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Der Angriff auf die Podestplätze dürfte in dieser Saison nicht nur von Gut-Behrami kommen

Die zweite Garde lauert

Das Warten hat ein Ende! Nach langer Leidenszeit für jeden Skifan beginnt mit den Riesenslaloms in Sölden die neue Skisaison. Den Start machen die Damen am Samstag, 26. Oktober und dies veranlasst uns dazu, die Chancen der verschiedenen Schweizerinnen zu kalkulieren.

Die Prognosen sind gleichbedeutend mit unseren eigenen Meinungen. Prinzipiell hat die Schweiz genügend Startplätze, um immer wieder einer Athletin auch eine Chance zu geben, sei es aus dem Europacup oder nach einer Verletzung.

Lara Gut-Behrami - Letzte Saison: die kleine Kugel

Das Nonplusultra in der vergangenen Saison war bei den Damen ohnehin Lara Gut-Behrami. Mit schlussendlich überzeugendem Vorsprung konnte sie die Gesamtwertung als Siegerin abschliessen und dazu hat sie mit 771 Punkten im Riesenslalom einen ganz starken Grundstein gelegt.

Es sei dies die wichtigste aller kleinen Kugel, da es die Basis des Skifahrens ist, sagte sie und für die Tessinerin soll es nicht der letzte Gewinn einer Kugel gewesen sein. Sie wirkt entspannt, wie schon lange nicht mehr und dürfte auch dieses Jahr ein ernstes Wörtchen um diese Kugel mitreden.

Camille Rast - Letzte Saison: das Weltcupfinale erreicht

Zweitbeste Schweizerin in der vergangenen Saison war Camille Rast. Die Walliserin gelang nach langer, schwieriger Zeit endlich ihr Durchbruch und war vor allem im Slalom nahe am Podest. Etwas weiter weg davon war sie im Riesenslalom, doch die Ränge 9 und 8 in Jasna und Kronplatz waren ein Beleg dafür, dass sie auch mit den grösseren Abständen ganz gut zurechtkommt. Sie dürfte in der kommenden Saison in beiden Disziplinen die Podestplätze angreifen.

Michelle Gisin - Letzte Saison: ihre schwächste Disziplin

Unglaublich aber wahr: der 25. Platz in der Riesenslalomwertung war die schwächste Klassierung in der vergangenen Saison. Vor der Saison wechselte sie in die Speed-Gruppe, um dann im Slalom Vierte in der Wertung zu werden. Nicht ganz so schnell konnte sie im Riesenslalom fahren, dafür glänzte sie immerhin mit Konstanz und verpasste nur zweimal knapp den zweiten Durchgang. Fünfmal landete Gisin in den Top-20. Trotzdem dürfte es in der kommenden Saison ihre schwächste Disziplin bleiben, die Resultate dürften sich denen von vergangenem Winter gleichen.

Simone Wild - Letzte Saison: auch konstant, aber nicht ganz so schnell

Was wir bei Michelle Gisin gelobt haben, können wir auch bei Simone Wild. Die 30-Jährige fuhr in sieben von acht Rennen, an denen sie am Start stand, im zweiten Lauf. Platz 17 war dabei allerdings das höchste der Gefühle, zwei weitere Top-20-Resultate kamen hinzu. Dank der Plätze 25, 22, 26 und 27 resultierten am Schluss 60 Weltcup-Punkte und der 31. Rang in der Disziplinenwertung. Als viertbeste Schweizerin sollte sie sich keine Sorgen machen müssen um einen Startplatz, das Talent ist durchaus vorhanden, um noch einige Ränge weiter nach vorne zu fahren.

Mélanie Meillard - Letzte Saison: endlich (fast) verletzungsfrei

Von angesprochenem Talent ist bei Mélanie Meillard definitiv auch genug vorhanden, dies hat sie vor ihren Verletzungen zur Genüge beweisen können. Diese Saison konnte sie endlich wieder viele Rennen absolvieren - alle, bis auf das letzte von Åre, als sie Schmerzen im Knie hatte - sich aber nicht fürs Weltcupfinale qualifizieren. Einmal schied sie aus, nur gerade dreimal schaffte sie es in den zweiten Lauf. Den 28. Platz in Lienz mal ausgelassen, zeigte die 26-Jährige zum Saisonstart in Sölden mit dem 17. sowie mit dem 13. Rang in Jasna, dass sie noch nichts verlernt hat. Von ihr dürfte nach Rang 36 in der Saison 2023/24 eine erneute Steigerung kommen.

Wendy Holdener - Letzte Saison: Auch vor der Verletzung nicht ganz in Fahrt gekommen

Sie war der grosse Pechvogel der vergangenen Saison. Bereits früh in der Saison musste sie diese beenden, konnte anschliessend keine Rennen mehr bestreiten. Dass es "nur" ihre zweite Disziplin ist, konnte man in den ersten vier Rennen allerdings gut erkennen. In Sölden erreichte sie mit Rang 22 ihr Saisonbestresultat im Riesenslalom, danach wurde sie noch 23., 27. und konnte im vierten Rennen den zweiten Lauf nicht mehr erreichen. Man darf gespannt sein, wie die Schwyzerin nach ihrer Verletzung zurückkommt und wie gross der Fokus auf dem Riesenslalom sein wird.

Jasmina Suter - Letzte Saison: vier Versuche und ein Ausrufezeichen

Den Namen Suter verbindet man eigentlich mehr mit den Speeddisziplinen. Jasmina Suter versuchte sich allerdings im Januar in Jasna auch auf den etwas kürzeren Latten und konnte sogleich als 20. überzeugen. An diese Leistungen konnte sie anschliessend leider nicht mehr anschliessen, verpasste zweimal den zweiten Lauf und schied in Åre aus. Bei ihr dürfte der Riesenslalom auch in der kommenden Saison als dritte Disziplin für Abwechslung sorgen, ein paar Punkte liegen durchaus drin.

Jasmine Flury - Letzte Saison: ein vereinzeltes Abenteuer

Die Abfahrtsweltmeisterin sieht man so gut wie nie im Riesenslalom. Am 6. Januar startete sie in Kranjska Gora jedoch auch dort wieder einmal, obwohl wieder das falsche Wort ist. Es war nämlich tatsächlich ihr erstes Riesenslalom-Rennen im Weltcup, als 43. verpasste sie den zweiten Lauf aber doch um über eine Sekunde. Sie dürften wir in der kommenden Saison nicht mehr im Riesenslalom sehen, gerade weil auch sie von einer Verletzung zurückkommt.

Priska Ming-Nufer - Letzte Saison: eine lange Pause konnte sie so überbrücken

Ebenfalls im Speed-Bereich zu Hause ist Priska Ming-Nufer, die in der letzten Saison noch nur als Nufer gestartet ist. Nach dem Super-G in Kvitfjell wäre eigentlich eine 20-tägige Pause bis zum Abfahrts-Weltcupfinale angestanden, dazwischen versuchte sich Ming-Nufer im Riesenslalom von Åre, auf die als 30. platzierte Simone Wild verlor sie als 36. aber doch fast acht Zehntel. Eine Pause, wie es sie in der vergangenen Saison gab, wird es im Kalender der Saison 2024/25 nicht geben, wodurch wir nicht unbedingt mit einem erneuten Versuch rechnen.

Die Riesenslalomski buckelt sie diese Saison wohl nicht

Corinne Suter - Letzte Saison: ein verfrühter Auftakt

Nur einen einzigen Riesenslalom absolvierte Suter in der vergangenen Saison, wohl als Formstands-Abwägung vor den ersten Speed-Rennen. Fast anderthalb Sekunden fehlten ihr in Sölden als 39. auf die Zeit, welche für den zweiten Durchgang berechtigt hätte, anschliessend liess sie die Riesenslalom-Ski im Keller. Durch die schwere Knieverletzung, die sie sich in Cortina d'Ampezzo zugezogen hat, wird sie sicherlich in Sölden nicht am Start stehen, geschweige denn in anderen Riesenslaloms.

Elena Stoffel - Letzte Saison: einer von fünf Ausflügen

Die Oberwalliserin fährt eigentlich fast nur Slalom, hat sich nun aber mittlerweile auch fünfmal im Riesenslalom versucht. Für einen zweiten Durchgang konnte sie sich bisher noch nie qualifizieren. Vor der letzten Saison war sie fast zwei Jahre lang nicht mehr in dieser Disziplin am Start der höchsten Stufe. In Jasna konnte sie sich nicht qualifizieren für den zweiten Durchgang, durch den neunten Rang an der Schweizer Meisterschaft und den 19. Rang als Bestresultat im Europacup konnte sie sich wohl selbst in der vergangenen Saison auch nicht davon überzeugen, wieder häufiger im Weltcup zu starten.

Stefanie Grob - Letzte Saison: weitere Erfahrungen gesammelt

Eigentlich eher in die Kategorie der Riesenslalom-Spezialistinnen werfen, darf man Stefanie Grob. Die 20-Jährige gilt als grosses Talent und durfte bereits in ihren jungen Jahren im Weltcup starten. In der Saison 2023/24 konnte sie sich in sieben Rennen nie für einen zweiten Lauf qualifizieren, war aber im Europacup sehr erfolgreich. Zwei Podestplätze durfte sie auf zweithöchster Stufe feiern und war auch in der Endabrechnung auf Rang 2. Damit hat sie sich einen Fixstartplatz ergattert und wird weitere Erfahrungen sammeln dürfen und womöglich gar die ersten Punkte sammeln. In Lienz verpasste sie im Dezember den zweiten Lauf nur gerade um ein Hundertstel, war ansonsten häufig weiter weg von den Besten.

Selina Egloff - Letzte Saison: vielversprechend eine Stufe tiefer

Auf Rang 7 der Europacup-Riesenslalomwertung schloss Selina Egloff die Saison ab. 2021 durfte sie bereits zweimal im Weltcup starten, in der vergangenen Saison allerdings nicht. Podestplätze durfte sie im Europacup nicht bejubeln, war allerdings mit den Rängen 4, 5, 6 und 7 nahe dran. Sie dürfte sich mit diesen Ergebnissen dafür empfohlen haben, wieder im Weltcup zu starten und könnte, wie Grob, womöglich auch bereits die Punkte angreifen.

Janine Schmitt - Letzte Saison: ok im Riesenslalom, sonst überragend

Schmitt ist die Gesamtwertungssiegerin der vergangenen Saison im Europacup. Die vielen Punkte konnte sie zwar eher in den Speeddisziplinen herausfahren, wo sie 2023 in Cortina auch ihre ersten Weltcuppunkte herausfahren konnte, konnte sich aber im Dezember für den Riesenslalom in Lienz hervortun. Weit weg war sie dort von einem zweiten Durchgang, sie kann sich aber in der kommenden Saison sowieso frei auswählen, in welchen Disziplinen sie an den Start gehen wird. Vielleicht ja auch mal in einem Riesenslalom.

Vanessa Kasper - Letzte Saison: leider nicht ganz gut genug

Kasper ist eine erfahrene Weltcupfahrerin, konnte bereits seit 2016 regelmässig dort starten. Dreimal konnte sie dabei in die Punkte fahren, in der letzten Saison bot sich ihr die Chance dazu allerdings nie. Im Europacup konnte sie im ersten Rennen noch mit Rang 6 begeistern, hatte danach allerdings Mühe, an dieses Resultat anzuknüpfen. Mittlerweile hat sie ihren Swiss-Ski-Kaderstatus verloren, kämpft sich nun alleine durch. Dass sie aber trotzdem noch einen Schweizer Startplatz bekommen könnte, liegt einerseits an der nicht allzu breiten Konkurrenz, zum anderen, dass sie sich Ende März bei den Schweizer Meisterschaften gegen Stefanie Grob und Selina Egloff durchsetzen konnte.

Andrea Ellenberger - Letzte Saison: Die vorerst letzte Chance verpasst

Die 31-Jährige gehörte seit Jahren zu den fixen Starterinnen der Schweiz. Ob dies in der kommenden Saison auch noch so ist, darf aufgrund des Verlustes des Kaderplatzes bezweifelt werden. In zehn Rennen konnte sie den zweiten Lauf nie erreichen, man darf sie allerdings sicherlich nicht abschreiben. In Südamerika zeigte sie zuletzt solide Leistungen und dürfte auf die ein oder andere Chance zum Start hoffen.

Weitere Punktefahrerinnen aus dem Europacup

Natürlich gibt es viele Fahrerinnen, die im Europacup an den Start gehen und auch noch einige, die in die Punkte fahren konnten. Diese haben wir hier mit der Klassierung aufgelistet, allenfalls noch mit Ergänzungen:

31. Vivianne Härri
32. Delphine Darbellay
43. Lara Baumann (fällt die ganze Saison aus)
45. Lorina Zelger (im Slalom leicht stärker)
49. Sarah Zoller
60. Janine Mächler (eher im Slalom unterwegs)

Andrea Ellenberger Camille Rast Corinne Suter Damen Riesenslalom Delphine Darbellay Elena Stoffel Janine Mächler Janine Schmitt Jasmina Suter Jasmine Flury Lara Baumann Lara Gut-Behrami Lorina Zelger Mélanie Meillard Michelle Gisin Priska Ming-Nufer Sarah Zoller Selina Egloff Simone Wild Ski Alpin sport.ch Stefanie Grob Swiss-Ski Vanessa Kasper Vivianne Härri Wendy Holdener

2024-10-14 23:00:11