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Der Gesamtsieg und sechs Fixstartplätze liegen für Hächler und Co. noch drin

Die Ausgangslage der Männer im Europacup

Während die Weltcupfahrer nach Frankreich reisen und die Junioren in Norwegen um die Medaillen kämpfen, geniessen die Europacupfahrer eine Pause. Jetzt die Batterien nochmals voll aufzuladen, ist auch notwendig, denn beim Finale der zweithöchsten Stufe geht es noch um einiges, vor allem für die Schweizer.

Der Europacup ist sozusagen die zweite Liga des Ski Alpin. Wer am Ende der Europacup-Saison in den besten Drei einer Disziplinenwertung klassiert ist, wird für die kommende Saison mit einem fixen Startplatz für die entsprechende Disziplin im Weltcup ausgestattet und belastet somit das nationale Kontingent an Startplätzen nicht.

Folgende vier Rennen stehen für die Männer in Saalbach noch an.

Abfahrt

Zwei Fixstartplätze gab es für Swiss-Ski letztes Jahr, mindestens einen gibt es auch in diesem Jahr wieder, obwohl der Disziplinensieg mit 97-prozentiger Wahrscheinlichkeit an den Franzosen Ken Caillot gehen wird. Caillots Vorsprung auf den zweitplatzierten Sandro Manser beträgt derzeit 97 Punkte, der Schweizer wäre also auf einen Ausfall des Franzosen angewiesen.

Einen Sieg einzufahren, würde sich für Manser aber ohnehin lohnen, denn mit 100 Punkten wäre ihm der Fixstartplatz nicht mehr zu nehmen. Dies wäre extrem wichtig, wie er uns vor der Junioren-WM erzählt hat: "Es ist mega schwierig im Moment, in den Weltcup zu kommen." Dies liegt am starken Speed-Team, in das man "eigentlich nur über den Fixplatz" kommt.

Das Ziel 'Fixstartplatz' haben aber auch neun andere Athleten und zur Schweizer Freude sind vier davon Schweizer. Gaël Zulauf ist momentan Dritter, hat allerdings nur 17 Punkte Vorsprung auf Alessio Miggiano auf Rang 4. Der fünftplatzierte Franzose Charles Gamel Seigneur liegt 41 Punkte hinter dem Podest, die 82 Punkte auf Manser dürfte er wohl kaum aufholen.

Rein theoretisch könnten auch Lenz Hächler und Philipp Kälin den Fixstartplatz im Weltcup noch erreichen. Mit den Rückständen von 81 Punkten (Hächler) und 87 Punkten (Kälin) ist es allerdings unwahrscheinlich, dass einer der beiden tatsächlich noch jubeln darf, denn es gibt auch noch vier weitere Konkurrenten.

Der Zwischenstand vor dem letzten Rennen:

Super-G

Überragend trifft es nur annähernd, was Lenz Hächler im Super-G in dieser Saison fabriziert. Der 22-Jährige hat den Fixstartplatz und den Disziplinensieg bereits seit längerer Zeit auf sicher, führt vor dem letzten Rennen mit 257 Punkten Vorsprung auf den Österreicher Manuel Traninger.

Der Österreicher selbst steht in der Pole-Position für den zweiten Rang, muss seinen Vorsprung aber auch noch ins Ziel bringen. Hinter ihm lauern gleich sechs Fahrer, die ihn noch überholen könnten. Die besten Chancen dazu hat Gaël Zulauf, dessen Rückstand auf den Österreicher 44 Punkte beträgt.

Nur vier Punkte mehr Rückstand hat Lars Rösti. Heisst also: Patzt Zulauf, so wird er auch schnell überholt von seinem Berner Teamkollegen. Dieser seinerseits kann aber nicht nur auf ein Ausscheiden von Traninger und Zulauf hoffen, sondern muss sich auch selbst noch gegen mehrere Athleten verteidigen. Bis Rang 15 darf sich theoretisch jeder noch kleine Hoffnungen machen.

Der Zwischenstand vor dem letzten Rennen:

Riesenslalom

Eine weitere Disziplin, in der es gleich für zwei Fixstartplätze gut aussieht. Jenen von Sandro Zurbrügg hat Swiss-Ski bereits jetzt auf sicher. Der Berner Oberländer führt die Riesenslalomwertung mit 501 Punkten souverän an und hat einen Vorsprung von 52 Punkten auf den Zweitplatzierten. Somit würde dem 23-Jährigen ein vierter Rang bereits zum Disziplinensieg reichen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass es auch einen zweiten Fixplatz für Swiss-Ski geben wird, ist gross. Fadri Janutin zeigte sich zuletzt in starker Form und konnte sich einen Vorsprung von 81 Punkten auf Rang 4 herausfahren. Der Norweger Hans Grahl-Madsen bräuchte somit zwingend einen Sieg, um überhaupt noch eine Chance zu haben.

Auf Rang 3 hofft auch der Italiener Tobias Kastlunger, Janutin noch abfangen zu können. Im Gegensatz zum Bündner hat Kastlunger aber noch einen weiteren Konkurrenten, denn er könnte theoretisch auch noch von seinem Teamkollegen Simon Talacci überholt werden.

Der Zwischenstand vor dem letzten Rennen:

Slalom

Mehr Spannung als im Podestkampf um die Slalom-Fixplätze gibt es nicht, sogar um den Sieg ist noch alles offen. Die ersten fünf Fahrer befinden sich alle innerhalb von 20 Punkten, drei Fahrer sind gar bei der gleichen Punktzahl angelangt.

Vieles deutet darauf hin, dass diese fünf Fahrer auch die drei freien Plätze untereinander ausmachen. Zurzeit führt der Italiener Tommaso Saccardi mit 370 Punkten, zwölf Punkte vor dem Franzosen August Aulnette. Mit 350 Punkten folgen Hans Grahl-Madsen, Hugo Desgrippes und Jakob Greber.

Zurzeit sind alle drei Fahrer auf dem dritten Rang klassiert. Würde es so bleiben, so würde sich wohl Grahl-Madsen den Platz sichern, da er in dieser Saison zwei Rennen gewinnen konnte, Desgrippes nur eines und Greber gar keines. Theoretisch hätte mit Sandro Simonet aber auch ein Schweizer noch eine Chance. Er müsste jedoch gewinnen, um die 89 Punkte aufholen zu können.

Der Zwischenstand vor dem letzten Rennen:

Gesamtwertung

"Letztes Jahr war es auch kein Ziel von mir und plötzlich ging es um den Sieg in der Gesamtwertung. Falls es so weit kommt, bin ich bereit, alles dafür zu tun", sagte uns Lenz Hächler Anfang Februar. Tatsächlich ist es erneut genau so gekommen, obwohl der Rückstand phasenweise bei rund 300 Punkten lag.

Mittlerweile führt der Zuger die Gesamtwertung gar an. 106 Punkte beträgt der Vorsprung auf den Norweger Grahl-Madsen. Zugute kommt Hächler, dass er in drei Disziplinen gewinnen oder zumindest aufs Podest fahren kann. Dies könnte womöglich auch der Norweger, bisher ist diese Stärke allerdings nicht bekannt. Es deutet also sehr viel auf den Gesamtsieg des Schweizers hin, der zum Weltcupstart in allen Disziplinen berechtigen würde.

Gut sieht es für die Schweizer auch im Kampf um Platz 3 aus, obwohl ein Podestplatz in der Gesamtwertung bezüglich Weltcup-Fixstartplatz nichts nützt. Eine Medaille würde es aber trotzdem geben, Sandro Zurbrügg hat derzeit die grössten Chancen darauf. Noch ist aber auch für Gaël Zulauf, Fadri Janutin und Alessio Miggiano noch vieles möglich.

Der Zwischenstand vor den letzten vier Rennen:

Die Ausgangslage bei den Frauen

Adrien Fresquet Alessio Miggiano Arnaud Boisset Charles Gamel Seigneur Delio Kunz Dominic Hodel Dominic Ott Eric Wyler Fadri Janutin Felix Hacker Gael Zulauf Gregorio Bernardi Hans Grahl-Madsen Hugo Desgrippes Jakob Greber Joel Lütolf Lars Rösti Lenz Hächler Livio Hiltbrand Manuel Traninger Marco Abbruzzese Matthias Iten Max Perathoner Philipp Kälin Ramon Zenhäusern Reto Mächler Sandro Manser Sandro Simonet Sandro Zurbrügg Semyel Bissig Simon Talacci Ski Alpin Swiss-Ski Thomas Zippert Tobias Kastlunger welovesnow.ch

2026-03-11 10:30:01