Bevor in wenigen Wochen wieder im Weltcup um die Punkte gekämpft wird, haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, die Leistungen der Athleten und Athletinnen mit Weltcupfixstartplätzen im letzten Winter genauer unter die Lupe zu nehmen. Im zweiten Teil stehen die Frauen im Fokus.
Einen regelrechten Grossangriff haben die Österreicherinnen im letzten Winter gestartet, gleich sechs Athletinnen drängten in den Weltcup. Die Kärntnerin Nadine Fest stand in diesem Sextett als Europacup-Gesamtsiegerin an der Spitze. Ein Jahr später steht die 26-Jährige vor einer schwierigen Aufgabe, denn auf den neuen Winter hin hat Fest ihren Kaderstatus verloren. Obschon Fest ihren Startplatz auf sicher hatte, gelang ihr im Speedbereich, worauf sie sich fokussiert hatte, die Rückkehr in die Top-30 nicht. Rang 22 im ersten Super-G von Kvitfjell war das höchste der Gefühle. Jetzt muss sich Fest auf eigene Faust durchkämpfen.
Ganz anders verlief die Saison für Christina Ager. Die Dritte der Europacup-Gesamtwertung verdiente sich auch in beiden Speeddisziplinen einen Fixstartplatz. Die 28-Jährige hatte 2013 noch im Slalom erstmals auf höchster Stufe gepunktet, ihren ersten Podestplatz feierte sie derweil in der Abfahrt. Als Dritte gelang Ager in Cortina d'Ampezzo der grosse Sprung im Januar. In beiden Speeddisziplinen gehört die Tirolerin nun zu den Top-30.
Die oft von Verletzungen geplagte Sabrina Maier nahm nochmals einen Anlauf im Weltcup. Viermal fuhr sie in die Punkte, in Crans-Montana lieferte sie dann das letzte zählbare Ergebnis ihrer Karriere. Maier hat im April ihre Karriere beendet. Am selben Tag wie Maier gab mit Michaela Heider eine zweite Österreicherin, die zuletzt von einem Fixstartplatz profitiert hatte, ihren Rücktritt bekannt. Als 32. der Disziplinenwertung im Super-G gelang es auch ihr nicht, sich in der Weltspitze gänzlich zu etablieren.
Die 25-jährige Michelle Niederwieser debütierte im letzten Weltcupwinter und punktete in ihrer ersten Saison auf der grossen Bühne viermal. Die beiden 23. Ränge in Val d'Isère und Altenmark-Zauchensee, jeweils in der Abfahrt, waren ihre besten Klassierungen. Im Januar zog sich Niederwieser bei einem Sturz in Cortina eine Knorpelverletzung zu. Derzeit arbeitet sie fleissig auf ein Comeback hin. Elisabeth Kappaurer war derweil die einzige österreichische Athletin mit einem Fixstartplatz. Sie hatte schon im Winter 2022/23 einen 29. Rang in der Riesenslalomwertung vorgelegt, diesen konnte sie als 28. bestätigen. Zwei Starts im Super-G wurden derweil nicht mit Punkte belohnt.
In den technischen Disziplinen waren es mehrheitlich die Italienerinnen und die Schwedinnen, die sich die Fixstartplätze teilten. Riesenslalomfahrerin Elisa Platino stellte in Jasna mit dem 15. Schlussrang ihr bestes Ergebnis ihrer bisherigen Karriere auf. Als 30. in der Disziplinenwertung verpasste sie zwar eine Teilnahme am Weltcupfinale, darf den neuen Winter aber mit einer guten Startnummer in Angriff nehmen. Die 21-jährige Beatrice Sola wartet derweil noch auf ihre ersten Weltcuppunkte. In mittlerweile elf Starts im Slalom und nach drei Riesenslaloms steht noch keine Qualifikation für einen zweiten Durchgang in der Statistik. Sola brachte schon die Erfahrung aus WM-Starts mit in den letzten Winter.
Moa Boström Müssener blieb in ihren elf Weltcupstarts 2023/24 ebenfalls ohne Punkte. Somit ist weiterhin der 17. Platz aus dem Slalom von Semmering im Dezember 2022 ihr bestes Ergebnis. Im Slalom verpasste sie als Fünfte der Europacupwertung zumindest rangmässig die Verteidigung ihres Fixstartplatzes knapp. Als 19. punktete derweil Hilma Lövblom im zweiten Riesenslalom von Mont Tremblant, aber auch bei ihr lässt der Durchbruch auf sich warten. Am erfolgreichsten aus dem schwedischen Trio war Cornelia Öhlund. Fünf Platzierungen in den Punkten, gekrönt von einem 14. Rang in Soldeu schafften es in die Buchhaltung. Als 36. in der Weltcupstartliste ist sie gar nicht mehr weit von den Top-30 entfernt.
Den letzten Blick richten wir noch nach Nordamerika. Als Gesamtsiegerin des Nor-Am Cups hätte Mary Bocock in allen Disziplinen im Weltcup starten dürfen. In den Riesenslaloms von Sölden, Killington und Jasna schnupperte sie etwas Weltcupluft. Im Nor-Am Cup stand die 20-Jährige derweil dreimal auf dem Treppchen. Tricia Mangan aus dem US-Team startete derweil in den Speeddisziplinen. Der 21. Rang im Super-G von Crans-Montana war ihr bestes Ergebnis. Richtig durchgestartet ist derweil die 22-jährige Lauren Macuga. Die Landsfrau von Bocock und Mangan knackte im Super-G in Altenmarkt-Zauchensee die Top-Ten. In Kvitfjell fuhr sie abermals zweimal in die Weltspitze, gipfelnd im fünften Rang, dem bisherigen persönlichen Bestergebnis.
In Killington debütierte Allie Resnick im Weltcup, danach folgte in Courchevel ein zweiter Start auf der grossen Bühne. Punkte gab es für die 23-Jährige vom Dartmouth Ski Team keine. Über die ersten Weltcuppunkte jubelte Zoe Zimmermann schon im vorangegangenen Winter, den 27. Rang von Sestriere konnte sie bei ihren vier Starts in der Rennzeit 2023/24 nicht bestätigen.
Zwei Kanadierinnen waren die Inhaberinnen der Fixstartplätze im Riesenslalom. Cassidy Gray nutzte die Möglichkeit und stellte im März in Are als 15. ihre Bestmarke im Weltcup auf. In Cortina d'Ampezzo liess sie gar im Super-G ein erstes Mal anschreiben. In der Weltcupstartliste steht die 23-Jährige im Riesenslalom zum Beginn des neuen Winters an 41. Stelle, da ist also noch weiterhin viel Potential für Steigerungen. In die Top-30 geschafft hat es derweil Britt Richardson, die sich zum regelmässigen Gast in zweiten Läufen entwickeln konnte. Zweimal fuhr sie im abgelaufenen Winter in die Top-15, einmal beim Heimrennen in Kanada als 15. im Riesenslalom von Mont Tremblant. Damit schliesst dieser Artikel mit einer der wenigen Athletinnen, die ihren Fixstartplatz in den Schritt in die Top-30 ummünzen konnte.
Die Kurzportraits der Athletinnen, die sich im Winter 2024/25 mit einem Fixstartplatz im Weltcup versuchen werden
Allie Resnick Beatrice Sola Britt Richardson Cassidy Gray Christina Ager Cornelia Öhlund Elisa Platino Elisabeth Kappaurer Federazione Italiana Sport Invernali Hilma Lövblom Lauren Macuga Mary Bocock Michaela Heider Michelle Niederwieser Moa Boström Müssener Nadine Fest Raphael Dort Sabrina Maier Ski Ski Alpin Svenska Skidförbundet Tricia Mangan US Ski Team Zoe Zimmermann