Mit André Petersson verpflichten die SCL Tigers einen international erfahrenen Angreifer, der auf eine bislang bewegte Karriere zwischen Schweden, Nordamerika und Russland zurückblicken kann. Der 34-jährige Flügelstürmer kommt mit dem Ruf eines treffsicheren Technikers ins Emmental und übernimmt bei den Tigers eine Schlüsselrolle im Offensivspiel.
André Petersson stammt aus dem kleinen schwedischen Ort Olofström und begann seine Eishockeykarriere beim nahegelegenen Tingsryds AIF. Dort kreuzten sich früh seine Wege mit einem anderen grossen Talent: Oliver Ekman Larsson, der später eine langjährige NHL-Karriere hinlegte und 2023 mit den Florida Panthers den Stanley Cup gewann. Bereits mit 16 Jahren wechselte Petersson zum HV71, einem der Topklubs im schwedischen Eishockey.
Beim Verein aus Jönköping durchlief der technisch versierte Stürmer die Nachwuchsstufen und debütierte 2008/09 in der höchsten schwedischen Liga. Ein Jahr später feierte er dort mit nur 19 Jahren seinen grössten Erfolg in der Heimat. Mit 16 Scorerpunkten in 43 Spielen hatte Petersson entscheidenden Anteil am Meistertitel des HV71. Trotz seiner Auswahl im NHL-Draft 2008 durch die Ottawa Senators (Runde 4, Pick 109) blieb er zunächst dem schwedischen Klub treu.
Zur Saison 2011/12 wagte Petersson dann den Schritt über den Atlantik. Während seiner Zeit bei den Ottawa Senators kam er allerdings laut offizieller Statistik der NHL nur zu einem einzigen Kurzeinsatz in der besten Hockeyliga der Welt, am 21. Januar 2012 gegen die Anaheim Ducks. Stattdessen war er hauptsächlich für das AHL-Farmteam Binghamton Senators im Einsatz, bei dem er seine Offensivkünste unter Beweis stellen konnte. Nach einem kurzen Intermezzo bei den Norfolk Admirals kehrte Petersson Nordamerika nach drei Jahren, 152 Spielen und 111 Scorerpunkten den Rücken.

Seine nächste Station wurde die Kontinentale Hockey-Liga (KHL), in der er ab 2014 acht Jahre lang bei fünf verschiedenen Klubs aktiv war. Trotz häufigem Teamwechsel überzeugte Petersson mit beeindruckender Konstanz. In sieben von acht Spielzeiten kam er stets auf mindestens 25 Scorerpunkte. Diese Leistungen blieben auch dem schwedischen Nationalteam nicht verborgen. 2023 wurde er zur Weltmeisterschaft aufgeboten und überzeugte mit sechs Punkten in sieben Spielen, was ihn teamintern zu einem der besten Punktesammler machte.
Nach seinem Ausstieg aus dem Vertrag in Moskau im Zuge des Ukraine-Kriegs kehrte Petersson im Frühjahr 2022 nach Schweden zurück, genauer gesagt zu seinem früheren Ausbildungsverein HV71. Dort übernahm er eine direkte Führungsrolle als Assistenzcaptain und stellte in der Saison 2022/23 mit 42 Punkten in 47 Spielen erneut seine offensive Klasse unter Beweis. Trotz zweier dramatischer Saisons, in denen der Ligaerhalt jeweils nur knapp erreicht werden konnte, hielt Petersson dem Klub drei Jahre lang die Treue.
Im Sommer 2025 war es dann Zeit für eine neue Herausforderung, auch weil der Rechtsschütze eine offerierte Vertragsverlängerung des HV71 ablehnte. Die SCL Tigers sicherten sich daraufhin die Dienste des 34-Jährigen im Kampf gegen namhafte Konkurrenz aus der National League und Tschechien. Unter anderem zeigten auch der HC Lugano und Sparta Prag Interesse. Mit einem Einjahresvertrag wechselt Petersson nun ins Emmental, wo er künftig das offensive Spiel der Tigers mitprägen soll.
Mit André Petersson bekommen die SCL Tigers einen spielintelligenten, technisch beschlagenen Flügelspieler, der trotz seiner eher kleinen Statur von 1.77 Metern durch seine Spielübersicht, seinen Abschluss und seine Erfahrung überzeugt. Elite Prospects beschreibt ihn als "offensiv sehr versierten Spieler" mit feinem Puckgefühl, starker Torgefahr und ausgeprägtem Spielverständnis. Gleichzeitig gilt er in der Defensive als solide, aber nicht überdurchschnittlich.
Der WM-Fahrer von 2023 ist bei den Tigers nicht ganz ohne Anknüpfungspunkte. Mit Goaliecoach William Rahm verbindet ihn eine frühere Zusammenarbeit aus der gemeinsamen Zeit beim HV71. Vergangene Saison stand er zudem gemeinsam mit dem Berner-Mittelländer und einstigen Tigers-Junior Jamiro Reber auf dem Eis.

Die Erwartungen sind hoch, denn Petersson tritt bei den SCL Tigers die Nachfolge des Finnen Aleksis Saarela an, der wegen seines Militärdienstes in die Heimat zurückkehren musste. Die Klubführung sieht in ihm genau den Spielertyp, der mit seiner Routine, Schussqualität und Kreativität die Offensive anführen kann. Ob er diese Rolle im Schweizer Eishockey erfüllen wird, bleibt abzuwarten. Das Potenzial dazu bringt Petersson zweifellos mit.
AHL Aleksi Saarela Anaheim Ducks André Petersson Cyrill Brandenberg Eishockey HV71 Jamiro Reber KHL National League NHL Ottawa Senators SCL Tigers