Es ist wieder so weit. Auf der Kandahar-Piste in Garmisch-Partenkirchen kämpfen die Speed-Cracks an diesem Wochenende einmal mehr um Punkte. An eine der schwierigsten Pisten der Welt hat vor allem Franjo von Allmen gute Erinnerungen.
Im Januar 2024 war es, als der Berner Oberländer auf dieser Piste nämlich im Super-G seinen allerersten Weltcupsieg gefeiert hat. Der 24-Jährige hat zwar in den Wochen zuvor bereits angedeutet, wozu er fähig sein kann, sein erster Podestplatz kam allerdings doch überraschend.
Es war ein besonderer Schweizer Tag. Nicht nur, weil von Allmen das erste Mal auf dem Podest stand, sondern weil dank Marco Odermatt gleich zwei Swiss-Ski-Athleten auf dem Podest standen. Der Nidwaldner war einmal mehr der nicht zu schlagende Mann und setzte sich so vor Raphael Haaser und seinem Teamkollegen durch.
Es war allerdings nicht der einzige Podestplatz des 28-Jährigen. Bereits drei Jahre zuvor, als die Speed-Rennen in Garmisch-Partenkirchen vor einer dreijährigen Pause zum letzten Mal durchgeführt wurden, konnte er einen Podestplatz bejubeln. Damals wurde er hinter zwei Österreichern Dritter.
2024 wurde aber nicht nur ein Super-G durchgeführt, sondern gleich deren zwei. Im ersten stand Odermatt noch knapp neben dem Podest und wurde Vierter. Ein Schweizer hat es trotzdem aufs Podest geschafft. Loïc Meillard schaffte es damals mit einer beherzten Fahrt auf den dritten Rang und damit zu seinem zweiten Super-G-Podest der Karriere.
Damit bewies der Neuenburger einmal mehr, dass ihm der bayerische Touristenort besonders liegt. 2020 im Riesenslalom und 2022 im Slalom stand Meillard jeweils auf dem Podest. Dabei musste er sich einmal vom dreifachen Garmisch-Sieger Henrik Kristoffersen geschlagen geben, im Riesenslalom damals von Alexis Pinturault.
Auch bei der letzten Abfahrt auf der Kandahar-Piste hatten die Schweizer Grund zum Jubeln. Beat Feuz klassierte sich damals auf dem zweiten Platz, komplettierte damit seinen Medaillensatz, nachdem er 2018 noch der Sieger war und 2016 und 2017 jeweils Dritter wurde.

Bereits etwas früher war Garmisch für die Schweizer immer ein gutes Pflaster. Didier Cuche beispielsweise hatte öfters zeigen können, wie ihm diese Piste liegt. Er gewann 2004 und 2011, 2002 und 2003 wurde er insgesamt dreimal Zweiter. Hinzu kommen zwei dritte Plätze aus den Jahren 2001 und 2007.
2010 fand in Süddeutschland das Weltcupfinale statt. Carlo Janka konnte die Abfahrt und den Riesenslalom für sich entscheiden, bekam in der Abfahrt auf dem Podest gar noch Gesellschaft von Patrick Küng, der Dritter wurde. Die anschliessende WM war dann aber eine Enttäuschung: Didier Cuche holte mit Abfahrtssilber die einzige Schweizer Medaille.
Für den letzten Schweizer Jubel in Garmisch-Partenkirchen waren allerdings die Frauen verantwortlich. Diese sind im Januar 2025 noch in Deutschland gefahren, wenig später wurden die Männer-Rennen aufgrund von schlechtem Wetter abgesagt.
Für die Schweizerinnen hätte es damals kaum besser laufen können: In der Abfahrt erreichte Corinne Suter den dritten Rang, es war eine Woche nach ihrem Podestplatz in Cortina d'Ampezzo erst der zweite Podestplatz nach ihrem Kreuzbandriss. Zuvor gewann sie 2020 bereits den Super-G und 2022 die Abfahrt.
Einen Tag nach Suter konnte im letzten Jahr Lara Gut-Behrami den Super-G gewinnen. Auch für sie war es keine Premiere, nachdem sie bereits 2016, 2017 und 2021 – gleich beide – Super-Gs gewinnen und 2019 in der gleichen Disziplin den dritten Rang herausfahren konnte. 2017 stand sie als Zweite zum einzigen Mal auch in der Abfahrt auf dem Podest.
Beim Abfahrtssieg von Corinne Suter 2022 feierte die Schweiz übrigens einen Doppelsieg. Damals wurde Jasmine Flury Zweite, Cornelia Hütter komplettierte das Podest. Eher ungewohnt war zwei Jahre zuvor der Schweizer Podestplatz. Wendy Holdener fuhr damals noch häufiger Speed und schaffte es im Super-G auf den dritten Rang.
Es waren aber nicht nur immer Schweizer Festspiele auf der Kandahar-Piste. 2016 wurde Fabienne Suter Zweite und beendete damit zumindest auf Frauenseite eine vierjährige Durststrecke, nachdem Nadja Jnglin-Kamer (damals noch nur als Kamer unterwegs) 2012 Zweite wurde. Übrigens mussten sich beide Lindsey Vonn geschlagen geben.
In diesem Jahr sieht es schwer nach einem Schweizer Podestplatz aus. Zwar sind mit Vinzent Kriechmayr, Dominik Paris und Nils Allegre noch ehemalige Sieger am Start, Franjo von Allmen hat aber bei den Olympischen Spielen gezeigt, dass er in aktueller Form kaum zu schlagen ist.
Ein Sieg von Marco Odermatt wäre in beiden Disziplinen besonders. Der Nidwaldner könnte sowohl in der Abfahrt wie auch im Super-G einen weiteren entscheidenden Schritt in Richtung kleine Kristallkugel machen. Die grössten Konkurrenten sind Franjo von Allmen (Abfahrt) und Vinzent Kriechmayr (Super-G).
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