Nur noch acht Rennen stehen in dieser Saison an. Alle werden in der Region Lillehammer gefahren, wo Kvitfjell und Hafjell ideale Destinationen für die Rennen bieten. Die norwegischen Skidestinationen waren in der Vergangenheit immer wieder ein gutes Schweizer Pflaster.
Besonders die jüngere Vergangenheit bleibt natürlich der Ski-Schweiz in Erinnerung. In der vergangenen Saison fanden nacheinander Weltcupwochenenden in Kvitfjell und Hafjell statt. Einen Wehrmutstropfen gab es an diesen beiden Wochenenden allerdings: Der Super-G von Kvitfjell war das einzige Speedrennen in der ganzen Saison, in dem kein Schweizer auf dem Podest stand.
Dieses Podest ohne Schweizer war ein leichter Dämpfer. Tags zuvor feierten das Swiss-Ski-Team dank Franjo von Allmen, Marco Odermatt und Stefan Rogentin in der zweiten Abfahrt einen Dreifachsieg. In der ersten Abfahrt ging der Sieg an Dominik Paris, allerdings bereits da vor Odermatt und Rogentin.
Besonders Odermatt zeigte, dass er sich in Norwegen wohlfühlt – er wurde auch 2024 beim Super-G schon Dritter. Und legte eine Woche später gleich noch einen zweiten Platz im Riesenslalom von Hafjell darauf. Auch da stand er aber nicht als einziger Schweizer auf dem Podest, denn Thomas Tumler wurde Dritter, Loïc Meillard war auf dem erneut reinen Schweizer Podest der grosse Sieger. Dies war er dann auch einen Tag später, als er im Slalom die gesamte Konkurrenz hinter sich lassen konnte.
Der weitere Hafjell-Podestfahrer
In der Geschichte der Rennen in Norwegen gibt es zwei Könige, zu denen wir später kommen, aber auch einen Prinzen. Zwei Abfahrtssiege feierte Niels Hintermann in seiner Karriere, beide konnte er auf der eher flachen Piste in Kvitfjell herausfahren. 2022 siegte er ex aequo mit Cameron Alexander.
2024 wiederholte er seinen Triumph nach einer schwierigen Saison, er gestand damals die Arbeit mit einem Hypnose-Coach, der ihn aus dem Loch brachte. Den Sieg durfte er in angesprochenem Winter dann ganz alleine feiern. Es war sein dritter Kvitfjell-Podestplatz, nachdem er 2022 in der zweiten Abfahrt zeitgleich mit Beat Feuz Dritter wurde.
Damit kommen wir auch gleich zum ersten König von Kvitfjell. Beat Feuz konnte im hohen Norden zweimal ein Rennen für sich entscheiden. 2011 feierte er in der Abfahrt seinen ersten Weltcupsieg überhaupt. Ein Jahr später machte er mit dem Sieg im Super-G den "Olympiabakken" quasi zu seinem Eigentum.
Zu einem weiteren Sieg reichte es dem Emmentaler nie mehr, dafür aber zu acht weiteren Podestplätzen. Einen Tag nach seinem ersten Weltcupsieg wurde er ebenso Dritter, wie 2012, 2017, 2019 und 2022. Zudem wurde er 2018 zweimal und 2019 einmal Zweiter. Dem sonst in der Abfahrt klar besser einzuschätzenden Feuz störte es in Kvitfjell auch nicht, in welcher Disziplin er angetreten ist.
Es gab da noch jemanden, der in Kvitfjell gar dreimal gewinnen konnte, insgesamt allerdings zwei Podestplätze weniger holte als Feuz. Der zweite König von Kvitfjell ist Didier Cuche. 2007 und 2010 gewann der Neuenburger, der in den vergangenen Tagen durch seinen Neffen und Paralympics-Dominator Robin Cuche wieder viel Aufmerksamkeit bekam, die Abfahrt, 2011 war er im Super-G nicht zu schlagen.
Die Langlebigkeit von Didier Cuche zeigt sich auch in den weiteren Podestplätzen in Kvitfjell. Seinen ersten fuhr er nämlich tatsächlich 1998 im Super-G heraus. Damals wurde er Dritter, der Abfahrtssieg 2011 war sein letzter Podestplatz im norwegischen Skiort. Dazwischen wurde er noch je zweimal Zweiter und Dritter.
Die weiteren Schweizer Podestfahrer in Kvitfjell (seit 1998)
Tatsächlich wurden zwischen 2006 und 2023 in Norwegen nur zwei Weltcuprennen der Frauen ausgetragen: zwei City-Events in Oslo. Die Rennen im Jahr 2006 möchten wir euch aber trotzdem nicht vorenthalten. Während in der Alpinen Kombination mit einem Sieg von Janica Kostelic alles normal war, gewann den Riesenslalom mit Maria José Rienda eine Spanierin. Die Abfahrt gewann Nadja Styger. Das Spezielle am Rennen: Mit Styger, Michaela Dorfmeister und Lindsey Vonn (damals noch Kildow) waren gleich drei Fahrerinnen zeitgleich.

2003 fand in Kvitfjell und Hafjell auch schon ein Weltcupfinale statt, allerdings ohne nennenswerte Schweizer Erfolgsmeldungen. Umso grösser war die Freude, als 20 Jahre später bei der ersten Abfahrt Lara Gut-Behrami als Dritte aufs Podest fahren konnte und einen Tag später auch Corinne Suter nur von zwei Athletinnen geschlagen werden konnte.
Auch am dritten Tag des Wochenendes sah sehr lange vieles nach einem Schweizer Podestplatz aus. Jasmine Flury war nach den Top-Fahrerinnen auf dem zweiten Rang klassiert, dann drehte das Wetter. So feierte Österreich dank der Startnummern 31, 29 und 26 einen Dreifach-Sieg. Ebenfalls profitieren konnte damals Emma Aicher, die mit Startnummer 33 Fünfte wurde. Zuvor war ihr bestes Speed-Resultat ein 15. Rang.
Während Aicher 2025 gar noch zu einem Sieg fuhr und einen weiteren zweiten Rang holte, konnte die österreichische Konkurrenz nicht mehr beweisen, dass ihnen der "Olympiabakken" ganz einfach liegt. Anders sah dies bei Federica Brignone aus, die das Rennen gleich zweimal gewinnen konnte. Lara Gut-Behrami gewann übrigens 2024 auch noch einmal und sammelte zudem zwei zweite Plätze.
Eigentlich wollten wir uns in diesem Artikel auf die Rennen seit 1998 beschränken, als Didier Cuche ein erstes Mal aufs Podest gefahren ist. Die Olympischen Winterspiele in Lillehammer 1994 wollen wir aber nicht ausser Acht lassen, auch weil diese aus Schweizer Sicht auch dank der Silbermedaille von Urs Kälin im Riesenslalom sehr erfolgreich waren.
Erfolgreicher an diesen Spielen war aber Vreni Schneider, die sich einen kompletten Medaillensatz abholte. Der erste Streich gelang ihr mit der Silbermedaille in der Kombination, in der sie sich nur von der Schwedin Pernilla Wiberg schlagen lassen musste. Später holte sie sich im Riesenslalom die Bronzemedaille, bevor sie sich im Slalom zur zweifachen Olympiasiegerin machte.
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