Sofia Goggias Saisonvorbereitung steht unter keinem guten Stern. Nur sechs Wochen vor dem Start des Ski-Weltcups am 24. Oktober in Sölden musste die italienische Skirennfahrerin ihr Trainingslager in Argentinien abbrechen. Der Grund: Erschöpfungsprobleme. Wie der italienische Ski-Verband FISI bestätigte, kehrte die 33-Jährige nach Italien zurück, um sich dort medizinischen Untersuchungen zu unterziehen. Ob sie bis zum Weltcup-Auftakt wieder vollständig fit sein wird, bleibt ungewiss.
Die Entscheidung, das Trainingslager in Ushuaia vorzeitig zu beenden, wurde in Zusammenarbeit mit der medizinischen Kommission der FISI unter der Leitung von Dr. Andrea Panzeri getroffen. Teamchef Gianluca Rulfi betonte gegenüber der Gazzetta dello Sport: "Sie hatte Erschöpfungsprobleme, aber es ist nichts Traumatisches." Goggia soll zuvor in guter Verfassung gewesen sein und starke Trainingsergebnisse gezeigt haben. Doch als sich plötzlich Unwohlsein einstellte und die Wartezeiten für medizinische Untersuchungen vor Ort zu lange dauerten, zog das Team die Reissleine.
"Es machte keinen Sinn, dortzubleiben und womöglich eine Verletzung zu riskieren", erklärte Rulfi weiter. Stattdessen sei es wichtig, dass sich Goggia in Italien gründlich untersuchen lasse. Der Abbruch ist eine Vorsichtsmassnahme, doch die Auswirkungen auf ihre Saisonvorbereitung sind nicht zu unterschätzen. Insbesondere in ihren Paradedisziplinen, der Abfahrt und dem Super-G, wird die intensive Vorbereitung in Südamerika fehlen.
Noch Ende August war Goggia nach Feuerland gereist, um vor allem am Riesenslalom zu arbeiten. Danach sollte das Training in La Parva, Chile, fortgesetzt werden. Dort wollte sich die Ausnahmeathletin auf die Speed-Disziplinen konzentrieren. Nun steht ihre Teilnahme am Weltcup-Auftakt in Sölden auf der Kippe.
Mit bislang 29 Weltcup-Siegen gehört die gebürtige Bergamaskin zu den weltweit erfolgreichsten Skirennfahrerinnen. Zwischen 2020 und 2023 dominierte sie die Abfahrt, holte viermal die kleine Kristallkugel und sicherte sich vergangene Saison den Super-G-Weltcup-Titel. Ausserdem glänzte die Italienerin bei Olympischen Spielen: Gold in Pyeongchang 2018, Silber in Peking 2022 und Bronze in Mailand und Cortina d’Ampezzo 2026 stehen auf ihrem Konto.
Damian Möschinger Federazione Italiana Sport Invernali Ski Alpin Sofia Goggia welovesnow.ch