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Gut-Behrami blickt mit einer grossen Dankbarkeit zurück

Videobotschaft von Gut-Behrami

Die Tessiner Skirennfahrerin Lara Gut-Behrami hat in einer bewegenden Erklärung ihren Rücktritt vom aktiven Leistungssport bekannt gegeben.

Der Entschluss zum Rücktritt reifte bei Lara Gut-Behrami nicht über Nacht, sondern entsprang einer tiefen inneren Gewissheit. Für die Schweizerin war der Punkt erreicht, an dem das ständige Streben nach noch besseren Zeiten und weiteren Erfolgen einer inneren Erfüllung weichen durfte.

Der Rückblick auf ihre Anfänge verdeutlicht die Reife, die ihre Persönlichkeit im Laufe der Jahre erlangt hat. Erinnerungen an ihren ersten grossen Auftritt auf der Weltbühne stehen heute in einem ganz anderen Licht als damals: "Ich erinnere mich an mein erstes Podest in St. Moritz, als ich im Ziel stürzte. Während der Siegerehrung am Abend war es ein Wirbelsturm der Gefühle: Unglaube, hemmungslose Freude, versetzt mit einer Prise Orientierungslosigkeit. Ich war glücklich und unbeschwert. Im vergangenen Oktober in Sölden waren die Emotionen noch tiefer. Neben dem Glück und der Zufriedenheit aus dem Jahr 2008 kamen das Bewusstsein und der Stolz auf den zurückgelegten Weg hinzu. Das empfundene Glück war reifer und erfüllter."

Keine chronischen Leiden

Ein wesentlicher Grund für den Schritt zur rechten Zeit ist für Gut-Behrami auch der Wunsch, ihren Körper nach 20 Jahren Höchstbelastung nicht über Gebühr zu strapazieren. Trotz zahlreicher harter Stürze und Verletzungen kann sie ihre Karriere ohne chronische Leiden beenden - ein Privileg, das sie mit Nachdruck beschützen möchte.

In ihrer Abschiedsbotschaft spricht Gut-Behrami auch von den Menschen, die sie begleitet haben: "Trotz fast 20 Jahren Spitzensport, trotz Stürzen und Verletzungen habe ich keine wiederkehrenden Schmerzen und möchte auch keine haben. Auch deshalb habe ich das Gefühl, dass der richtige Zeitpunkt gekommen ist - der Moment, in dem ich nicht mehr um jeden Preis darauf bestehen muss, meine Grenzen zu erreichen und zu überschreiten."

Das Glück überwiegt

Die 35-Jährige blickt auf ihre Karriere mit einer grossen Zufriedenheit zurück: "Die Intensität der Emotionen von Olympia-Gold in Peking, der Sieg im Schnee von St. Moritz 2008, die Weltmeisterschaften in Cortina, das Lächeln am Start in Sun Valley, die Arbeitsstunden auf der Piste mit meinem Papa, die Diskussionen mit meinen Servicemännern Babby und Tom, um das Material stetig zu verbessern... die Liste der Momente ist unendlich, und erst jetzt realisiere und geniesse ich sie vollkommen. Ich habe jahrelang ununterbrochen mit dem Ziel gearbeitet, im Sport herausragend zu sein und zu gewinnen. Jetzt spüre ich nur noch ein tiefes Gefühl des Glücks und es bewegt mich, wie schön es war."

Gleichzeitig verschliesst sie nicht die Augen vor den Schattenseiten des Spitzensports, wählt aber bewusst die Versöhnung mit der Vergangenheit: "Der Spitzensport ist kein Märchen, und das Leben ist es auch nicht. Aber heute ist nicht die Zeit, an die Fehler, die Enttäuschungen, die Schwierigkeiten oder an all die Hindernisse zu denken, auch die menschlichen, die es gab. Auch die Zeit, wegen des Skifahrens enttäuscht, traurig oder wütend zu sein, ist vorbei."

Besonders ausführlich widmet sich die Tessinerin jenen Menschen, die sie auf ihrem oft steilen Weg begleitet und gestützt haben - allen voran ihrer Familie sowie ihrem Ehemann Valon Behrami: "Meine Familie ist aussergewöhnlich und in allem grundlegend. Danke Dad, dass du immer da warst, vom ersten bis zum letzten Tag. Du hast mich dazu gebracht, Lösungen zu finden und nicht Berge von Problemen. Danke Mama, dass du uns selbst bei den verrücktesten Ideen unterstützt hast und in jeder Situation meine Mammi warst. Danke Jan, du bist der beste kleine Bruder der Welt, du hast mich immer unterstützt und ertragen, selbst wenn ich die Erste war, die sich selbst nicht ertragen konnte. Danke Valon, meine grosse Liebe, das Leben an deiner Seite ist aussergewöhnlich."

Mit einem herzlichen Dank an das gesamte Umfeld, die Fans und Sponsoren setzt Lara Gut-Behrami einen Schlussstrich unter ihre aktiven Rennsportjahre: "Ich denke, im Leben gibt es für alles den richtigen Moment. Und jetzt weiss ich, dass nicht mehr der Moment gekommen ist, mir eine Startnummer umzuhängen und Rennen zu fahren. Ich kann es kaum erwarten, einfach so Ski zu fahren, und ich bin glücklich damit."

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2026-08-05 19:10:09