiz holte, waren die in ihn gesteckten Erwartungen gross. Arnau Comas zeigte auch sehr gute Ansätze, doch zu seinem Pech kämpfte er des Öfteren mit grossen Verletzungsproblemen. Aus diesem Grund konnte sich der Verteidiger in Basel nie so entwickeln, wie es sich alle Parteien wohl gewünscht hätten.
Der mittlerweile 24-Jährige soll in seiner spanischen Heimat bei Eibar wieder zu Spielpraxis und Selbstvertrauen kommen und der spanische Zweitligist besitzt im Anschluss auch eine Kaufoption für Comas. In Basel ist er in der Hierarchie der Verteidiger mittlerweile auf die fünfte Stelle abgerutscht, weswegen sein Abgang rein sportlich gesehen zu verkraften ist. Gemessen an seinem enormen Potenzial, schmerzt es aber halt doch ein wenig, dass ihm sein ganz grosser Durchbruch am Rheinknie verwehrt geblieben ist.
Den mit Abstand schwerwiegendste Abgang in diesem Transfer-Winter hat natürlich der FC Luzern zu verkraften. Die Zentralschweizer mussten Eigengewächs Luca Jaquez in Richtung Deutschland zum VfB Stuttgart ziehen lassen, was in der Defensive der Leuchtenstädter natürlich eine grosse Lücke hinterlassen hat. Schliesslich entwickelte sich der 21-Jährige prächtig und war eine der grossen Konstanten in dieser bislang so starken Saison des FC Luzern.

Die Schwaben haben satte 6,5 Millionen Euro für den Verteidiger auf den Tisch geblättert, womit Jaquez zum neuen Rekordverkauf des FC Luzern avancierte. Er hat den Luzernern sogar noch eine halbe Million mehr eingebracht als Ardon Jashari. Finanziell gesehen darf man Sportchef Remo Meyer für diesen Transfer loben, auch wenn es sportlich gesehen enorm schmerzt. Man darf gespannt sein, ob der Schweizer Youngster auch in der Bundesliga sogleich Fuss fassen wird.
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