Ein Video von Federica Brignone sorgt derzeit weit über die Skiwelt hinaus für Diskussionen. Die italienische Olympiasiegerin zeigt Aufnahmen vom ungewöhnlich schneearmen Plateau Rosa - und löst damit eine Debatte über Klimawandel und die Zukunft des Wintersports aus.
Die italienische Ski-Olympiasiegerin Federica Brignone hat mit einem kurzen Video vom Plateau Rosa oberhalb von Cervinia für Aufsehen gesorgt. Das Video des ungewöhnlich schneearmen Gletschers lösten in den sozialen Medien eine breite Diskussion über die Folgen der anhaltenden Wärme in den Alpen aus.
Brignone veröffentlichte die Aufnahmen während eines Trainingsaufenthalts am Plateau Rosa, dem Gletschergebiet an der Grenze zwischen Italien und der Schweiz. Dazu schrieb sie: "Heute am Plateau …". Auf dem Video sind grosse schneefreie Flächen, stillstehende Liftanlagen und Bauarbeiten zu sehen - ein Anblick, der selbst für erfahrene Gletschertrainingsgruppen ungewohnt wirkt.
Wie sportnews.bz berichtet, lagen die Temperaturen auf über 3000 Metern während mehrerer Tage deutlich über dem, was für diese Jahreszeit üblich ist. Die Bedingungen verschlechterten sich so stark, dass der Sommerskibetrieb vorübergehend eingestellt werden musste. Für Athletinnen und Athleten bedeutet dies eingeschränkte Trainingsmöglichkeiten in einer wichtigen Vorbereitungsphase.
Das Video verbreitete sich rasant und wurde inzwischen mehr als 1,4 Millionen Mal angesehen. In den Kommentaren äusserten zahlreiche Nutzerinnen und Nutzer ihre Sorge über den Zustand der Gletscher. Einige bezeichneten die sichtbaren Spuren im Eis als Zeichen eines dramatischen Rückgangs der Gletscherlandschaft, andere forderten konsequentere Massnahmen gegen den Klimawandel - etwa mehr Begrünung in Städten und einen geringeren Energieverbrauch. Vereinzelt wurde auch die Rolle des Spitzensports und seiner Sponsoren kritisch hinterfragt. Viele Reaktionen waren von Betroffenheit geprägt; mehrere Nutzer schrieben, die Bilder machten sie traurig oder brächten sie zum Weinen.
Besonders viel Aufmerksamkeit erhielt das Video, weil es von einer Spitzenathletin stammt, die seit Jahren regelmässig auf Gletschern trainiert. Die Diskussion reicht inzwischen über den Sport hinaus. Neben den Auswirkungen auf Training und Wettkampf rückt auch die Zukunft der Bergregionen und ihres Sommertourismus stärker in den Fokus. Brignones Aufnahmen machten damit sichtbar, wie stark sich die Bedingungen im Hochgebirge verändern - und wie unmittelbar diese Veränderungen den Spitzensport betreffen.
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