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Schweizer Ski-Profi kämpft sich nach Verletzung zurück

Er riss sich das Kreuzband

Sandro Zurbrügg schien auf dem direkten Weg in die Weltspitze. Doch ausgerechnet beim letzten Rennen der Saison riss sich der 23-jährige Berner Oberländer das Kreuzband und verletzte sich schwer am Meniskus. Trotz des Rückschlags blickt der Europacup-Sieger bereits wieder nach vorne.

Noch vor wenigen Monaten hätte für Sandro Zurbrügg die Welt kaum besser laufen können. Der 23-jährige Berner gewann die Riesenslalom-Wertung im Europacup und sicherte sich damit einen fixen Startplatz für den Weltcup in der kommenden Saison. Doch bei den Schweizer Meisterschaften in St. Moritz nahm die Saison ein bitteres Ende.

In der Abfahrt stürzte Zurbrügg schwer. Die Diagnose: Kreuzbandriss im linken Knie und ein zerfetzter Meniskus. "Mir geht es erstaunlich gut, die Reha verläuft prima", sagt der Berner Oberländer gegenüber Plattform J. Gleichzeitig verschweigt er die Folgen der Verletzung nicht: "Der Muskelschwund im linken Bein ist schon sehr gross."

Kein Hadern trotz bitterem Rückschlag

Nach dem Unfall wurde Zurbrügg in Zürich operiert. Zuschauen wollte er dabei allerdings nicht. "Ich wollte eine Vollnarkose. Operationen sind nicht so mein Ding", sagt er mit einem Lachen. Mental scheint der Schweizer Ski-Hoffnungsträger den schweren Rückschlag erstaunlich gut verarbeitet zu haben. Zwar habe er sich den Sturz auf Video nochmals angeschaut, doch daran festhalten wolle er nicht. "Jetzt geht es vorwärts."

Psychologische Unterstützung nahm Zurbrügg nicht in Anspruch. Stattdessen tauschte er sich mit anderen Athleten aus, die bereits ähnliche Verletzungen erlitten hatten. Dabei habe er vor allem gelernt, in der Reha Geduld zu bewahren und nichts zu überstürzen.

Derzeit absolviert Zurbrügg zweimal pro Woche Physiotherapie und trainiert dreimal wöchentlich im Fitnesscenter. Immerhin hat die Verletzung auch einen kleinen positiven Nebeneffekt. "Vor allem im Oberkörper konnte ich etwas zulegen." Verläuft die Rehabilitation weiterhin planmässig, wird er schon bald regelmässig in Magglingen mit den Athletiktrainern von Swiss-Ski arbeiten.

Ein Trainingslager mit Marco Odermatt und der Riesenslalom-Nationalmannschaft in Chile wird er zwar verpassen. Sein grosses Ziel verliert der Berner Oberländer dennoch nicht aus den Augen: Bereits im Oktober oder November möchte Zurbrügg wieder auf den Ski stehen.

Auch die Sponsorsuche beschäftigt ihn

Neben der Reha beschäftigt den Frutiger derzeit noch ein weiteres Thema. Sein bisheriger Helmsponsor ist aus dem Skisport ausgestiegen, weshalb Zurbrügg auf der Suche nach einem neuen Partner ist.

"30'000 Franken wären wunderbar", sagt der gelernte Automobilfachmann offen. Unterstützung erhält er derzeit vor allem von seiner Familie in Frutigen. Besonders dankbar ist er auch seiner Schwester, die ihn als Fachangestellte Gesundheit während der Reha begleitet. Trotz der schweren Verletzung bleibt Zurbrügg optimistisch. Der Traum vom Weltcup lebt weiter - auch wenn der Weg dorthin nun deutlich steiniger geworden ist.

Sandro Zurbrügg Ski Alpin Soraya Sägesser Swiss-Ski welovesnow.ch

2026-07-13 08:01:32