Zurzeit geht es der Schweiz in allen Disziplinen richtig gut. Loïc Meillard hat gar die durch das Altern von Ramon Zenhäusern und Daniel Yule entstandene Lücke im Slalom füllen können. Abgesehen von Junioren-Weltmeister Giuliano Fux sieht die Zukunft allerdings nicht rosig aus. Die Schweiz ist mit diesem Problem jedoch nicht alleine.
Bei skiracing.com schrieb ein Kanadier einen Kommentar zur aktuellen Entwicklung im kanadischen Skiteam. Obwohl Geschäftsführerin Thérèse Brisson bei der Kaderbekanntgabe für die Saison 2026/27 optimistisch war, ist der Optimismus bei den Fans nicht gerade gross.
13 Athleten nominierte Alpine Canada für die kommende Saison ins Nationalteam. Gemäss den veröffentlichten Kriterien des Verbandes und den öffentlich zugänglichen Ergebnissen sollen aber nur vier dieser 13 Athleten die Selektionskriterien erfüllt haben.
"Die übrigen zugänglichen Nominierungen scheinen auf Ermessensspielräumen, einschliesslich verletzungsbedingter Berücksichtigung, zu beruhen", heisst es weiter. Neu sei diese Diskreptanz nicht, allerdings wohl das Ergebnis "eines gesteuerten Niedergangs". Konsequenzen von Entscheidungen, die nun auf höchstem Niveau sichtbar werden.
Es sei kritisch zu beäugen, dass die Erfolge des kanadischen Skiteams in den letzten Jahren – abgesehen vom WM-Gold von Laurence St-Germain im Slalom – in den Speed-Disziplinen eingefahren wurden. Auf Männerseite sei zudem nur in den schnelleren Disziplinen Erfolg zu verzeichnen.
In der Saison 2020/21 waren mit Erik Read und Trevor Philp letztmals zwei Kanadier unter den Top 25 einer technischen Disziplin vertreten. Seither blieben gute Resultate, ausser bei Read, aus, die technische Weltcup-Gruppe der Herren wurde 2024/25 aufgelöst.
Höhepunkt, beziehungsweise eher Tiefpunkt, waren dann die Olympischen Spiele 2026, wo Alpine Canada weder im Slalom noch im Riesenslalom einen Athleten stellte, obwohl auch Athleten aus deutlich kleineren alpinen Skiprogrammen vertreten waren.
Brisson habe das Problem erkannt und gestand, dass die Stärken wieder aufgebaut werden müssen. "Das ist ein laufender Prozess." Gemäss dem kanadischen Autor des Kommentars laufe dieser Prozess aber mittlerweile fünf Jahre an, und auch das Team für die Saison 2026/27 gebe keine Hinweise darauf, dass ein Plan entwickelt wurde.
Einen möglichen Weg zeigt der Autor mit der NCAA auf, wo die Athleten über Studentenprogramme zu FIS-Punkten kommen und sich mit immer stärker werdendem Teilnehmerfeld messen. Beste Beispiele sind Tanguy Nef oder Paula Moltzan, die beide einst den Uni-Weg gegangen sind und bei den Olympischen Spielen über Medaillen jubeln durften.
"Dennoch gibt es für sie keinen klar definierten Weg über die NCAA in die kanadische Nationalmannschaft", heisst es im Kommentar. Dadurch ist es immer wieder möglich, dass der Weg vieler junger Athleten nach dem Abschluss endet.
Abschliessend setzt der Autor des Kommentars eine Liste zusammen, auf der erkennbar wird, was sich alles ändern muss
Der Autor hält fest: "Es handelt sich um eine Diskussion, die Alpine Canada noch nicht ernsthaft geführt hat." Alpine Canada reagierte auf Nachfrage der oben genannten Quelle nach einer Stellungnahme noch nicht.
Alpine Canada Dominic Hodel Ski Alpin welovesnow.ch