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Im ungünstigsten Fall droht Michelle Gisin bereits in La Thuile das Saisonende

In La Thuile könnten gleich drei Kristallkugeln vergeben werden

Im italienischen La Thuile bestreiten die Speedfahrerinnen in dieser Woche die vorletzten Rennen der Saison. Danach steht nur noch das Weltcupfinale in Sun Valley auf dem Programm, dafür müssen sich die Athletinnen aber vorerst überhaupt qualifizieren. Wir blicken vor den Rennen auf die Ausgangslage in den Disziplinenwertungen sowohl bezogen auf den Kugelkampf als auch auf die Duelle um die Finaltickets. 

Abfahrt der Frauen

Nach der Doppelabfahrt im norwegischen Kvitfjell sind es noch zwei Abfahrtsrennen, die im März die Entscheidung im Kampf um die kleine Kristallkugel herbeiführen müssen. Die Italienerinnen haben in La Thuile nochmals ein Heimrennen vor sich, bevor es zum Weltcupfinale nach Nordamerika geht. 

Ausgangslage in der Disziplinenwertung 

Rein mathematisch sind es vor der vorletzten Abfahrt des Winters sieben Athletinnen, die noch eine Chance auf den Sieg in der Disziplinenwertung besitzen. Wirklich intakte Chancen haben aber nur noch drei Athletinnen, die in fünf der sechs Abfahrtsrennen den Sieg eingefahren haben. Obschon Sofia Goggia nur einmal zuoberst auf dem Treppchen gestanden hat, beträgt ihr Rückstand in der Abfahrtswertung nur 34 Punkte. Für sie wäre es bereits die fünfte Abfahrtskristallkugel in ihrer Karriere, sie triumphierte schon 2018, 2021, 2022 und 2023. Cornelia Hütter kämpft derweil um die Titelverteidigung. Bis zum Triumph von Katharina Truppe im Slalom von Åre war Hütter die einzige Saisonsiegerin im Weltcup für das gesamte Team von Ski Austria.

Einzig für Federica Brignone, die aktuelle Führende in der Disziplinenwertung, wäre es die erste Abfahrtskristallkugel der Karriere. Für eine vorzeitige Entscheidung in La Thuile müssten gleich diverse Kriterien erfüllt sein. Brignone müsste das Rennen gewinnen, Hütter dürfte maximal 16. werden, Goggia dürfte sich derweil maximal als Achte klassieren.

Rennen um einen Platz am Weltcupfinale

5. Lara Gut-Behrami - 229
10. Corinne Suter - 178
18. Malorie Blanc - 89
22. Michelle Gisin - 66
--- Top-25 ---54 Punkte---
28. Priska Ming-Nufer - 50
31. Delia Durrer - 36
34. Janine Schmitt - 20
36. Jasmina Suter - 15
45. Joana Hählen - 1

Als Juniorenweltmeisterin qualifiziert: Stefanie Grob

Läuft es in der Abfahrt von La Thuile sehr unglücklich, dürfen schlussendlich nur Lara Gut-Behrami, Corinne Suter und Malorie Blanc aus dem Swiss-Ski-Team die herkömmliche Qualifikation fürs Weltcupfinale in Sun Valley schaffen. Unbestritten ist die 21-jährige Blanc der Lichtblick der bisherigen Schweizer Abfahrtssaison mit ihrem zweiten Rang im Rennen von St. Anton. Nachdem Michelle Gisin in Kvitfjell nur die Ränge 27 in der ersten und 25 in der zweiten Abfahrt belegt hat, muss sie noch um ihre Finalteilnahme zittern. In der Regel sollte das Polster von zwölf Zähler ausreichen. Sicherlich startberechtigt ist zudem Juniorenweltmeisterin Stefanie Grob. 

Priska Ming-Nufer fährt aber definitiv noch um die Finalqualifikation. Nicol Delago (23./57 Punkte), Laura Gauche (24./55 Pkt.), Nadia Delago (25./54 Pkt.), Christina Ager (25./54 Pkt.) und Ricarda Haaser (27./53 Pkt.) sind die direkten Konkurrentinnen von Ming-Nufer. Rang 15 in der zweiten Abfahrt in Norwegen hat die 33-jährige Schweizerin überhaupt in diese Ausgangslage gebracht. Eine erneute solche Klassierung würde wohl ausreichen, um am Final teilzunehmen. Einen grösseren Exploit bräuchten dann schon Delia Durrer und Janine Schmitt, für sie geht es vor allem auch darum, den Sprung in die Top-30 zu schaffen und sich zumindest für den nächsten Winter in eine gute Ausgangslage zu bringen. 

Super-G der Frauen

Mit dem zusätzlichen Rennen in La Thuile wird der in St. Moritz wegen Nebels abgesagte Super-G nachgeholt. Aus Schweizer Sicht wäre es aber gar nicht so schlecht gewesen, hätte es auch in dieser Disziplin nur noch zwei Rennen gegeben. 

Ausgangslage in der Disziplinenwertung 

Mit noch drei ausstehenden Rennen haben noch immer acht Athletinnen die Chance auf die kleine Super-G-Kugel. Schon länger zeichnet sich aber ein Zweikampf zwischen Lara Gut-Behrami und Federica Brignone in dieser Disziplin ab. Die beiden Spitzenathletinnen beeindrucken mit ihrer Konstanz. Gut-Behrami stand in fünf von sechs Rennen auf dem Podest, Brignone in vier Rennen. 55 Punkte ist ein solides Polster für die Tessinerin, um zumindest den Sieg in dieser Disziplinenwertung zu wiederholen. Es wäre ein historischer Triumph, als erste Athletin überhaupt würde Gut-Behrami zum sechsten Mal die Super-G-Wertung gewinnen. Vor ihr gelang dies Katja Seizinger und Lindsey Vonn sowie bei den Männern Hermann Maier und Aksel Lund Svindal nur deren fünf Mal. 

Das Duell Brignone gegen Gut-Behrami ist auch noch jenes um die grosse Kristallkugel. In der Gesamtwertung beträgt der Vorsprung der Italienerin 322 Punkte. Schrumpft dieser in La Thuile nicht unter die 300er-Marke würde das die vorzeitige Entscheidung bedeuten, denn die Schweizerin wird am Weltcupfinale in Sun Valley kaum im Slalom an den Start gehen. 

Rennen um einen Platz am Weltcupfinale

1. Lara Gut-Behrami - 465
9. Corinne Suter - 164
24. Michelle Gisin - 58
25. Malorie Blanc - 57
--- Top-25 --- 57 Punkte---
30. Joana Hählen - 30
33. Jasmina Suter - 21
35. Janine Schmitt - 19
43. Delia Durrer - 10
45. Priska Ming-Nufer - 6

Als Juniorenweltmeisterin qualifiziert: Jasmin Mathis

Als 14. im Super-G von Kvitfjell hat sich Malorie Blanc auch in der zweiten Speeddisziplin in die Top-25 nach vorne gekämpft. Gelingen ihr in La Thuile ähnlich starke Auftritte, wird sie sich keine Sorgen machen müssen, um die Teilnahme am Finale. Ein Turnaround muss hingegen Michelle Gisin gelingen, in Kvitfjell fuhr sie einen Nuller ein. Sie droht das Weltcupfinale im Super-G zu verpassen. Anders als in allen Jahren davor gehört die 31-Jährige auch nicht zu den 500-Punkte-Fahrerinnen, die ohnehin an allen Rennen am Weltcupfinale startberechtigt wären. Diesen Status besitzen im Schweizer Team einzig Lara Gut-Behrami, Camille Rast und Wendy Holdener. 

Juniorenweltmeisterin Jasmin Mathis dürfte am Weltcupfinale ihre Feuertaufe auf höchster Stufe feiern. Die 20-Jährige hat den Startplatz im Super-G mit Gold in Tarvisio gesichert. Zurück zum Super-G: Hier wäre es auch für Joana Hählen oder Janine Schmitt natürlich noch möglich, sich ans Weltcupfinale zu fahren. Aber selbst Hählen müsste schon 27 Punkte aufholen. Zum Vergleich, um mindestens 27 Punkte einzufahren wäre bereits eine Platzierung als Neunte notwendig. Selbst in zwei Rennen würde es Hählen wohl ohne Fahrt in die Top Ten in einem der beiden Rennen nicht ausreichen. 

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2025-03-10 16:00:47