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Ohne Lara Gut-Behrami wird das Aufgebot für die Heim-WM eine knifflige Sache

Ein Blick voraus auf die Ski-WM in Crans-Montana

Mit Lara Gut-Behrami steht das derzeitige Aushängeschild des Schweizer Skiteams bei den Frauen vor ihrer letzten Saison. Im Winter 2026/27 und damit an der Heim-Weltmeisterschaft in Crans-Montana müssen andere Athletinnen die Kohle aus dem Feuer holen. Wir wagen die Prognose, wer sich dieser Aufgabe annehmen könnte. 

In einem ersten Teil haben wir bereits das mögliche Aufgebot der Männer für die Heim-WM 2027 prognostiziert. Durch den bevorstehenden Rücktritt von Lara Gut-Behrami fällt eine Athletin weg, die zuletzt jeweils gleich in drei Disziplinen am Start gestanden hat. Es dürfte in der Zukunft daher wohl nicht mehr gleichermassen möglich sein, dass das Frauen-Team Startplätze für die Männer frei machen. Insgesamt wird Swiss-Ski mit einem 24-köpfigen Team an der Heim-WM antreten dürfen. Nach dem ersten Teil des Artikels stehen für die Damen noch zwölf Plätze auf dem Schweizer Kontingent offen. 

Abfahrt

An der Weltmeisterschaft in Saalbach-Hinterglemm hätten theoretisch fünf Schweizerinnen in der Abfahrt starten dürfen. Titelverteidigerin Jasmine Flury konnte den für sie reservierten Startplatz allerdings nicht wahrnehmen. 2027 wird sie versäumtes nachholen. Wir glauben, dass sie sich nach einem erfolgreichen Comebackwinter für den grossen Höhepunkt im Wallis aufdrängen wird. Mit Corinne Suter und Malorie Blanc wird das Schweizer Abfahrtsquartett von zwei Athletinnen angeführt, die in Saalbach bereits am Start waren. Suter wird als Abfahrtsweltmeisterin von 2021 nach dem bevorstehenden Rücktritt von Lara Gut-Behrami ohnehin zur Nummer eins im Speedbereich aufsteigen.

Seit nunmehr drei Jahren tüftelt Delia Durrer schon an ihrem Durchbruch herum. Der 22-Jährigen ist zuzutrauen, dass sie sich bis zu den Medaillenkämpfen im Wallis in der Schweizer Hierarchie entsprechend nach oben arbeiten kann. Ob es für sie die Teilnahme am ersten Grossanlass sein wird, hängt davon ab, ob sie es ins Schweizer Aufgebot für die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina schaffen wird. 

Super-G

Auch im Super-G gingen die Schweizer Frauen in Saalbach-Hinterglemm leer aus und dennoch gilt es auch hier die Lücke von Lara Gut-Behrami auszufüllen. Am anderen Trio, das an der letzten WM im Super-G im Einsatz gestanden hat, halten wir fest. Malorie Blanc wurde in ihrem ersten WM-Rennen 2025 Zwölfte. Corinne Suter als 14. und Michelle Gisin als 17. reihten sich dahinter ein. Mit der vierten Athletin im Bunde wird der sechste Startplatz im Aufgebot der Frauen aktiviert. Wir tippen hier auf die Silbermedaillengewinnerin der Junioren-WM 2023 im Super-G. Stefanie Grob wird im kommenden Winter mit einem Fixstartplatz im Weltcup angreifen. Das könnte der Ostschweizerin zum definitiven Durchbruch verhelfen. In bislang 18 Weltcupstart hat es noch nicht für eine Platzierung in den Punkten gereicht. 

Riesenslalom

Es dürfte eine heisse Diskussion sein, ob Wendy Holdener bis 2027 am Riesenslalom festhält. Im vergangenen Winter konnte sie sich aber bis in die Top-15 steigern und es gibt aus dieser Perspektive eigentlich keinen Grund, die zweite technische Disziplin fallen zu lassen. Die grösste Medaillenhoffnung im Riesentorlauf an der Heim-WM dürfte allerdings Camille Rast sein. Im November stand sie als Dritte im Riesenslalom von Killington auch in ihrer zweitstärksten Disziplin erstmals auf dem Podest. Aus Schweizer Sicht hätte sicherlich niemand etwas dagegen einzuwenden, wenn der steile Aufstieg so weitergeht. 

Blickt man auf die Disziplinenwertung des vergangenen Winters, herrscht hinter Gut-Behrami, Rast und Holdener gähnende Leere. Erst ausserhalb der Top-30 folgen dann Vanessa Kasper, Michelle Gisin und Simone Wild. Deshalb wird hier auf die Karte der Jugend gesetzt. Stefanie Grob war im Winter 2023/24 die zweitbeste Riesenslalomfahrerin im Europacup. In dieser Disziplin hat sich an den Junioren-Weltmeisterschaften gleich dreimal Silber gewonnen. Komplettiert wird das Quartett mit einer aktuell 22-Jährigen, die bereits WM-Erfahrung besitzt. Delphine Darbellay trat im Team-Parallelrennen in Saalbach-Hinterglemm an. In Crans-Montana soll sie dann auch im Riesenslalom am Start stehen. Bei ihren sechs bisherigen Riesenslalom-Einsätzen im Weltcup blieb ihr der Sprung in den zweiten Durchgang bislang verwehrt.

Slalom

Im Slalom darf Swiss-Ski fünf Athletinnen an den Start schicken, das verdankt man Weltmeisterin Camille Rast, die als Titelverteidiger das nationale Kontingent nicht belastet. Wendy Holdener, Gewinnerin der Silbermedaille in Saalbach, ist selbstverständlich auch gesetzt. Gleich wie Mélanie Meillard, die sich mittlerweile bis in die Top Ten der Slalomweltspitze zurückgekämpft hat.

Ziemlich überraschend stand Eliane Christen im Aufgebot für Saalbach. In ihrem erst dritten Weltcupeinsatz in Semmering gelang ihr mit dem zwölften Rang ein Exploit. Als 15. im Slalom in Kranjska Gora löste sie dann ihr WM-Ticket. Kommenden Winter wird sie als Teil der Top-30 in Angriff nehmen, es spricht nichts dagegen, dass Christen sich 2027 erneute für einen WM-Auftritt aufdrängen kann. Nach einem schwierigen Comebackwinter ist es Aline Danioth zuzutrauen, dass sie sich in den nächsten eineinhalb Saisons wieder in Position bringt, um zum dritten Mal an einer Weltmeisterschaft teilzunehmen. Gleich wie für alle anderen Athletinnen in diesem Artikel gilt natürlich die Prämisse, dass sie von weiteren Verletzungen verschont bleibt.

Team-Kombination

Bei der Premiere der Team-Kombination fuhren Lara Gut-Behrami und Wendy Holdener in Saalbach zu Silber. Die Schwyzerin muss sich nun zwangsläufig auf die Suche nach einer anderen Partnerin machen. Rang sieben gab es für Corinne Suter und Camille Rast, dieses Duo soll unangetastet bleiben. Deshalb wird Malorie Blanc bei der Heim-WM mit Wendy Holdener zusammen um die Medaillen fahren. Bei Jasmine Flury belassen wir es beim Einsatz in der Abfahrt, so kommt Michelle Gisin zum Zug. Sie geht mit ihrer ehemaligen Slalom-Teamkollegin Mélanie Meillard an den Start. Komplettiert wird das Schweizer Lineup durch Delia Durrer und Eliane Christen. Letztere startete 2025 gemeinsam mit Priska Ming-Nufer und wurde Zwölfte.

Team-Parallelrennen

Im Teamwettbewerb sicherte sich das Schweizer Quartett zuletzt Silber. Bei den Männern haben wir neben Luca Aerni die zweite Position neu besetzt, Lenz Hächler löst Thomas Tumler ab. Auf der Seite der Frauen spricht wenig für eine Veränderung der Aufstellung. Wendy Holdener ist eigentlich immer für solche Wettbewerbe zu begeistern, vor dem Heimpublikum wohl noch zusätzlich. Delphine Darbellay hat sich in Saalbach bewährt und steht für ihren Einsatz im Riesenslalom ohnehin im Aufgebot. Platz für eine zusätzliche Athletin, die nur das Team-Parallelrennen bestreitet, hätte Swiss-Ski in diesem Fall nicht mehr. 

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2025-07-15 23:00:24