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Vonn jagt eigenen Rekord und Stenmark, die Schweizerinnen endlich den ersten Sieg

Die Rennen in Tarvisio

Dieses Wochenende dürfte für die Frauen nicht einfach sein. Während des Lauberhorn-Wochenendes ist der Fokus der Medien - vor allem der Schweizer - natürlich hauptsächlich in Wengen. Vergessen darf man aber die Frauenrennen in Tarvisio nicht, denn es ist ein magischer Ort.

Tarvisio liegt in einer absoluten Schneesport-Region, obwohl man dies nicht unbedingt erwarten würde und auch nicht ständig viel Schnee liegt. Die umliegenden Skigebiete sind aber nicht hauptsächlich in Italien, sondern in Slowenien, wo mit Planica eine der grössten Skiflugschanzen der Welt steht, oder mit Kranjska Gora ein Weltcup-Ort ist.

Wer allerdings in Tarvisio ist, muss nicht unbedingt den Weg über die Grenze gehen, sondern kann dort bleiben. Der Ort hat einiges zu bieten: Eines der Highlights ist das kleine Dorf mit wunderschöner Kapelle, die zu erreichen ist, wenn man mit der Gondel auf den Berg hinauffährt. Wie gut man werden kann, wenn man dort das Skifahren erlernt hat, zeigt zurzeit Lara Della Mea. Die Italienerin verriet uns beim Saisonauftakt in Sölden, dass sie in Tarvisio zwar nicht plötzlich im Speed starten wird, womöglich aber als Vorläuferin starten wird.

Ein Comeback nach 15 Jahren

Im norditalienischen Skiort wurden schon länger keine Weltcuprennen mehr bestritten. Tarvisio war von 2007 bis 2011 Teil des Weltcup-Kalenders, allerdings nur alle zwei Jahre. In dieser Zeit wurden neun Rennen ausgetragen, das letzte eben 2011, als es ein grosser Tag für die Amerikanerinnen war - wie so oft.

Denn die USA hatte in den neun Rennen, die ausgetragen wurden, gleich einiges zu jubeln. 2009 und 2011 gewann Lindsey Vonn den Super-G, zudem schaffte sie es vier weitere Male auf Rang 2. 2007 schaffte es die derzeitige Trägerin des roten Trikots im Super-G gar nie aufs Podest, doch Julia Mancuso sprang in die Bresche. Die Abfahrt gewann sie, bei der Kombi war sie auf dem zweiten Platz, im Super-G dann noch Dritte. 2011 machte sie hinter Lindsey Vonn den amerikanischen Doppelsieg klar.

Es tönt unglaublich und ist es eigentlich auch, aber für Lindsey Vonn könnte es zu einem wunderschönen Wochenende werden. Einerseits kann die Amerikanerin ihren Rekord an Siegen in Tarvisio ausbauen, andererseits würde sie mit zwei Siegen die Marke von Ingemar Stenmark mit seinen 86 Siegen egalisieren.

Siegerinnen aus fünf Ländern, die Schweizerinnen enttäuschten weitestgehend

2007 war trotz des Sieges von Julia Mancuso ein Traumjahr für die Österreicherinnen. Nicole Hosp gewann damals die Kombination vor Mancuso und Landsfrau Marlies Schild. Renate Götschl wurde in der Abfahrt nur von Mancuso geschlagen, im Super-G feierten unsere östlichen Nachbarn dank Renate Götschl und Nicole Hosp gar einen Doppelsieg.

2009 waren es dann wieder die Schweizer Nachbarn, die viel zu jubeln hatten, dieses Mal allerdings die nördlichen. Wie bereits erwähnt wurde Lindsey Vonn zweimal Zweite, erst in der Kombination hinter Maria Riesch, einen Tag später in der Abfahrt dann hinter Gina Stechert. Ein bisschen jubeln durften die Schweizerinnen 2009 auch, denn Fabienne Suter sicherte sich im Super-G den zweiten Rang hinter Vonn.

Dritte wurde 2009 im Super-G Tina Maze, zwei Jahre später machte sie es noch besser. Die Slowenin siegte in der Kombination, natürlich vor Vonn und Riesch. In der Abfahrt gab es dank Siegerin Anja Pärson und der Drittplatzierten Elisabeth Görgl gleich zwei neue Namen auf dem Podest, mit dem Trio Vonn-Mancuso-Riesch waren es im Super-G dann aber wieder die bekannten Namen.

Europacup und die Schweizer Erfolge

Der Weltcup war in Tarvisio lange nicht zu Gast, wohl aber der Europacup. Wenn man diese Resultate anschaut, so überrascht es wenig, dass Maria Riesch im Weltcup brillierte, denn 2002 konnte die Deutsche gleich beide Abfahrten gewinnen. Noch besser lief es auf Herrenseite für Hannes Reichelt, der 2005 alle drei ausgetragenen Rennen gewinnen konnte.

Mit drei Siegen ist der Österreicher allerdings nicht alleiniger Rekordsieger, diesen Titel vermiest ihm ein Schweizer, der an diesem Wochenende seinen letztjährigen Exploit in Wengen bestätigen will. Lars Rösti gewann 2022 beide Abfahrten und konnte 2024 gleich auch noch seinen dritten Sieg einfahren. In diesem Jahr schrammte er nur knapp an seinem vierten Abfahrtssieg in Folge vorbei, als er in der zweiten Abfahrt Zweiter hinter dem Italiener Nicolo Molteni wurde.

Junioren-WM mit Tarvisio als (Halb-)Hauptort

Zweimal wurden bisher in Tarvisio auch Rennen der Junioren-Weltmeisterschaft ausgetragen. 2002 waren die Norditaliener allerdings nicht alleine, denn die technischen Bewerbe wurden in Sella Nevea bestritten. Bei den Männern stand Aksel Lund Svindal zweimal auf dem Podest, musste sich allerdings Adam Cole oder Peter Fill geschlagen geben. Bei den Frauen gewannen - oh Wunder - Julia Mancuso und Maria Riesch die Goldmedaillen.

Ein zweites Mal fanden in Tarvisio im vergangenen Februar die Junioren-Weltmeisterschaften statt. Aus Schweizer Sicht endeten die Meisterschaften nach starkem Start mit gemischten Gefühlen.

Den Anfang machte Phillipp Kälin, der sich in der Abfahrt nur dem Deutschen Felix Rösle geschlagen geben musste. Bei den Frauen lief es gar noch besser, denn Stefanie Grob gewann die Goldmedaille. Jasmin Mathis, die erst nachnominiert wurde, bewerkstelligte den Schweizer Doppelsieg. Mathis stand dann auch im Super-G wieder auf dem Podest, dieses Mal gar zuoberst.

Bei den Männern gab es ebenfalls noch zwei weitere Medaillen. Sandro Manser wurde von Benno Brandis, und damit ebenfalls einem Deutschen, im Super-G geschlagen, in der Team-Kombination sicherten sich Jack Spencer und Gabin Janet die Silbermedaille. Besonders bitter in diesem Rennen: Sandro Manser und Philipp Kälin beendeten die Team-Kombi mit ihren Kollegen auf den Rängen 4 und 5.

Damit sind wir aber noch nicht ganz am Ende des Schweizer Medaillenregens von Tarvisio. Im Team-Event blieb die Schweiz zwar chancenlos, Stefanie Grob konnte ihr Können im Riesenslalom mit der Silbermedaille hinter Giorgia Collomb aber erneut zeigen. Ansonsten gab es keine Medaillen mehr, auch da Sue Piller im Riesenslalom die gute Ausgangslage des ersten Ranges nach dem ersten Lauf nicht nutzen konnte. Dass Giuliano Fux in einem stark besetzten Slalom immerhin Achter wurde, ist aber auch schon als Erfolg zu werten.

Dominic Hodel Jasmin Mathis Julia Mancuso Lindsey Vonn Maria Höfl-Riesch Philipp Kälin Sandro Manser Ski Alpin Stefanie Grob Swiss-Ski US Ski Team

2026-01-16 12:30:32