Nur wenige Tage nach dem Ende der Olympischen Winterspiele stehen bereits wieder Weltcup-Rennen auf dem Programm. Am Freitag starten die Frauen in Soldeu, es wird das zwölftletzte Rennen der Saison sein. Danach folgen zwei weitere Speedrennen am selben Wochenende in Andorra. Noch sind einige Entscheidungen offen.
In der Abfahrt ist noch so ziemlich alles offen, gar ein Kugelgewinn von Lindsey Vonn. Die Amerikanerin sammelte in fünf Rennen unglaubliche 400 Punkte und weist so noch immer einen grossen Vorsprung auf die Verfolgerinnen auf. Besonders das deutsche Duo aus Emma Aicher und Kira Weidle-Winkelmann dürften sich noch Hoffnungen machen, die 41-Jährige abzufangen.
Etwas dahinter ist auch die Chance von Laura Pirovano noch gross, dafür müsste sie allerdings wohl zumindest einmal aufs Podest fahren. Bis zu Breezy Johnson sind bei allen Fahrerinnen die Chancen noch relativ intakt, Mirjam Puchner als Neunte mit 142 Punkten muss die Kugel wohl abschreiben.
Spannend dürfte es auch bei den Schweizerinnen werden, allerdings nicht beim Kampf um die Kugel. Bekanntlich sind beim Weltcupfinale, welches dieses Jahr in Kvitfjell stattfinden wird, nur die 25 besten Fahrerinnen des Winters plus die Junioren-Weltmeisterin zum Start berechtigt.
Zurzeit wären mit Janine Schmitt, Malorie Blanc und Jasmine Flury allerdings nur drei Fahrerinnen qualifiziert. Da die Dauer von Flurys Zwangspause noch nicht genauer bekannt ist, wird auch sie wohl noch herausfallen. Mit Corinne Suter und Delia Durrer gibt es aber zwei weitere Schweizerinnen, die nahe dran sind, diesen Platz einzunehmen, und auch Jasmina Suter und Priska Ming-Nufer darf man noch längst nicht abschreiben.
Im Super-G ist erst die Hälfte aller Rennen absolviert worden. In einer sehr guten Position befindet sich Sofia Goggia. 60 Punkte hinter ihr liegt Alice Robinson, die in den ersten beiden Rennen 180 Punkte sammelte, und nach einem Sturz in Tarvisio in Crans-Montana mit dem sechsten Platz gut reagieren konnte.
Apropos Crans-Montana: Malorie Blanc hat nach dem Sieg beim Heimrennen und der Verletzung von Lindsey Vonn durchaus noch Chancen auf eine Podest-Platzierung. Dafür muss sie allerdings an der Französin Romane Miradoli vorbei, die mit Silber bei den Olympischen Spielen ihre starke Form beweisen konnte.

Bis zum 15. Platz und Ariane Rädler sind alle Athletinnen noch unter 200 Punkten Rückstand, was bei vier ausstehenden Rennen durchaus möglich ist, aufzuholen.
Wie in der Abfahrt wären auch im Super-G zurzeit drei Schweizerinnen qualifiziert. Neben Blanc haben Jasmina Suter und Joana Hählen die besten Karten, dahinter darf auch Corinne Suter noch hoffen. Beim Rest der Schweizerinnen ist eine Qualifikation aufgrund des derzeit grossen Rückstands trotz vier Rennen eher unwahrscheinlich.
Tatsächlich haben rechnerisch nur noch drei Athletinnen Chancen auf die kleine Kugel, wobei sehr vieles für die Österreicherin Julia Scheib spricht. Die 27-Jährige hat vier der bisherigen acht Riesenslaloms gewonnen, stand zwei weitere Male als Zweite auf dem Podest. Dass Camille Rast und Sara Hector überhaupt noch kleine Chancen auf die Kugel haben, liegt an deren Konstanz und den beiden Ausfällen, die Scheib zu verzeichnen hatte.
Hinter Rast gibt es drei Schweizerinnen, die derzeit fürs Weltcupfinale qualifiziert wären, allerdings alle nur extrem knapp. Die Französin Clara Direz lauert auf Rang 26 mit nur einem Punkt Rückstand auf Piller auf einen Platz unter den Top 25.
Dies heisst, dass auch Vanessa Kasper und Wendy Holdener noch um ihr Final-Ticket kämpfen müssen. Mehr Schweizerinnen dürfte es allerdings nicht geben beim Weltcup-Finale. Dania Allenbach bräuchte einen dritten Rang, Simone Wild gar einen zweiten Rang, um sich noch unter die besten 25 zu kämpfen.
Ein Kugelkampf existiert in dieser Disziplin nicht. Mikaela Shiffrin hat sieben der acht Slaloms dieser Saison gewonnen, wurde nur einmal von Camille Rast geschlagen, die aber einen Rückstand von 288 Punkten aufweist.

Spannender wird es um die Podestplätze. Rast dürfte diesen mit 492 Punkten und einem Vorsprung von 151 Punkten auf den vierten Rang nahezu sicher haben. Wendy Holdener (358 Punkte) als Dritte muss sich allerdings noch gegen Katharina Truppe (341), Lara Colturi (312) und Paula Moltzan (302) behaupten.
Zurzeit sieht es fest danach aus, dass diejenigen vier Schweizer Fahrerinnen, die auch bei Olympia waren, auch beim Weltcupfinale teilnehmen dürften. Da es nur noch einen Slalom vor dem grossen Finale gibt, ist es unwahrscheinlich, dass es noch eine weitere Schweizerin schafft. Anuk Brändli müsste beispielsweise mindestens Sechste werden in Åre.
In nur vier Rennen auf eine derart konstante Mikaela Shiffrin 170 Punkte aufzuholen, dürfte für Rast ein Ding der Unmöglichkeit werden. Ein Podestplatz dürfte ihr allerdings nahezu sicher sein. Einzig Emma Aicher, die im Gegensatz zu Rast noch zwölf Rennen zur Verfügung hat, dürfte der Walliserin noch gefährlich werden.
Alice Robinson Aline Danioth Aline Höpli Anuk Brändli Camille Rast Corinne Suter Damen Abfahrt Damen Riesenslalom Damen Slalom Damen Super-G Dania Allenbach Delia Durrer Deutscher Skiverband Dominic Hodel Eliane Christen Emma Aicher Federazione Italiana Sport Invernali Janine Schmitt Jasmina Suter Jasmine Flury Joana Hählen Julia Scheib Kira Weidle Lara Gut-Behrami Lindsey Vonn Malorie Blanc Mélanie Meillard Mikaela Shiffrin Nicole Good Priska Ming-Nufer Sara Hector Simone Wild Ski Ski Alpin Ski Austria Sofia Goggia Sue Piller Swiss-Ski US Ski Team Vanessa Kasper Wendy Holdener