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Odermatt auf der 2000-Punkte-Jagd und Meillard mit der kleinen Chance

Die Ausgangslage im Männer-Weltcup

Nachdem die Schweizer bei den Olympischen Spielen abgeräumt haben, geht die Jagd nach Kristall im Weltcup weiter. Zehn Rennen stehen noch aus und in allen Disziplinen ist der Kampf um die Kugeln noch offen. Fairerweise muss man aber sagen, dass in einigen Wertungen die Vorentscheidung bereits gefallen ist.

Abfahrt

Restliche Abfahrten

Kugelkampf

Zurzeit führen zwei Schweizer vor drei Italienern in der Abfahrtswertung. Mit 115 Punkten Vorsprung sieht drei Rennen vor dem Ende schon sehr viel nach einem neuerlichen Triumph von Marco Odermatt aus. Man weiss allerdings auch über die Stärke von Franjo von Allmen Bescheid, der sich nach seinen drei Olympiasiegen im Höhenflug befinden dürfte.

Dass Dominik Paris noch einmal in den Kugelkampf eingreifen wird, ist aufgrund der 214 Punkte Rückstand höchst unwahrscheinlich. Giovanni Franzoni und Florian Schieder müssten schon alle drei Rennen gewinnen und auf eine Ausfallserie von Odermatt hoffen, damit die Kugel noch möglich ist. Der Kampf um Platz 3 scheint derzeit der spannendste zu sein.

Kampf um die Top 25

Zurzeit wären bereits wieder acht Schweizer Abfahrer für das Weltcupfinale qualifiziert. Marco Kohler wird dort allerdings aufgrund seiner schweren Knieverletzung nicht antreten können. Durch die aufsteigende Form von Lars Rösti ist es durchaus möglich, dass er noch in die Top 25 vordringen kann.

Super-G

Restliche Super-Gs

Kugelkampf

Rechnerisch hätten gleich 13 Fahrer noch die Chance auf die kleine Kugel. Wirklich gross sind die Chancen aber nur für einen Fahrer. Wenn alles normal läuft, wird Marco Odermatt neben der Abfahrts- auch die Super-G-Kugel an sich reissen dürfen.

Dahinter ist es ein enges Rennen. Die besten Karten haben derzeit die Österreicher um Teamleader Vincent Kriechmayr, doch auch Franjo von Allmen und Stefan Rogentin sind noch längst nicht geschlagen. Hinter Rogentin folgen noch mehrere Athleten, die allerdings kaum noch grosse Chancen auf eine Top-Platzierung in dieser Wertung haben.

Kampf um die Top 25

Wohl keine Sorge um seinen Top-25-Platz muss sich Alexis Monney machen. Die restlichen Schweizer lauern allerdings dahinter, die Chancen dabei sind verschieden gross. Bei Loïc Meillard ist es noch unklar, ob er noch einmal Super-G fahren wird, durch seine Punkte im Gesamtweltcup darf er aber am Weltcupfinale ohnehin in jeder Disziplin antreten.

Da Marco Kohler nicht mehr antreten kann, liegen die grössten Schweizer Hoffnungen auf Justin Murisier. Der Walliser kommt eine Saison nach seinem Premierensieg im Weltcup nicht so wirklich auf Touren. Löst sich der Knopf, so sind die 27 Punkte Rückstand auf Platz 25 aber ohne Probleme einzuholen.

Riesenslalom

Restliche Riesenslaloms

Kugelkampf

Da hat doch tatsächlich jemand an Marco Odermatts Riesenslalom-Thron gewackelt, zumindest zu Saisonbeginn. Mittlerweile hat Stefan Brennsteiner seine hervorragende Frühform verloren und ist auf Rang 4 zurückgefallen. Bei einem Vorsprung von 103 Punkten zwei Rennen vor Schluss ist es nur schwer vorstellbar, dass Olympiasieger Lucas Pinheiro Braathen den Nidwaldner noch einholt.

Der Kampf um die anderen Podestplätze ist noch offen. Loïc Meillard ist in dieser Saison immer besser in Form gekommen und will sich vor dem österreichischen Duo durchsetzen und womöglich gar noch den Brasilianer angreifen. Henrik Kristoffersen liegt aber auch nicht weit zurück.

Kampf um die Top 25

Noch ist es nicht in Stein gemeisselt, ändern wird sich daran aber mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit auch nichts mehr. Mit Marco Odermatt, Loïc Meillard, Luca Aerni und Thomas Tumler dürften vier Schweizer beim Weltcupfinale sein. Lenz Hächler bräuchte mindestens einen vierten Rang, um sich noch zu qualifizieren.

Slalom

Restliche Slaloms

Kugelkampf

Nirgends ist der Kugelkampf derzeit so spannend wie bei den Slalomfahrern. Die besten Freunde Atle Lie McGrath und Lucas Pinheiro Braathen führen den Slalom-Weltcup mit nur einem Punkt Differenz an. Im Slalom kann es aber immer schnell gehen. Ein Ausfall dieser beiden und ein Sieg von Paco Rassat, dann könnte sogar der zurzeit Sechste als Wertungsführender ins Weltcupfinale starten.

Für die Schweiz sind die Aussichten eher schlecht. Zwar hat Loïc Meillard noch theoretische Chancen, über 100 Punkte aufzuholen. Bei fünf weiteren Konkurrenten ist es allerdings fast ein Ding der Unmöglichkeit. Gar das Podest dürfte für ihn nur noch schwer zu erreichen sein.

Kampf um die Top 25

Tanguy Nef ist bereits jetzt sicher für das Weltcupfinale, das die Techniker in Hafjell bestreiten, qualifiziert. Fährt Daniel Yule in die Punkte, so dürfte er sich auch dafür qualifizieren. Mit einem Vorsprung von 32 Punkten und vier Plätzen bräuchte es schon einige kleine Sensationen, um ihn noch aus den Top 25 zu verdrängen.

Knapp hinter den besten 25 befindet sich derzeit Matthias Iten. Dank des tollen Auftritts bei den Olympischen Spielen konnte er sich auch in der Weltcupstartliste in die Top 30 arbeiten, womit er eine gute Startposition haben wird. Ramon Zenhäusern und Marc Rochat müssen die Qualifikation wohl vergessen.

Gesamtweltcup

Es sind noch zehn Rennen zu absolvieren, doch den Gesamtweltcup hat Marco Odermatt eigentlich auf sicher. In acht der zehn Rennen tritt der Nidwaldner noch an. Mit einem herausragenden Finish könnte der Schweizer gar zum zweiten Mal die magische 2'000-Punkte-Marke erreichen. Sein eigener Rekord von 2042 Punkten aus der Saison 2022/23 könnte in diesem Winter fallen. Von hinten droht keine Gefahr mehr, denn Pinheiro Braathen wird aller Voraussicht nach nur noch vier Rennen bestreiten.

Es sieht allgemein stark danach aus, dass Marco Odermatt einmal mehr vier Kristallkugeln gewinnen wird. In der ewigen Bestenliste würde er damit seine eindrucksvolle Sammlung auf 17 Kristallkugeln (fünf grosse und zwölf kleine) erweitern und damit absolute Legenden wie Hermann Maier (14), Pirmin Zurbriggen und Marc Girardelli (beide 17) überflügeln. Bei den Männern wären dann nur noch Ingemar Stenmark (18) und Marcel Hirscher (20) vor dem Schweizer Ausnahmekönner. 

Während der Brasilianer seinen zweiten Platz wohl verteidigen kann, sind dahinter mit Loïc Meillard und Franjo von Allmen noch zwei Schweizer im Rennen um den dritten Platz. In der Pole-Position dürfte dabei von Allmen sein. Im Gegensatz zu der Konkurrenz hat er noch zwei Rennen mehr zu bestreiten.

Alessio Miggiano Atle Lie McGrath Clément Noël Daniel Yule Dominic Hodel Dominik Paris Fédération française de ski Federazione Italiana Sport Invernali Florian Schieder Franjo von Allmen Giovanni Franzoni Henrik Kristoffersen Herren Abfahrt Herren Riesenslalom Herren Slalom Herren Super-G Justin Murisier Lars Rösti Lenz Hächler Livio Hiltbrand Loïc Meillard Luca Aerni Lucas Pinheiro Braathen Marc Rochat Marco Kohler Marco Odermatt Matthias Iten Niels Hintermann Norges Skiforbund Paco Rassat Ramon Zenhäusern Raphael Haaser Ski Alpin Ski Austria Stefan Babinsky Stefan Rogentin Swiss-Ski Tanguy Nef Thomas Tumler Timon Haugan Vincent Kriechmayr welovesnow.ch

2026-02-25 07:00:17