Noch fünf Wochen, dann startet die Weltcup-Saison 2025/26. Die letzten Wochen haben die Skistars in Südamerika oder Neuseeland verbracht, nun kehren sie langsam wieder nach Hause zurück – mit gemischten Gefühlen.
Nachdem wir bereits einen Blick auf die Leistungen der Swiss-Ski-Männer geworfen haben (Artikel oben), widmen wir uns hier den Frauen. Bisher wurden auf der Südhalbkugel fast ausschliesslich technische Rennen ausgetragen, entsprechend liegt der Fokus unserer Analyse auf den Technikerinnen.
In Sestriere durfte die Freiburgerin, die für den Skiclub Schönried startet, im Februar erstmals im Weltcup fahren, wenig später war sie auch bei der Junioren-WM am Start. Beim Südamerika-Cup bestritt sie alle vier Rennen. Beim ersten Riesenslalom schied sie bereits im ersten Lauf aus, die drittbeste Zwischenzeit zeigte jedoch, dass die 20-Jährige bis dahin sehr schnell unterwegs war.
Im zweiten Rennen fehlten ihr nur 26 Hundertstel auf die Italienerin Asja Zenere, sonst hätte sie den Sieg geholt. Im Slalom, ihrer zweitbesten Disziplin, resultierte nach Rang 16 im ersten Lauf noch der zwölfte Platz. Im zweiten Slalom schied sie im ersten Lauf aus, die Zwischenzeiten liessen aber erneut ein Ergebnis um Rang 15 vermuten.
In der vergangenen Saison hat die Urnerin nach etlichen Verletzungen endlich den Durchbruch geschafft und sich im Weltcup etabliert. Zwei Ränge konnte die 26-Jährige im ersten Slalom nach dem ersten Lauf noch gutmachen und beendete das Rennen auf Rang 9. Im zweiten Rennen lief es noch besser: Nach dem ersten Durchgang war Christen noch auf Position 7, konnte sich aber dank der zweitbesten Laufzeit nach der Pause noch auf Rang 4 hervor kämpfen.
Erst 19-jährig ist sie, hat logischerweise noch nicht sehr viele Erfahrungen mit Rennen ausserhalb der Schweiz sammeln können. Wie Piller war auch sie im März noch an den Junioren-Weltmeisterschaften und hat jetzt ihre ersten Rennen am Südamerika-Cup absolviert. Mit den Rängen 12 und 13 ist ihre Feuertaufe definitiv geglückt, in beiden Rennen konnte sie sich im zweiten Lauf rangmässig verbessern. Noch wartet Zehnder auf ihren ersten Weltcup-Einsatz, es dürfte aber nur noch eine Frage der Zeit sein.
Gross war die Erleichterung, die Frau aus Andermatt in der vergangenen Saison endlich wieder auf den Skiern zu sehen. Im Weltcup konnte sie nicht die grossen Stricke reissen, ihre Leistungen in Südamerika waren aber mehr als akzeptabel. Den ersten Slalom schloss sie als Achte und damit als beste Schweizerin ab. Beim zweiten Rennen war sie nach dem ersten Lauf noch auf Position 5 klassiert, schied dann aber bereits früh im zweiten Lauf aus.
Die Bernerin ist die jüngste Schweizerin, die in Argentinien an Rennen teilgenommen hat. Sie selbst sieht sich als Allrounderin mit Fokus auf die technischen Disziplinen, wie sie uns vor der Junioren-WM verriet. Gestartet ist sie beim Südamerika-Cup nur in den beiden Riesenslaloms. Dabei war sie zweimal die beste Fahrerin mit Jahrgang 2007, schlussendlich gab es für sie die Ränge 20 und 22. Für sie wird es in der kommenden Saison wohl darum gehen, den nächsten Schritt im Europacup zu machen, wo sie in der Vorsaison mit einem fünften Rang in ihrem erst zweiten EC-Rennen schon brillieren konnte.

Überraschend weit hinten im Gesamtklassement ist Vanessa Kasper zu finden, die nach tollen Ergebnissen im Weltcup in der vergangenen Saison den Sprung in den Swiss-Ski-Kader wieder geschafft hat. Dass sie nun so weit hinten ist, liegt hauptsächlich daran, dass die 28-Jährige nur bei einem Riesenslalom am Start stand. Nach einem verpatzten ersten Lauf konnte sie sich dort im zweiten Lauf von Rang 23 auf Rang 14 verbessern.
Am 14. Januar absolvierte die 20-Jährige ihr letztes Rennen vor dem Südamerika-Cup. Rückenprobleme machten ihr zu schaffen, weswegen sie die Saison abbrechen musste. Mittlerweile geht es Mächler offenbar wieder besser und so konnte sie in den beiden Riesenslaloms an den Start gehen. Im ersten Rennen zeigte sie sich im zweiten Lauf verbessert und konnte dank drei Ranggewinnen auf den 18. Platz fahren. Im zweiten Rennen war sie nach dem ersten Lauf 20., im zweiten Lauf sah sie das Ziel dann aber nicht mehr. Weshalb sie in ihrer eigentlich besten Disziplin, dem Slalom, nicht startete, ist unklar – möglicherweise bereitet der Rücken weiterhin Probleme.
Im C-Kader von Swiss-Ski ist Baumann hinter Melanie Michel die Älteste, bei beiden wartet man auf den nächsten Schritt. Beide wurden aber auch immer von Verletzungen ausgebremst und so konnte die 23-Jährige in der vergangenen Saison kein einziges Rennen bestreiten. Nach der schweren Knieverletzung, die sie so lange ausser Gefecht gesetzt hatte, ist der 24. Rang im zweiten Riesenslalom von Argentinien deshalb als Erfolg zu werten. Im ersten Riesenslalom schied Baumann noch im ersten Lauf aus.
Nicht in Südamerika, sondern in Neuseeland, stand Stebler bei sechs Rennen im Einsatz, fünf davon zählen zum Australia New Zealand Cup. Begonnen hat die 17-Jährige mit einem starken vierten Rang, auch wenn der Abstand auf die Siegerin mit 3,14 Sekunden schon beträchtlich war. Fast höher zu werten sind ihre Ränge 7 und 8 in jenen Slaloms, die von der weltcuperfahrenen Nina O’Brien gewonnen wurden, den zweiten davon gar zeitgleich mit Katie Hensien, ebenfalls eine Weltcupfahrerin. Anschliessend schied Stebler in zwei Slaloms aus, in einem Slalom ging sie im zweiten Lauf nicht mehr an den Start.
Nachdem wir die Schweizerinnen etwas genauer unter die Lupe genommen haben, wäre es schade, nicht auch noch die besten Fahrerinnen zu würdigen. In Neuseeland wurden Nina O'Brien und Katie Hensien ihren Favoritenrollen gerecht, auch die Österreicherin Sophia Waldauf und die Deutsche Romy Ertl konnten überzeugen. In jenen Rennen, in denen sie angetreten ist, war Alice Robinson wenig überraschend nicht zu schlagen.
In Südamerika wurde die Gesamtwertung von der Argentinierin Francesca Baruzzi Farriol gewonnen, allerdings bestritt sie deutlich mehr Rennen als die Europäerinnen. Bei den gut besetzten Rennen gewann im Slalom zweimal die Französin Marion Chevrier vor ihrer Landsfrau Doriane Escane, bei den Riesenslaloms war Asja Zenere das Mass aller Dinge. Dass sie nicht zweimal vor ihrer Teamkollegin Lara Della Mea gewann, lag an der starken Leistung von Sue Piller.
Alice Robinson Aline Danioth Asja Zenere Dania Allenbach Dominic Hodel Doriane Escane Eliane Christen Janine Mächler Katie Hensien Lara Baumann Lara Della Mea Marion Chevrier Nina O'Brien Romy Ertl Serena Stebler Shaienne Zehnder Ski Alpin Sophia Waldauf Sue Piller Swiss-Ski Vanessa Kasper