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Die Schwingerkönigin macht sich auch Gedanken um die künftige Generation

Die letzte Gabe der Saison ist äusserst nützlich

Bei den Frauen ist die Schwingerkönigin jeweils die Jahresbeste. Jasmin Gäumann hat 2026 ihren Titel aus dem Vorjahr verteidigen können. Im Exklusivinterview zeigt sich die Schwingerin äusserst zufrieden mit ihrer Saison.

Jasmin Gäumann, Schwingerkönigin 2026 - was bedeutet diese Auszeichnung für dich?

"Es bedeutet mir unglaublich viel. Schon im letzten Jahr konnte ich mir meinen grossen Traum erfüllen. Das nun bestätigen zu können, ist umso schöner."

Du warst zuvor schon einige Male nahe dran und wurdest dreimal Zweite. Ist nun etwas Genugtuung dabei, dass es gleich zweimal mit dem Königinnentitel gereicht hat?

"Ja, definitiv. Das zeigt mir auch, dass sich das jahrelange Training gelohnt hat. Ich habe nie die Motivation verloren. Ich wollte dieses Ziel unbedingt erreichen und es ist unbeschreiblich, dass es gleich zweimal geklappt hat."

Wie hast du den Königinnentitel gefeiert?

"Wir haben am Samstagabend noch mit der Familie und den Freunden aus dem Dorf gefeiert. Ich werde aber noch weiter feiern können, denn es ist noch etwas vom Schwingklub Zäziwil geplant."

Hast du für die gewonnene Glocke bereits einen Platz gefunden oder muss der noch gefunden werden?

"Nein, sie hat schon ein Plätzchen in meinem Wohnzimmer gefunden (schmunzelt). Es muss aber sicherlich noch ein passendes Regal für sie gefunden werden, damit sie schön präsentiert werden kann."

"Ich habe die Gänge der Konkurrentinnen nicht verfolgt. Ich wollte mich auf mich besinnen und das Beste geben."

Jasmin Gäumann über ihre Vorgehensweise am Eidgenössischen

Hängst du die beiden Glocken dann nebeneinander?

"Der Spiegel hängt bereits an der Wand, denn ich habe im Vorjahr einen Spiegel erhalten. Jetzt war es eine Glocke. Beide sind aber im gleichen Zimmer, sodass ich immer eine Erinnerung daran habe."

Konntest du dir noch etwas Zusätzliches aus dem Gabentempel aussuchen?

"Für den zweiten Rang habe ich noch einen Gutschein für ein neues Paar Ski erhalten."

Das trifft sich doch gut, du gehst doch gerne Skifahren?

"Ja, genau. In den vergangenen Jahren haben sie mich jeweils ausgelacht, weil ich immer mal wieder Skier ausgesucht habe und nun habe ich schon wieder die Gelegenheit, neue Skier zu holen. Das finde ich natürlich super."

Da könntest du beinahe einen Sponsoring-Vertrag abschliessen?

"Ja, definitiv (lacht). Es ist natürlich cool, dass wir solche Möglichkeiten haben. Skier sind auch nicht ganz günstig und es ist toll, wenn man mit den Gaben auch etwas machen kann."

Die Ausgangslage vor dem letzten Schwingen war besonders. Drei Schwingerinnen lagen gleichauf und die vierte Schwingerin lag nur einen Punkt zurück. Hatte das einen Einfluss auf den Tag, hast du die Resultate der Konkurrenz auch mehr mitverfolgt?

"Im Gegenteil. Ich habe die Gänge der Konkurrentinnen nicht verfolgt. Ich wollte mich auf mich besinnen und das Beste geben. Es braucht so viel, damit es reicht. Ich nahm Gang für Gang, um den Druck auch etwas von mir wegzunehmen. So musste ich nur auf mich schauen."

Wusstest du vor dem fünften Gang, dass es mit einem Sieg bereits reicht?

"Ja, ich wusste, dass die anderen gestellt haben und es mir mit einem Sieg wahrscheinlich reichen wird. Daher habe ich in diesem Gang auch alles gegeben."

Wie fällt deine Gesamtbilanz nach dieser Saison aus?

"Zum Beginn der Saison war es etwas harzig. Ich habe zwar die Kränze gemacht, war aber nicht ganz zufrieden. Ende der Saison kann ich aber sagen, dass es eine gute Saison war. Ich konnte ohne grössere Verletzung schwingen, das ist sehr wertvoll. In der Vergangenheit hatte ich schon die eine oder andere Verletzung und daher bin ich mehr als nur zufrieden mit meiner Saison."

Du hast deine beiden Streichresultate zum Saisonbeginn eingezogen. Veränderst du deshalb etwas in der Vorbereitung auf die nächste Saison?

"Das ist eine interessante Frage. Nein, ich habe mir noch keine grossen Gedanken über die nächste Saison gemacht. Ich werde über den Winter hinweg sicherlich weiter trainieren. Ich glaube aber nicht, dass ich gross etwas verändern werde. Die letzten Jahre haben es mit den konstanten Leistungen gezeigt, dass mein Weg gut ist."

Mit ein paar Tagen Abstand: Ärgert es dich ein wenig, den Schlussgang am Eidgenössischen nicht gewonnen zu haben?

"Nein, ich glaube nicht. Im letzten Jahr hatte ich am Eidgenössischen das schlechtere Resultat. Daher bin ich in diesem Jahr zufrieden, auch wenn es natürlich noch ein schöner Abschluss gewesen wäre."

Wie sehen deine Pläne nun aus? Gibt es etwas Ferien oder geht das Training nahtlos weiter?

"Die Ferien hatte ich leider schon. Es wird aber schon eine kurze Schwingpause geben. Das Krafttraining mache ich aber gleich weiter. Eine kleine Pause im Schwingtraining wird mir aber guttun, da auch noch einige Termine anstehen."

Du engagierst dich neben dem Schwingen noch als Schiedsrichterin im Hornussen: Wie viel planerisches Geschick benötigt es, um alles unter einen Hut zu bringen?

"Anfang des Jahres nehme ich beide Kalender zur Hand. Wenn ich an einem Wochenende ein Schwingfest bestreite, werde ich nicht noch als Schiedsrichterin im Hornussen amten. Mit der Planung ist es bislang ganz gut gegangen und sie wissen auch, dass das Schwingen bei mir klar Vorrang hat."

Wenn du nicht Schwingerin wärst, welche Sportart würdest du intensiver ausüben?

"Das ist eine sehr gute Frage (lacht). Das ist schwierig zu beantworten, da ich schon mit acht Jahren mit dem Schwingsport angefangen habe. Es hat in meinem Leben nie wirklich etwas anderes gegeben, doch das Skifahren hätte mir schon auch Spass gemacht. Ich hatte auch schon mit dem einen oder anderen Skifahrer Kontakt und ihr Programm klingt jeweils sehr intensiv. Das wäre schon auch reizvoll für mich gewesen."

Gehst du an die Ski-WM oder an die Skirennen im Berner Oberland?

"Nein, aber ich war auch schon bei Skirennen."

Deine Konkurrentin, Isabel Egli, hat uns erzählt, dass sie auch mit Männern trainiert. Machst du das auch und in welchen Bereichen profitierst du davon?

"Ja, das mache ich auch. Sie haben ganz andere körperliche Voraussetzungen und
Schwingtechniken. Da profitiere ich davon, dass ich lehre, mich dagegen zu verteidigen und Konter zu fahren.”

Hast du das Gefühl, dass das Frauen- und Meitlischwinget vom gesteigerten Interesse für den Schwingsport allgemein profitiert?

"Wir profitieren definitiv auch von den Männern. Sie machen gute Werbung und da kommt das eine oder andere Mädchen, das ebenfalls Schwingen möchte und davon können wir profitieren. Dazu betreiben die Männer das Schwingen sehr professionell, was für uns ein gutes Vorbild darstellt."

Was hat dich zum Schwingen gebracht?

"Meine Brüder, die haben beide auch geschwungen."

Waren sie deine Vorbilder oder hast du dir andere Vorbilder genommen?

"Damals waren sie sicher meine Vorbilder. Der älteste Bruder war selbst auch Eidgenosse,
er hat vor eineinhalb Jahren seine Karriere beendet."

Was sind deine Ziele und Träume für die nächsten Jahre?

"Ich werde sicherlich noch nicht gerade aufhören. Ich möchte weiter an der Spitze mitschwingen und den Frauenschwingsport noch bekannter machen, um auch viele Mädchen zu motivieren, mit dem Schwingen anzufangen."

Bernisch Kantonaler Schwingerverband EXKLUSIV Jasmin Gäumann Raphael Dort Schwingen

2026-10-03 13:36:50