Im Ski Alpin geht es in puncto Highlights Schlag auf Schlag. Auf den WM-Winter 2024/25 folgt der Olympia-Winter und dann steht aus Schweizer Sicht das wohl noch grössere Highlight an. In Crans-Montana findet im Rahmen der Saison 2026/27 die Heim-WM statt. Wir nutzen die lange Sommerpause, um einen Blick auf jene Weltmeisterschaft vorauszuwerfen.
In einem zweiteiligen Artikel wagen wir eine Prognose, wer an der Heim-WM im Wallis für die Schweiz am Start stehen könnte. Natürlich müssen wir für einen solchen Artikel davon ausgehen, dass alle Athletinnen und Athleten von Verletzungen verschont bleiben. Als Einschränkung bei der Zusammenstellung eines solchen Aufgebots dienen natürlich die 24 Startplätze, die Swiss-Ski zur Verfügung stehen werden, wovon maximal 14 Startplätze für ein Geschlecht genutzt werden können. Im ersten Teil stehen die Männer im Fokus, die in Saalbach-Hinterglemm neun Medaillen eingefahren haben.
An seiner ersten Weltmeisterschaft hat sich Franjo von Allmen sogleich zum Abfahrtsweltmeister gekrönt. Damit sorgt er dafür, dass an der Heim-WM erneut fünf Schweizer in der Abfahrt an der Start gehen dürfen. Alexis Monney gewann in Saalbach Bronze, er gehört wieder zum Schweizer Quintett und unumstritten natürlich auch Marco Odermatt, Abfahrtsweltmeister 2023. Stefan Rogentin belassen wir ebenfalls in der aktuellen Besetzung für die WM-Abfahrt, womit wir nur am fünften Startplatz rütteln.
Es dürfte kaum einen härter umkämpften Platz geben. Justin Murisier hat sich spätestens mit dem Weltcupsieg in Beaver Creek in der Abfahrtsweltspitze etabliert. Mit Niels Hintermann wird sich im kommenden Winter der zweitstärkste Schweizer Abfahrer aus der Saison 2023/24 im Weltcup zurückmelden. Wir setzen allerdings auf einen Fahrer aus der nächsten Generation. Livio Hiltbrand hat den Spagat zwischen den ersten Rennen im Weltcup und der Verteidigung des Fixstartplatzes via dem Europacup geschafft. Im kommenden Winter soll sich der 21-Jährige auf höchster Stufe etablieren. Sein Können hat er beim 17. Rang in Gröden angedeutet, bis zur Heim-WM trauen wir ihm zu, die Nummer fünf im Schweizer Team zu werden.
Auch im Super-G werden fünf Schweizer an der Heim-WM an den Start gehen dürfen, hier ist Marco Odermatt in der Rolle des Titelverteidigers. Mit Stefan Rogentin, Franjo von Allmen und Alexis Monney setzen wir auf das gleiche Lineup wie in Saalbach. Alle vier schlossen den vergangenen Winter in den Top Ten der Disziplinenwertung ab. Es wäre ohnehin auch wichtig, im Speedbereich haushälterisch mit der Anzahl der Startplätze umzugehen, weil in der Tendenz für die technischen Disziplinen mehr Athleten aufgeboten werden müssen.
Im Super-G kommt im Vergleich zu Saalbach ein weiterer Startplatz hinzu. Die logische Wahl wäre Justin Murisier, als 17. der Disziplinenwertung war er die Schweizer Nummer fünf. Wie schon in der Abfahrt trauen wir auch hier einem jungen Athleten einen entsprechenden Aufstieg zu. Lenz Hächler wird über den Riesenslalom den Einstieg in den Weltcup vollziehen. 2023 wurde er an der Junioren-WM im Super-G Zweiter, wir glauben, dass er auch in dieser Disziplin schnell Fuss fassen wird. Der neue Stöckli-Athlet wird sicherlich auf verlässlich schnelles Material setzen können, hier dürfte er zusätzlich von seinen Landsleuten im Team profitieren.
Die einzige Disziplin, in der kein Schweizer als Titelverteidiger an den Start gehen wird, ist der Riesenslalom. In Saalbach gab es Silber für Thomas Tumler und Bronze für Loïc Meillard. Sie dürften auch bei der Heim-WM zum Schweizer Quartett gehören. Ganz grosse Pläne wird Marco Odermatt im Wallis haben. Nachdem er in seiner Paradedisziplin 2025 als undankbarer Vierter leer ausgegangen ist, wird er sich wohl vor dem einheimischen Publikum unbedingt ein zweites Mal Gold in einem WM-Riesenslalom sichern wollen. Auch hier trauen wir Lenz Hächler in den kommenden eineinhalb Saisons einen rasanten Aufstieg zu. Als Europacup-Disziplinensieger im Riesenslalom greift er nächste Saison im Weltcup mit einem Fixstartplatz an.
Mit bislang acht verwendeten Startplätzen kommt noch abschliessend der vier Grunddisziplinen der Slalom hinzu. Dass hier die Spezialisierung weit vorangeschritten ist, stellt bei der Selektion eine ziemliche Herausforderung dar. Titelverteidiger Loïc Meillard ist der einzige, der bereits aufgeführt worden ist. Ansonsten glauben wir kaum an eine Veränderung im Lineup im Vergleich zu Saalbach. Dass Youngster Lenz Hächler den Slalom ebenfalls aufgibt, schwächt die nächste Garde zusätzlich. Wir haben uns somit für jene fünf Schweizer entschieden, die den Winter 2024/25 in den Top-30 der Disziplinenwertung beendet haben. Tanguy Nef wurde in Saalbach Neunter, Marc Rochat 16., ausgeschieden ist derweil im zweiten Durchgang Daniel Yule. Vom zusätzlichen Startplatz dürfte demnach Luca Aerni profitieren.
Team-Kombination
Viel Spielraum für die Duos in der Team-Kombination gibt es nicht, da die zwölf Startplätze belegt sind. Den historischen Triumph von Saalbach mit sechs Schweizern auf dem Podest zu wiederholen, dürfte wohl nicht realistisch sein. Dennoch gibt es keinen Grund, die drei Podest-Duos auseinander zu reissen. Vor dem Heimpublikum lässt sich Marco Odermatt die Chance auf einen weiteren Auftritt wohl nicht nehmen, deshalb haben wir den Gesamtweltcupsieger in ein definitiv konkurrenzfähiges Duo mit Daniel Yule eingeteilt.
In Einzeldisziplinen sorgen die Titelverteidiger jeweils für einen zusätzlichen Startplatz. Ob das auch in dieser Teamdisziplin der Fall sein wird, konnten wir noch nicht verifizieren. Entsprechend ist das Duo aus dem fünften Abfahrer Livio Hiltbrand und dem fünften Slalomfahrer Luca Aerni nur unter Vorbehalt eingetragen.
Einleitend haben wir von neun Medaillen gesprochen, die das Männerteam von Swiss-Ski an der letzten Weltmeisterschaft eingefahren hat. Korrekterweise hatte die Equipe auch einen Anteil an einer zehnten Medaille. In Saalbach fuhr die Schweiz im Team-Parallelrennen zu Silber. Luca Aerni und Thomas Tumler gingen bei den Männern an den Start. Mit Lenz Hächler setzen wir in diesem Fall auf etwas frischen Wind, erneut am Start stehen dürfte Luca Aerni, nachdem es im Riesenslalom nicht für einen Einsatz gereicht hat und auch der Startplatz in der Team-Kombination nur unter Vorbehalt erteilt worden ist. Wer das Duo Aerni/Hächler ergänzen wird, erfahrt ihr im Teil zwei, der am Dienstag erscheinen wird.
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