Robin Meyer hat sich in seiner ersten Saison bei den SCL Tigers in der National League etabliert und seinen Vertrag bereits bis 2028 verlängert. Im Interview spricht der 26-Jährige über seinen Umweg via Visp, die Bedeutung von Spielpraxis, seine Ambitionen für die Nationalmannschaft und den Konkurrenzkampf im Langnauer Goalie-Team.
Meyer wechselte auf die Saison 2025/26 vom EHC Visp nach Langnau und kam in seinem ersten Jahr für die Tigers zu 22 Einsätzen in der National League. Im Sommer folgte die vorzeitige Vertragsverlängerung um eine weitere Saison. Dass sein Weg über die Swiss League rückblickend entscheidend war, steht für den Goalie ausser Frage. Statt auf wenige Einsätze in der höchsten Liga zu hoffen, sammelte er in Visp Spielpraxis und schaffte danach den Schritt zurück in die National League.
Robin, du gehst in deine zweite Saison mit den SCL Tigers. Wie fühlst du dich momentan?
Ich fühle mich sehr gut und freue mich auf die neue Saison. Ich glaube, wir alle freuen uns darauf. Es ist eine neue Herausforderung, und das Ziel ist, besser zu sein als im vergangenen Jahr.
In deiner ersten Saison hast du deine Chance erhalten und genutzt. Hättest du vor deinem Wechsel von Visp nach Langnau damit gerechnet, bereits so viele Einsätze zu bekommen?
Mein Ziel war es, möglichst viel in der National League zu spielen und dabei möglichst gute Leistungen zu zeigen. Je besser man spielt, desto mehr Einsätze bekommt man. Deshalb war es immer mein Ziel, möglichst gut zu spielen. Die Einsätze kamen dann von allein.
Hattest du mit den regelmässigeren Einsätzen irgendwann das Gefühl, in der National League angekommen zu sein?
Angekommen ist vielleicht noch etwas übertrieben. Ich habe das Gefühl, dass die vergangene Saison ein guter Startschuss für die kommende Saison und auch für die nächsten Jahre war. Darauf kann ich aufbauen.
Der Wechsel von Rapperswil nach Visp war auf dem Papier zunächst ein Schritt zurück. Wie schwer fiel dir diese Entscheidung damals?
Eigentlich gar nicht so schwer. Ich hatte damals nicht besonders viele Optionen. Als die Möglichkeit mit Visp kam, hatten wir das Gefühl, dass dies wirklich eine gute Lösung ist. Gerade als Torhüter ist Spielpraxis sehr wichtig. In Visp habe ich inklusive Playoffs rund 60 Spiele absolviert. Ich glaube, das hat mir deutlich mehr gebracht, als wenn ich noch zwei Saisons in Rapperswil geblieben wäre und jeweils nur fünf Spiele pro Saison gemacht hätte.
War die Zeit in Visp eine der prägendsten Phasen deiner bisherigen Karriere?
Ja, das würde ich schon sagen. Wir sind dort auch Swiss-League-Meister geworden. Das war ein sehr schönes Erlebnis.
Wenn du deinen bisherigen Weg betrachtest: Worauf bist du besonders stolz?
Darauf, dass ich nach dem Schritt von Rapperswil nach Visp, einem Rückschritt in Anführungszeichen, wieder eine Stufe höher spielen kann und mein Niveau gefunden habe. Ich bin wieder in der National League und kann auf diesem Niveau mithalten.
Ist mittlerweile auch die Schweizer Nationalmannschaft ein Ziel für dich?
Die Nationalmannschaft ist natürlich etwas vom Höchsten, das man erreichen kann. Aber ich konzentriere mich zu hundert Prozent auf Langnau. Wenn die Leistungen stimmen, kommt die Chance, für das eigene Land zu spielen, irgendwann automatisch.
Du hast deinen Vertrag bereits vor der Saison um ein weiteres Jahr verlängert. Wie wichtig war diese Entscheidung für dich?
Für mich war klar, dass es mir in Langnau gefällt, sowohl sportlich als auch persönlich. Durch die Verlängerung habe ich noch einmal ein Jahr Zeit, mich weiterzuentwickeln und mich voll darauf zu konzentrieren, hier in Langnau meine besten Leistungen zu bringen.
Wenn man es kritisch betrachtet, ist es nur eine Verlängerung um eine Saison. Gibt dir das auch eine gewisse Unsicherheit?
Nein, überhaupt nicht. Im Sport ist es nicht ungewöhnlich, dass man die Zukunft ein oder zwei Jahre im Voraus plant. Man schaut ohnehin nicht allzu weit voraus. Ich fokussiere mich jetzt auf die nächste Saison. Danach konzentriere ich mich auf die darauffolgende Saison, und dann schauen wir weiter.
Auch im gesamten Goalie-Team setzen die Tigers auf viel Konstanz. Wie erlebst du die Zusammenarbeit?
Sehr gut. Wir sind wirklich ein Goalie-Team. Mit William Rahm, Luca Boltshauser, Martin Neckar und mir wollen wir alle besser werden, dem Team helfen und unsere besten Leistungen abrufen. Heutzutage braucht es über eine gesamte Saison meistens nicht nur einen Torhüter, sondern mindestens zwei.
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